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Fußball: Trainerwechsel in Salzhemmendorf / Dirk Schumacher und Karsten Fitzner als Interimslösung

Darum muss Bicknell gehen

SALZHEMMENDORF. Paul Bicknell und BW Salzhemmendorf gehen ab sofort getrennte Wege. Das sind die Gründe für den Trainerwechsel.

veröffentlicht am 14.12.2018 um 00:00 Uhr

Paul Bicknell und BW Salzhemmendorf gehen ab sofort getrennte Wege. Foto: nls
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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Am Saisonende wollte Paul Bicknell Bezirksliga-Schlusslicht Blau-Weiß Salzhemmendorf sowieso Richtung Germania Hagen verlassen, jetzt muss der Trainer sofort gehen. „Paul war enttäuscht, als wir ihm die Entscheidung mitgeteilt haben. Er hätte gerne bis zum Saisonende weitergemacht. Aber in unserer schwierigen Situation hätte es keinen Sinn gemacht, noch ein halbes Jahr mit einem Trainer weiterzumachen, der seinen Abschied zum Saisonende angekündigt hat“, begründete Salzhemmendorfs Vereinschef Tobias Klemp die Entscheidung, die bei der Krisensitzung am Mittwoch gemeinsam mit Spartenleiter Kurt Meyer, seinem Stellvertreter René Mügge und Jugendleiter André Krüger getroffen wurde.

Dass es in Salzhemmendorf einen Trainerwechsel geben wird, war nach dem letzten Spiel vor der Winterpause schon klar. Denn nach der 2:3-Heimniederlage kündigte Bicknell völlig überraschend an, dass er seinen Vertrag in Salzhemmendorf nicht verlängern und im Sommer zum TuS Germania Hagen wechseln wird. „Wir haben uns alle gewundert, dass Paul bei einem anderen Verein schon zugesagt hat, ohne vorher mit uns gesprochen zu haben. Wir waren alle total überrascht und auch ein bisschen enttäuscht“, so Mügge. „Wir haben uns anschließend mit der Mannschaft zusammengesetzt und diskutiert, wie es weitergehen soll.“ Das Ergebnis: Bis zum Saisonende wird es mit Dirk Schumacher und Karsten Fitzner eine vereinsinterne Interimslösung geben. Durch den Trainerwechsel im Winter erhofft sich Mügge einen Hallo-Wach-Effekt, auch wenn die Lage von Blau-Weiß Salzhemmendorf in der Bezirksliga-Staffel 4 schon fast aussichtslos ist. Als Tabellenletzter hat Salzhemmendorf schon zwölf Punkte Rückstand zum Relegationsplatz. Gefühlt sind es sogar 13 Punkte, denn zusätzlich ist auch das miserable Torverhältnis (22:67) eine schwere Hypothek.

Der Blick auf die Tabelle macht wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt, denn mit acht Punkten (zwei Siege, zwei Unentschieden und 15 Niederlagen) hat „Solte“ die Zwischenbilanz eines potenziellen Absteigers. Das weiß auch Mügge: „Es wird ganz, ganz schwer, keine Frage. Aber solange der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich ist, geben wir die Hoffnung nicht auf und werden alles versuchen, das Unmögliche vielleicht doch noch möglich zu machen.“

Mügge ist sich sicher, dass die Mannschaft nicht so schlecht ist, wie der aktuelle 16. Tabellenplatz vermuten lässt: „Ich verstehe nicht, warum wir so weit unten stehen. Wir waren selbst in vielen Spielen, die wir verloren haben, ein durchaus gleichwertiger Gegner und oft sogar die bessere Mannschaft. Aber leider haben die anderen Teams unsere individuellen Fehler eiskalt bestraft, das hat uns viele Punkte gekostet.“ In 19 Spielen hat Salzhemmendorf 67 Gegentore kassiert. Das sind im Schnitt 3,5. Doch die schwache Abwehr ist laut Mügge nicht das einzige Problem: „Wir brauchen gefühlt zehn Chancen, um ein Tor zu schießen.“ Das lässt auch die Statistik (22 Tore in 19 Spielen) vermuten. Erschwerend kam hinzu, dass Bicknell aufgrund von Verletzungen fast jede Woche mit einer anderen Aufstellung spielen musste. „Ich habe den Eindruck, dass unserer jungen Mannschaft ein Führungsspieler mit Landesliga- oder Bezirksligaerfahrung fehlt. Einer, der das Heft in die Hand nimmt, wenn es mal nicht so läuft.“ Doch so einen Spieler zu verpflichten, sei für einen Verein wie Salzhemmendorf, der kein Geld zahlt, „verdammt schwer“.

„Unser Ziel ist, die Saison erhobenen Hauptes zu Ende zu bringen und wieder für etwas Aufbruchstimmung zu sorgen. Dafür sind Dirk Schumacher und Karsten Fitzner als alte Salzhemmendorfer am besten geeignet, weil sie die Mannschaft genau kennen“, ist Vereinschef Klemp überzeugt. Das Interimsduo wird aber nur bis Saisonende die Mannschaft coachen. Wer im Sommer neuer Trainer in Salzhemmendorf wird, soll schnellstmöglich geklärt werden, um Planungssicherheit zu haben. „Wir haben einige Kandidaten im Auge, die wir ansprechen wollen.“

Dass Paul Bicknell nach seinem Aus in Salzhemmendorf bereits im Winter den Trainerjob beim designierten Kreisliga-Meister TuS Germania Hagen übernimmt, wo er einen Vertrag ab 1. Juli 2019 unterschrieben hat, ist laut Teammanager Nils Lippert „momentan kein Thema“.



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