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Sechs Minuten gegen Bochum im Einsatz – Pyrmonter feiert Bundesliga-Premiere im 96-Trikot

Büchler: „Gezittert habe ich nur vor Kälte“

Fußball. Samstag, 19. Dezember 2009, 17.13 Uhr – ein Datum, das Florian Büchler wohl sein ganzes Leben lang begleiten wird. Da feierte der 21-jährige Bad Pyrmonter seine Bundesliga-Premiere im Trikot von Hannover 96. Als erster Fußballer des heimischen Kreises lief der 1,86 Meter große Vollblutstürmer, der bei den F-Junioren der SpVgg. Bad Pyrmont durchstartete, in der Bundesliga auf. Zwar nur sechs Minuten in der AWD-Arena gegen den VfL Bochum, doch immerhin war er dabei. Und klein angefangen haben fast alle Großen der Bundesliga-Szene.

veröffentlicht am 20.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:49 Uhr

Klaus Frye

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Sportreporter zur Autorenseite

Nervösität war für den Blondschopf, dem Vater Andreas und Schwester Franciska auf der Tribüne kräftig die Daumen drückten, bei seinem ersten Auftritt im Profikader ein Fremdwort: „Gezittert habe ich nur wegen der Kälte.“ Die eisigen Temperaturen spürte er aber schon eine Viertelstunde nach dem Anpfiff nicht mehr. Da ließ Trainer Andreas Bergmann, der ihn am Freitagmittag überraschend in den Profikader geholt hatte, die Auswechselspieler bereits Warmlaufen. „Als Bochum zum 2:2 ausglich, hatte ich einen möglichen Einsatz abgehakt. Doch nach dem 2:3 ging alles ganz schnell“, ließ der gebürtige Pyrmonter, der das Trikot mit der Rückennummer 42 trug, seine Premiere Revue passieren. Nach dem Abpfiff war er erst einmal enttäuscht, denn zumindest von einem Punkt hatte der Youngster geträumt. Der Ausgleich lag ihm in der 90. Minute auf dem Fuß. Aber aus 13 Metern jagte er das Leder Volley knapp am Pfosten des VfL-Tores vorbei.

„Die Nackenschmerzen, die ich bereits am Morgen spürte, waren plötzlich wie weggeblasen. Als der Trainer mir ein Zeichen gab, wäre ich sogar mit einem Bein aufgelaufen,“ freute er sich noch am Sonntagmorgen über seinen Kurzeinsatz. Und der Erstliga-Auftritt hatte sich nicht nur in Bad Pyrmont schnell herumgesprochen. SG 74-Trainer Paul Bicknell schickte schon kurz nach dem Abpfiff eine erste SMS. „Das fand ich toll. Paul war für mich in Tündern und Bad Pyrmont der beste Trainer vor meinem Wechsel zu 96“, erinnert sich der Bundesligadebütant gern zurück.

Bei Heimspielen übernachten die 96-Profis standesgemäß in einem hannoverschen Nobelhotel. In der Nacht vor seinem Debüt teilte Pyrmonts erster Bundesliga-Kicker das Zimmer mit einem anderen Jungspund: „Kein Problem, denn mit Konstantin Rausch hatte ich schon in der Regionalliga gespielt.“ Ganz ruhig schlafen konnte er nicht. „Da schwirren einem doch schon einige Gedanken durch den Kopf“, gab er ehrlich zu.

Enttäuscht nach der 2:3-Heimniederlage: Büchler und Haggui

Viel Zeit zum Nachdenken blieb ihm nach dem Spiel nicht. Denn nur 20 Stunden später lief er bereits mit dem Regionalliga-Team der Roten gegen Hertha BSC II auf.

In der Statistik wird Florian Büchler nun als erster Bundesliga-Spieler des Kreises Hameln-Pyrmont geführt. In der legendären Oberliga Nord trugen mit Eugen Pöhler, Werner Müller – Kapitän der 96-Meistermannschaft von 1954, sowie Kurt Ogorek und Karl-Heinz Franz bereits vier Hamelner das 96-Trikot.



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