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Sikora trotz 14 Jahren Wettkampfpause wieder dick im Geschäft / Wechsel von 96 nach Bad Münder

„Basti Fantasti“ lässt die bunten Kugeln tanzen

Von Rolf Henning Schnell

veröffentlicht am 25.05.2010 um 16:20 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:41 Uhr

Billard. „Ich habe gar nicht gewusst, dass 14 Jahre Wettkampfpause so spurlos an einem vorbeigehen können“, wundert sich Bastian Sikora. Erst im September letzten Jahres nahm er erstmals wieder ein Queue in die Hand und ließ die bunten Kugeln tanzen. Auf Anhieb mit Erfolg. Seinen bisher größten sportlichen Triumph feierte der 34-Jährige 1996 noch im Trikot des 1. Hamelner Billardvereins, als er sich den deutschen Juniorenmeistertitel im Poolbillard holte.

Doch dann zwangen ihn hartnäckige Knieprobleme dazu, dem geliebten Billard ade zu sagen. „Doch das Feuer, das diese Sportart in einem entfacht, erlischt nie“, fand „Basti Fantasti“, wie er liebevoll genannt wird, den Weg aber wieder zurück. Und so begann der Sohn der Preußen-Torwartlegende Jürgen Sikora im September vergangenen Jahres wieder mit dem Training. Allerdings nicht in Hameln. Weil hier kein Verein mehr existierte, schloss er sich Hannover 96 an und spielte dort auf Anhieb gleich in der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga Ost. Wohlgemerkt an Nummer eins.

Dabei legte er gleich eine so tolle Serie hin, dass er in der Abschlussbilanz zu den besten drei Spielern der gesamten Staffel gehörte, was ihm sogar einen Einsatz in der 1. Bundesliga bescherte. Dort spielt die erste Mannschaft von 96. Allerdings reicht oft ein überragender Spieler nicht aus, um den Klassenerhalt zu sichern. So ist die Mannschaft trotz der Künste von Bastian Sikora aus der vierten Liga abgestiegen. Und da die Zukunft des Quartetts wegen mangelnder Sponsoren ungewiss ist, will der „Meister der bunten Kugeln“ aller Voraussicht nach in der neuen Saison zum Klassengefährten Deister Süntel Bad Münder wechseln, der als Tabellendritter die Verbandsliga halten konnte. Dort hat er sich bereits bei der Renovierung der Räume nützlich gemacht.

Nur wenn das hannoversche Bundesliga-Team ihm ein gutes Angebot macht, könnte sein Wechsel an den Deister noch platzen. Sikora: „Diese Option lasse ich mir noch offen, habe aber wenig Hoffnung, dass sie eintritt.“

Gute Chancen rechnet sich der Medienberater aber auch als Einzelkämpfer aus. Nachdem er sich durch Siege bei den Kreis- und Bezirksmeisterschaften im Neuner- und Zehnerball (zwei von ihm bevorzugte Varianten des Poolbillard) gleich zweimal für die Landesmeisterschaften qualifizieren konnte, hofft er, dort auch das Ticket für die DM im August in Bissendorf lösen zu können. „Ich fühle mich so stark, dass ich dieses Ziel erreichen kann.“

Um weiter in Form zu bleiben, hat Sikora über Pfingsten bei Turnieren in Wolfsburg und Berlin die Kugeln schon einmal kräftig rollen lassen.



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