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Zwei 13-jährige Judo-Mädchen aus dem Kreis schon eine feste Größe in Norddeutschland

Christin und Christina haben alles im Griff

Zwei hoffnungsvolle Judo-Talente aus dem Kreis im freundschaftlichen Clinch: Christina Siever (BW Salzhemmendorf/vorne) und Christin Wunder vom MTSV Aerzen trainieren einmal in der Woche zusammen.

veröffentlicht am 22.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:21 Uhr

Foto: rhs

Kampfsport (rhs). Begriffe wie O-goshi, Uchi-Mata oder Yoko-gake mögen für die meisten böhmische Dörfer sein – für Christin Wunder und Christina Siever aber gehören sie zum sportlichen Alltag. Denn alles sind Wettkampftechniken und Würfe im Judo – und in dieser aus Japan stammenden Sportart gehören die beiden 13-Jährigen in ihrer Altersstufe mittlerweile zu den Besten in Norddeutschland.

Weil sie schon lange keine gleichwertigen Gegnerinnen mehr in ihren Vereinen MTSV Aerzen bzw. Blau-Weiß Salzhemmendorf haben, reisen sie nicht nur einmal in der Woche ins Leistungszentrum nach Hannover, sondern treffen sich auch jeden Freitag in der Aerzener Hummetal- sporthalle, um sich dort unter den Fittichen von Schwarzgurtträger Ralf Guhl mit männlichen Judokas im Kampf (Randori) zu messen.

Christin, die noch in der Klasse U 14 startet, hat sich 2008 und 2009 den Nordtitel in ihrer Gewichtsklasse geholt und will dieses Kunststück im Herbst noch einmal mit dem Triple wiederholen.

„Da ich im neuen Schuljahr von der Vikilu aufs Sportinternat nach Hannover wechsle, kann ich mich noch intensiver auf die Meisterschaften vorbereiten“, freut sich die zierliche Wangelisterin auf ihre neue sportliche Umgebung. Sie will aber weiterhin den Kontakt zu ihrem Stammverein MTSV Aerzen, in dem vor sechs Jahren ihre Karriere begann, nicht abreißen lassen. „Ich halte zwar viel von Landestrainer Raik Schilbach, aber Heimtrainer Ralf Guhl kennt mich noch besser, weil er mich bisher bei fast allen Wettkämpfen begleitet und mir in entscheidenden Momenten auch die richtigen Tipps gibt. Ohne ihn wäre meine bisherige Bilanz sicher nicht so glänzend.“

Christina, die in Bulgarien geboren wurde und als Zweijährige bei ihren Adoptiveltern in Deutschland ein neues Zuhause fand, ist in diesem Jahr altersbedingt in die Klasse U 17 gewechselt

Durch ihren überraschenden dritten Platz bei den Landesmeisterschaften in Rastede, den sie übrigens als jüngste des Feldes erreichte, hatte sie sich gleichfalls wie Christin für die Nordebene qualifiziert. Hier wurde sie im schleswig-holsteinischen Tarp erst im Halbfinale gestoppt. Im Kampf um Platz drei, der ihr die Qualifikation für die Deutsche beschert hätte, scheiterte sie nur hauchdünn.

„Nichtsdestotrotz werde ich weiter hart an mir arbeiten, um dieses Ziel im nächsten Jahr zu erreichen.“ Mut machte ihr dabei ihr großes Vorbild, Olympiasieger Ole Bischof. Mit dem durfte sie sich erst jüngst in Oldendorf unter den Augen ihres Trainers Udo Hecht in einem Showkampf messen. Grüngurt Christin Wunder („Demnächst ist der blaue fällig“) und Christina Siever, die den grün-gelben Gurt trägt, sind trotz aller sportlichen Rivalität dick miteinander befreundet. Aber durch das unterschiedliche Alter und Gewicht sind die beiden weder bei Turnieren noch Meisterschaften jemals aufeinandergetroffen, kennen ihre Stärken und Schwächen höchstens von Trainingskämpfen oder vom Erzählen. Das könnte sich aber ändern, wenn die beiden im nächsten Jahr in der gleichen Alters- und auch Gewichtsklasse starten sollten. „Wir lassen uns überraschen, wer dann von uns beiden den Kürzeren zieht“.



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