weather-image
23°
×

Darum steckt Pyrmont in der Krise

Bad Pyrmont. In der Fußball-Landesliga läuft es für die SpVgg. Bad Pyrmont zurzeit alles andere als rund. Nach dem guten Saisonstart und der zwischenzeitlichen Tabellenführung ist die Elf von Philipp Gasde nach einer Sieglos-Serie in der Tabelle auf Talfahrt. Was sind die Gründe für die Krise? Ein Erklärungsversuch.

veröffentlicht am 07.05.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

Autor:

Für die Landesligakicker der SpVgg. Bad Pyrmont begann die Saison wie im Traum. Am zweiten und dritten Spieltag war die Mannschaft von Philipp Gasde sogar Tabellenführer. Und heute? Alles nur noch Schnee von gestern. Inzwischen muss die Spielvereinigung wieder um den schon fast sicher geglaubten Klassenerhalt bangen, denn nach zuletzt fünf sieglosen Spielen, davon vier Niederlagen und ein 0:0 gegen die SG Hameln 74, ist Pyrmont mit 34 Punkten nur noch Elfter. Der Relegationsplatz ist gerade einmal vier Punkte entfernt. Aber was sind die Gründe für die rasante Pyrmonter Talfahrt? Ein Erklärungsversuch.

Ein Grund ist mit Sicherheit die fehlende Konstanz. Holte Pyrmont aus den ersten zehn Spielen noch bemerkenswerte zwanzig Punkte, blieb die weitere Ausbeute eher mager. In den 16 weiteren Begegnungen kamen nur noch 14 Punkte hinzu. Da wird es Zeit, die Kurve zu bekommen. Ein weiterer Grund, warum es nicht läuft, ist Philipp Gasde. Er steht als Spieler seit einigen Wochen schon nicht mehr in der Startelf, sondern fungiert nur noch als Trainer. Die Doppelfunktion als Spielertrainer übt er zumindest seit dem Spiel in Garbsen (0:1) Ende März nicht mehr aus.

Gebracht hat es wenig, denn danach hat der Traditionsklub auch nichts mehr gewonnen. Oder vielleicht auch deshalb? Das Problem: Mit Gasde als Spieler lief es wesentlich besser als ohne ihn. Als Sechser vor der Abwehr ist er mit seiner Erfahrung, seinem Ehrgeiz und seiner Zweikampfstärke eigentlich unverzichtbar. Acht Siege gab es, wenn Gasde auf dem Platz stand – davon jeweils zwei gegen SV Alfeld (4:1/5:0), Tündern (2:1/3:1), und Uchte (3:1/4:0). Außerdem gab es Siege gegen Garbsen (3:2) und Sulingen (3:1). So konnte die Spielvereinigung in den 15 Partien mit dem Spielertrainer 27 Punkte einfahren. Ohne ihn schaffte sie in elf Spielen nur zwei Dreier gegen den HSC Hannover (3:2) und SV Bavenstedt (3:1) sowie ein Remis gegen die SG Hameln 74 (0:0). Macht sieben Punkte. Eine Erfolgsbilanz sieht gewiss anders aus. Mit Philip Gasde als Spieler kassierte Bad Pyrmont zudem nur 18 Gegentore (im Schnitt 1,2 pro Spiel), ohne ihn 32 (2,91 pro Spiel).

Aber der Klub ist noch von einem weiteren Spieler abhängig: Torjäger Christopher Loges. Laut Statistik neben Gasde der wichtigste Mann. Denn ohne Pyrmonts personifizierte Lebensversicherung herrscht im Sturm Flaute. Von bislang 39 Saisontreffern gehen stolze 26 auf das Konto des Kanoniers vom Dienst. Bezeichnend: Ohne den Toptorschützen der Landesliga hat die Gasde-Elf in dieser Saison noch kein Spiel gewonnen. Zudem sind die drei Partien, in denen er fehlte, alle torlos verloren gegangen. Fakt ist: Ohne das Duo Gasde und Loges fehlt es an allen Ecken und Enden im Pyrmonter Spiel. Das lässt zumindest die Statistik vermuten. Ein weiterer Grund für die Misere ist der langfristige Ausfall von Benedikt Hagemann. Der Mittelfeldakteur hat im Jahr 2015 noch kein Spiel bestritten und wird nun endlich am lädierten Knie operiert. Egal, in welcher Liga, ein personeller Umbruch ist in Pyrmont ohnehin notwendig, denn Christopher Loges wechselt zu Germania Hagen. Und Spielertrainer Gasde will sich in Zukunft nur auf den Trainerjob konzentrieren. Natürlich ebenfalls ein großer Verlust für das Team, aber auch die Chance für eine Verjüngungskur, was unter anderem auch die Verpflichtung von Salzhemmendorfs talentiertem Juniorenstürmer Kevin Schumacher als Loges-Ersatz belegt.

Aber alles nur Zukunftsmusik, die im Moment keinem an der Südstraße wirklich weiter-hilft. In der harten Realität ist es fünf vor zwölf. Wenn nicht jetzt alle Kräfte gebündelt werden – wann dann? In den verbleibenden vier Spielen muss irgendwie die Klasse gehalten werden. Vier Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz 13 sind ein trügerisches Polster. Am Freitag (19 Uhr) beim Heesseler SV zählt deshalb nur ein Sieg, sonst wird die Luft richtig dünn.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige