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Fußball: Avci und Latowski im Derby-Fokus / SV Lachem und Preussen 07 am Scheideweg

Das Duell der Tormaschinen

BEZIRK HANNOVER. Dieses Derby birgt reichlich Zündstoff. Selbst wenn es am Samstag (16 Uhr) in Lachem regnen sollte, wird der Rasen beim Bezirksliga-Duell gegen den FC Preussen Hameln wohl trotzdem brennen. Zwar nur symbolisch, aber es steht sehr viel auf dem Spiel, vom obligatorischen Prestige einmal ganz abgesehen.

veröffentlicht am 15.09.2017 um 00:00 Uhr

Samstag im Blickpunkt: Lachems Torjäger Adem Avci und sein 07-Pendant Sebastian Latowski. awa
Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite
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Die kleine Arena am Haarbach könnte deshalb auch kurzfristig in „Am Scheideweg“ umgetauft werden. Platzhirsch Lachem (sieben Punkte) will den Anschluss nach oben nicht verlieren – und 07 (sechs Punkte) nach schon drei Auswärtspleiten nicht noch weiter nach unten abrutschen. Geht es nach Trainer Tarik Önelcin, ist der Ausgang absehbar. „Wir ziehen unser Spiel konsequent durch und werden deshalb auch die Punkte behalten“, ist er sich sicher. Obwohl er mittlerweile sogar einen gültigen Spielerpass besitzt, wird er aber nicht im Trikot auf der Bank sitzen, sondern nur coachen. „Das war eigentlich nur zur Sicherheit, weil wir oftmals während der Woche Personalprobleme haben“, klärt er auf. Mutig gibt sich aber auch Preussen-Manager Toni Kierakowitz im Vorfeld. „Wir wollen den Bock auf fremdem Rasen endlich umstoßen“, traut er der Elf von Trainer Uwe Filla diesmal einiges zu. Wird also spannend. Vor allem, wie sich die jeweiligen Protagonisten der beiden Klubs in Szene setzen. Vorm Derby macht die Dewezet-Sportredaktion den Form-Check und nimmt beide Teams unter die Lupe.


Die Tormaschinen: Lachems Top-Kanonier Adem Avci hat schon wieder reichlich Zielwasser getankt und bereits sieben Treffer auf dem Konto. Er ist damit für Önelcin die halbe Miete und ebenso längst zur personifizierten Lebensversicherung mutiert wie sein nicht minder brandgefährliches Hamelner Pendant Sebastian Latowski. Der Aufstiegsheld traf zwar erst viermal, bescherte 07 damit aber auch die sechs Punkte. Er ist damit in diesem Fall Hamelns „Mister 50 Prozent“. Ob auch am Samstag, wird sich nun zeigen. Gilt aber auch für Adem Avci.


Lachems Mittelfeld-Strategen: Mit Spielmacher Egcon Musliji hat Lachem den derzeit wohl besten Fußballer aus dem Kreisgebiet in seinen Reihen. Dynamisch, torgefährlich, zweikampfstark – aber eben manchmal auch heißblütig. Dahinter machen Soner Aslan, Fabio Mercia und Dominik Glaubitz ebenfalls mächtig Druck. Zu beachten ist auch Neuzugang Sebastian Specht.


Preussens Routiniers: Der ambitionierte Bezirksliga-Aufsteiger FC Preussen Hameln 07 hält mit ganz viel Routine dagegen. Sebastian Schmidt, Özkan Ünsal, Elk Jörn (wenn er denn zur Verfügung steht) und Cezar Paraschiv spielen allesamt einen sehr soliden Part. Gut eingefügt hat sich auch der junge David Engelbrecht. Allerdings fehlt allen ein bisschen die Dynamik im Vorwärtsgang. Wenn er fit ist, kommt die allerdings von Maximilian Magerkurth als hängende Spitze.

Die Abwehr: Beide Teams haben schon jeweils elf Gegentore. Das ist nicht gerade wenig. Während bei 07 trotz der erfahrenen Ruven Klimke und Daniel Schütten in den bisherigen fünf Partien hinten noch nie die Null stand, hielt Lachem wenigstens zum Saisonauftakt beim 3:0 gegen Halvestorf einmal seinen Kasten sauber. So richtig sattelfest ist die Defensive aber nicht.


Die Torhüter: Aufsteiger Hameln hat mit Routinier Daniel Hake und Frederick Quindt gleich zwei absolute Klasseleute im Kader. Für Uwe Filla die Qual der Wahl. Wen er im Derby aber auch immer aufbieten wird, er macht gewiss keinen Fehler. Stets gute Leistungen bringt aber auch Keeper Artur Wesner beim Gastgeber. Nur ausfallen darf er nicht, dann wird es ganz schnell eng.

Die Trainer: Von der Papierform her ein Generationen-Duell. Lachems junger Coach Tarik Önelcin gilt als experimentierfreudig und guter Taktiker. Außerdem lebt er jede Sekunde am Spielfeldrand hautnah mit. Ein Energiebündel. Kontrahent Uwe Filla agiert dagegen dank seiner langen Erfahrung im Geschäft wesentlich ruhiger. Er kann aber auch richtig explodieren, wenn es nicht läuft.

Information

6. Spieltag der Fußball-Bezirksliga

Eintracht Afferde – TuSpo Schliekum (Sa., 16 Uhr):Erst 2:1 gegen Borsum, dann 1:0 in Bavenstedt: Nach zwei Siegen in Folge ist Afferde in der Staffel 4 auf den siebten Tabellenplatz geklettert. Im Heimspiel gegen Schliekum will die Eintracht die Mini-Serie fortsetzen. Wird aber nicht einfach, denn die Formkurve der TuSpo zeigte beim 4:1 gegen Harsum nach oben. Die personellen Voraussetzungen sind gut, denn bis auf Timo Guschewski hat Trainer Oliver Bock alle Mann an Bord.

MTSV Aerzen – VfL Borsum (Sa., 16 Uhr):Den Saisonstart hatte sich Aerzens neuer Coach Dirk Schumachers bestimmt anders vorgestellt. Nach fünf Spieltagen ist der MTSV in der Staffel 4 Tabellenletzter. Im Kellerduell gegen Borsum „müssen wir unbedingt punkten. Jeder weiß, worum es geht“, betont Aerzens Fußball-Chef Karsten Hoppe. Neben dem gesperrten Rotsünder Mohamed Safwan fehlen dem MTSV Florian Specht, Jovien Meyer und Marius Pieper.

SC Harsum – Germania Hagen (So., 15 Uhr):Hagens Coach Eldar Zahirovic hat großen Respekt vorm Gegner, denn der Tabellendritte SC Harsum zählt zu den Topteams der Staffel 4. Trotz der „Mammut-Aufgabe“ brauchen sich die Germanen nicht zu verstecken. Immerhin ist Hagen nach zwei Siegen zum Saisonstart und zuletzt drei Unentschieden noch ungeschlagen. Fraglich sind noch die Einsätze von Yousof und Abbas Issa, Nils Lippert und Jan Kutsch fehlen definitiv.

SSG Halvestorf – SV Gehrden (So., 15 Uhr):Die SSG Halvestorf funkt SOS: Nach fünf Spieltagen ist die Elf von René Hau mit mageren drei Punkten Tabellenletzter der Staffel 3. Wer hätte das vor Saisonbeginn gedacht? Nach der deftigen 0:4-Pleite in Döhren muss gegen Gehrden ein Heimsieg her, um den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze nicht zu verlieren. Bis auf Dennis Deppmeyer und Jan Bierwirth sind alle dabei. aro

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