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Während andere Beachvolleyballer Urlaub machen, geht es für Bergmann und Harms nach der DM direkt weiter

Bronze-Boys im Reisestress

HAMELN. Hamelns Bronze-Boys sind im Reisestress: Während andere Beachvolleyball-Profis nach der DM in Timmendorfer Strand erst einmal Urlaub machen, geht es für Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms direkt weiter nach Frankreich. Bereits am Donnerstag startet das Duo in Montpellier beim Turnier der World Tour 2018.

veröffentlicht am 05.09.2017 um 15:06 Uhr

Impressionen von der Deutschen-Beachvolleyball-Meisterschaft: Philipp Arne Bergmann (großes Foto, links) und Yannick Harms gewannen in Timmendorfer Strand erstmals DM-Bronze. Fotos (6): Hoch Zwei
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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Bronze! Und das bei der Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaft in Timmendorfer Strand. „Das ist einfach unglaublich“, kann es Philipp Arne Bergmann immer noch nicht fassen. Sonntag krönte der Hamelner Beachvolleyball-Profi an der Seite von Yannick Harms die bärenstarke Saison mit dem Gewinn der Bronzemedaille, Montagmorgen ist der 26-Jährige dann im Hotel mit einem Lächeln aufgewacht. Viel geschlafen hat er nicht. Bei der feuchtfröhlichen Players-Party haben Bergmann und Harms den bisher größten Erfolg ihrer noch jungen Beachvolleyball-Karriere ausgiebig gefeiert. Nach dem kräftezehrenden Tie-Break-Krimi gegen Lorenz Schümann und Julius Thole war Bergmann so kaputt, dass ihm am Ende sogar die Kraft zum Feiern fehlte: „Ich bin schon um ein Uhr ins Bett gegangen. Yannick hat etwas länger durchgehalten als ich.“

Unser Traum ist, bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio dabei zu sein.

Philipp Arne Bergmann, Beachvolleyball-Profi des TC Hameln

Normalerweise zählt das „kleine Finale“ eher zu den langweiligsten Spielen eines Turniers. Wer das Halbfinale verliert, ist oft enttäuscht und hat wenig Lust auf das Duell um die Goldene Ananas. Nicht so bei der Deutschen Meisterschaft. „Beide Teams haben alles gegeben. Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen und auf jeden Fall Bronze holen. Es ging schließlich um unsere erste Medaille bei der Deutschen Meisterschaft.“ Es war das wohl umkämpfteste und spektakulärste Match des Turniers vor 8000 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Ahmann-Hager-Arena.

Nach über 60 Minuten verwandelten Bergmann und Harms erst ihren zehnten Matchball. „Das hat echt Nerven gekostet, aber wir haben immer an uns geglaubt, obwohl wir am Ende stehend k.o. waren“, sagt Bergmann. Die Sektdusche bei der Siegerehrung war, nachdem zuvor der Schweiß in Strömen floss, eine willkommene Abkühlung für beide.

Die Enttäuschung über das zuvor verlorene Halbfinale gegen die späteren Deutschen Meister Tim Holler und Clemens Wickler hatten Bergmann/Harms da schon längst verdaut. „Wenn wir topfit gewesen wären, hätten wir vielleicht eine Chance gehabt. Aber nach der langen, kräftezehrenden Saison war nicht mehr möglich“, sagt Bergmann, der mit Harms Zweiter der deutschen Teamrangliste ist. Mit 1362 Punkten. Damit hatte nach der Seuchen-Saison im Vorjahr, als Bergmann aufgrund einer Knieverletzung monatelang ausfiel, wohl niemand gerechnet. Während sich andere Beachvolleyball-Teams direkt nach der Deutschen Meisterschaft in den Urlaub verabschiedeten, geht es für Bergmann/Harms nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause direkt weiter nach Frankreich.

Bereits am Donnerstag startet das Duo des TC Hameln in Montpellier beim ersten Turnier der World Tour 2018 in die neue Saison. Bergmann/Harms sind in der Qualifikation an eins gesetzt: „Unser Ziel ist es, dass Hauptfeld zu erreichen und dann in der K.-o.-Runde so weit wie möglich zu kommen.“ Viel Zeit, den leeren Akku aufzuladen, haben Bergmann und Harms nicht. Sie fahren mit dem Auto an die französische Mittelmeerküste und sitzen immer abwechselnd am Lenkrad. Im Gegensatz zu Fußball-Profis verdienen die beiden Beachvolleyballer, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, keine Millionen, sondern müssen mit ein paar Euro über die Runden kommen. Im Gegensatz zu den Beachvolleyball-Nationalteams bekommen Bergmann und Harms keinerlei finanzielle Unterstützung mehr von der Sporthilfe oder dem deutschen Volleyball-Verband: „Wir finanzieren alles mithilfe von Sponsoren- und Preisgeldern“, sagt Bergmann. Reich wird man davon zwar nicht, aber es geht dem Duo auch nicht ums Geld, sondern den sportlichen Erfolg. „Unser Traum ist, bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio dabei zu sein“, sagt Bergmann. Und den will der 26-Jährige zusammen mit Yannick Harms verwirklichen. „Wir wollen auch in den nächsten Jahren zusammen spielen. Es passt einfach zwischen uns – sowohl sportlich als auch menschlich.“

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