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„Cevapcici? Mag ich nicht so gerne“

HAMELN. Heute stellen wir Hamelns neuen Basketball-Coach Dzenan Sofic vor – von A bis Z

veröffentlicht am 16.09.2017 um 00:00 Uhr

Hamelns neuer Basketball-Coach Dzenan Sofic. Foto: nls

Autor:

Matthias Abromeit
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Für die Basketballer des VfL Hameln beginnt mit dem Oberliga-Heimspiel gegen den MTV Schandelah-Gardessen (Sa., 19 Uhr) eine neue Ära. Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte Nicu Lassel als Trainer auf. Der Abstieg aus der 2. Regionalliga war somit gleichzeitig auch der Zeitpunkt für den Trainerwechsel. Der Bad Pyrmonter Dzenan Sofic ist der neue Mann auf der Bank des VfL. Wir stellen heute Hamelns neuen Basketball-Coach vor – von A bis Z.

Alter: Ich bin fast 53 Jahre alt. Geboren bin ich am 28. November 1964 in einem kleinen Ort in der Nähe von Sarajevo.

Bad Pyrmont: Das ist seit März 1992 meine zweite Heimat. Ich bin damals aus Bosnien vor dem Krieg geflüchtet und hier wirklich hervorragend aufgenommen worden. In den 25 Jahren habe ich noch nicht einmal daran gedacht, hier wegzuziehen.

Cevapcici: Die esse ich nicht besonders gerne. Alle Welt denkt immer, das wird in meiner Heimat nur gegessen. Aber als ich mal wieder für drei Wochen in Bosnien war, gab es das kein einziges Mal.

Dunking: Die sehe ich von meinen Jungs besonders gern. Früher in Bad Pyrmont gab es wenige. Aber in Hameln schon öfter.

Eltern: Die leben glücklicherweise beide noch. Meine Mutter Bija ist 75, mein Vater Isnet 82. Beide leben in Frankreich.

Freunde:Da habe ich sehr viele und genieße die Zeit mit ihnen. Aber viele sind über die ganze Welt verstreut. Von Kanada bis Australien, Schweden bis Bosnien – und natürlich auch hier in Bad Pyrmont.

Geschwister: Ich habe einen Bruder Fead. Der lebt auch in Frankreich, ganz in der Nähe meiner Eltern.

Heinrich Lassel:Heinrich kenne ich seit vielen Jahren. Sein Engagement begeistert mich. So einen Mann mit viel Herz und Seele braucht eigentlich jeder Verein.

Heinrich kenne ich seit vielen Jahren. Sein Engagement begeistert mich. So einen Mann mit viel Herz und Seele braucht eigentlich jeder Verein.

Hamelns neuer Basketball-Coach Dzenan Sofic über VfL-Abteilungsleiter Heinrich Lassel.

Interessen: Sport interessiert mich allgemein. Ich fahre Ski, liebe das Wasser, ob beim Schwimmen oder Kajak. Aber meine Nummer eins ist Basketball. Das habe ich seit meiner Kindheit gespielt. Allerdings wurde es mit dem Beginn des Studiums weniger.

Job: Ich habe in Sarajevo Elektrotechnik studiert. Hier habe ich in Barntrup bei der Firma KEB Automation einen Job als Entwicklungsingenieur gefunden. Auch die haben mir wirklich viel geholfen. Die Firma ist zu einer zweiten Familie geworden. Da habe ich auch viele Freunde.

Kader:Mit dem Kader des VfL bin ich sehr, sehr zufrieden. Da stimmt die Mischung mit einigen Erfahrenen und vielen aus der U18-Jugend. Und einige kenne ich auch. Zans Grobisch ist ein Arbeitskollege von mir. Thomas Behn hat schon beim TuS Bad Pyrmont bei mir trainiert. Aber als wir dort keine Männer-Mannschaft hatten, habe ich immer gesagt: geht nach Hameln. Die U10-Jungen trainiere ich in Bad Pyrmont noch. Die wollte ich nicht im Stich lassen.

Lemgo:Ich hatte auch ein Angebot, in Lemgo als Trainer zu arbeiten. Das war auch ein Oberliga-Team, das keinen Coach hatte. Aber als das Angebot von Heinrich kam, wusste ich innerlich gleich, dass der VfL Hameln das Richtige für mich ist.

MTV Schandelah-Gardessen: Das ist unser erster Gegner. Ich kenne noch keinen und habe versucht, mich über alle anderen Teams zu informieren. Das habe ich irgendwann aufgegeben, weil ich an die Stärke meiner Mannschaft glaube.

Nicu Lassel: Nicu schätze ich sehr. Was er in Hameln geschafft hat, habe ich lange in Bad Pyrmont auch versucht. Aber da sind die Spieler immer wieder weggegangen.

Oberliga: Ich bin fest überzeugt, dass der VfL eine Liga höher gehört. Ich will die Oberliga so schnell wie möglich verlassen, aber nach oben – wieder in die 2. Regionalliga.

Pick and Roll:Das ist mein Lieblingssystem im Basketball. Sehr effektiv. Das lernen wir gerade.

Qualität: Die Qualität der Spieler zeigt sich nicht nur auf dem Feld. Basketball-Spieler sind in den allermeisten Fällen coole und intelligente Menschen.

Reisen: Ich reise gern, auch mit Rucksack und in der Natur. Eine Wanderung durch Patagonien ist mir allemal lieber als Luxus in Dubai.

Sarajevo: Das ist meine Heimat. Da klopft mir das Herz, wenn ich daran denke. Das ist eine sehr lebendige Stadt in der 24 Stunden am Tag etwas los ist.

Taktik: Die ist im Basketball immens wichtig. Wenn auf einem kleinen Feld von nur 12 mal 14 Metern zehn Leute stehen, läuft ohne Taktik nichts.

Urlaub: Ich fahre oft zu meinen Eltern nach Frankreich. Aber auch im Urlaub kann ich nicht länger als zwei Tage still an einem Fleck sein oder im Strandkorb liegen. Da muss schon etwas passieren. Ich liebe auch Kurzurlaube, Rom, Lissabon und andere Städtereisen waren schon dabei.

Verliebt, verlobt, verheiratet: Ich war verheiratet, bin aber geschieden. Momentan bin ich allein, habe aber eine Beziehung, aus der ein Verliebt werden kann.

Wünsche: Ich habe hier in Deutschland viel erreicht, habe einen deutschen Pass und bin die Hälfte meines Lebens hier gewesen. Ich wünsche mir aber, dass es auch in meiner alten Heimat ein normales Leben gibt. Nach außen sieht das schon so aus. Aber politische und ethnische Konflikte sind da noch immer möglich. Wenn 60 000 junge Menschen im Jahr das Land verlassen, kann nicht alles in Ordnung sein.

Xavier Naidoo: Von ihm mag ich seine Song-Texte. Musik mag ich generell. Jazz und auch neu und modern interpretierte Volkslieder.

Youngster:Wir haben hier einige und ich arbeite gern mit ihnen zusammen. Die will ich zu Leistungsträgern aufbauen. Auf jeden Fall gehören sie aber alle zur Mannschaft. Die sind nicht nur Ergänzungsspieler, weil die Bank noch nicht voll ist, sondern wie jeder andere ein gleicher Teil der Mannschaft.

Zweite Liga: Das wäre nicht schlecht. (lacht). Das Publikum in Hameln wäre schon reif dafür. Das kenne ich, weil ich seit Jahren immer, wenn es passte, bei den Heimspielen dabei war. Aber schon in der 1. Regionalliga braucht man Geld, für die 2. Bundesliga noch mehr.

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