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Als ehemalige Spielerin kennt Denise Becher die Wehwehchen der VfL-Handballer ganz genau

Bei ihr sind die Jungs in guten Händen

Handball. Wenn sich ein Spieler des VfL Hameln verletzt am Boden krümmt, steigt auch bei Denise Becher der Adrenalinspiegel. Gleichzeitig ist sie es aber auch, die die Ruhe bewahren und den Überblick behalten muss. „Es ist immer ein bisschen Angst mit dabei, dass etwas Schlimmeres passiert ist. Aber glücklicherweise sind wir in den letzten Monaten von ernsthaften Sachen verschont geblieben“, gibt die Physiotherapeutin, die sich jetzt in der dritten Saison um die Oberliga-Handballer kümmert, Einblick in ihr Gefühlsleben.

veröffentlicht am 20.07.2010 um 18:23 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:46 Uhr

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Es heißt aber auch schnell zu sein. Nach dem Zeichen des Schiedsrichters flitzt Denise Becher aufs Parkett, ein erster prüfender Blick auf die Blessur und dann wird die Eisbox geöffnet. „Eis ist meistens das erste Mittel, damit die Verletzung gekühlt wird und es erst gar nicht zu einer Schwellung kommt“, berichtet die 27-Jährige. Die weitere Versorgung erfolgt nachfolgend aus dem silbernen Medizinkoffer. In der „Mini-Apotheke“ befindet sich so ziemlich alles, was zur Erstversorgung benötigt wird: Verbandsmaterial, Salben, Tapeverbände, Pflaster, homöopathische Arnikakügelchen, Schmerztabletten, japanisches Heilpflanzenöl, Traubenzucker (darauf schwört besonders Trainer Hajo Wulff) und noch vieles mehr.

Jetzt in der Vorbereitungsphase ist für Denise Becher im wahrsten Sinne des Wortes Hochsaison. Ihr Aufgabengebiet umreisst sie kurz und knapp: „Ich muss die Spieler fit bekommen und fit halten. Gerade jetzt ist auch die Prophylaxe sehr wichtig, damit es erst gar nicht zu schwereren Verletzungen kommt. Deshalb mache ich auch viel im Bereich Koordination und Stabilisation.“ Durch Tests, deren Ergebnisse in die Trainingsarbeit einfließen, werden Defizite der Spieler aufgezeigt.

Jetzt ist die gebürtige Ludwigsburgerin nahezu bei jedem Training dabei. Wenn die Spielzeit beginnt, bedeutet es für die Blondine Rückkehr zur Normalität. „Dann bin ich eigentlich nur noch bei einer Übungseinheit in der Woche dabei, um mich um die Spezialfälle zu kümmern. Und was vor den Spielen abläuft, ist ohnehin Alltagsgeschäft. Massagen, Tapes anlegen, das Übliche eben“, schmunzelt Denise Becher und knetet Heiko Heemann nebenbei die Beinmuskulatur. Die Betreuung der Handballer ist für die Schwäbin „ein schönes Hobby“. Und eine Gelegenheit, ihrem Sport treu zu bleiben.

20 Jahre war sie als Kreisläuferin selbst am Ball, erst bei ihrem Heimatverein TSG Oßweil, nach dem Umzug ins Weserbergland dann noch für die HSG Stemmer/Friedewalde. Nach dem Aufstieg der HSG aus der Regionalliga in die zweite Liga beendete sie aus beruflichen Gründen ihre Handballerkarriere. „Dass ich mal selbst gespielt habe, ist schon ein Vorteil. Da kenne ich die Wehwehchen der Spieler ganz genau“, lächelt die Physiotherapeutin und fühlt sich bei „meinen Jungs“ pudelwohl. „Denise ist fachlich einfach super und für uns enorm wichtig. Sie hilft bei der Früherkennung von muskulären Problemen, wenn gerade jetzt in der Vorbereitung die Belastung sehr hoch ist. Sie entscheidet, ob ein Spieler weitertrainieren kann oder besser eine Pause angesagt ist. Und wenn tatsächlich mal jemand verletzt ist, koordiniert sie die Behandlung, macht Termine bei Ärzten und so weiter“, lobt Trainer Hajo Wulff. „Sie ist ein Glücksfall für unsere Mannschaft.“ Das sieht auch das Team so, das Denise nicht missen möchte: „Also, das ist ja auch ’ne ganz Liebe. Wir haben sie sehr gerne in unserer Mitte, haben volles Vertrauen zu ihr und fühlen uns bei ihr auch total in guten Händen“, gibt Sven Hylmar stellvertretend für seine Mitspieler zu Protokoll.



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