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„Aufhören, warum?“

HAMELN. Reiner Glatz ist bei Handballern des VfL Hameln als Betreuer schon seit fast 30 Jahren dabei. Heute stellen wir ihn vor.

veröffentlicht am 22.09.2017 um 16:59 Uhr
aktualisiert am 22.09.2017 um 18:30 Uhr

Reiner Glatz, der Kultbetreuer des Handball-Oberligisten VfL Hameln hat alles fest im Griff und in seiner Sporttasche. Foto: nls
Klaus Frye

Autor

Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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„Aufhören, warum?“ Diese Frage stellt sich für Reiner Glatz, das Urgestein auf der Bank des VfL Hameln, überhaupt nicht. Seit fast 30 Jahren ist der inzwischen 64-Jährige als Betreuer bei den Handballern schon dabei.

Angefangen hat alles einmal, als Filius Oliver mit sieben Jahren die Freude am Handballspiel entdeckte. Und seitdem sind Vater und Sohn mit zahlreichen VfL-Teams durch dick und dünn gegangen. So richtig ins Rollen kam die Zusammenarbeit nach dem Rückzug aus der Bundesliga in die 3. Liga. Da nahm Reiner Glatz, der auch viele Jahre als erfolgreicher Sportkegler aktiv war und nie eine ruhige Kugel schob, das Zepter des Betreuers bei der Ersten fest in beide Hände. Bälle, Trikots, Hütchen, Spielberichtsbogen – all diese „kleinen Dinge“ rund um ein Spiel waren nun stets seine Sache.

„Die Jahre in der 3. Liga waren die schönste Zeit“, erinnert er sich. „Da hat man den Osten mal richtig kennengelernt.“ Mit Trainern wie Hans-Werner Meyer, Peter Eddelbüttel oder Hajo Wulf an seiner Seite. „Bei den weiten Touren ging es oft hoch her. Egal, ob Sieg oder Niederlage, so manche Raststätte wurde angefahren.“ Unvergessen eine Rückfahrt aus Staßfurt – Reiner Glatz schüttelt heute noch den Kopf: „Da stellte der Busfahrer in Helmstedt fest, dass ein Rad nur noch an einem Bolzen hing.“ Mächtig gezittert, aber alles ging gut.

Sportlich haben sich die VfLer und ihr „Mann auf der Bank“ längst in der klassentieferen Oberliga eingerichtet. Doch selbst der Abstieg war für Glatz kein Grund aufzuhören. Wohl auch, weil ihm der Handball in all den Jahren tolle Facetten geboten hat. Ein Highlight erlebte der Speditionsleiter, der in zehn Monaten in den wohlverdienten Ruhestand gehen wird, in der Saison 1998/99. Als die A-Jugend des VfL mit Sohn Oliver, Gordon Wahl und Florian Backhaus Niedersachsenmeister wurde und im Kampf um die Norddeutsche erst am SC Magdeburg scheiterte. Gänsehaut pur – heute noch!

Wenn er im Sommer 2018 tatsächlich die Freizeit eines Rentners genießen kann, ist für ihn die Liaison mit den VfL-Handballern bestimmt noch nicht beendet. „Meine Frau Doris fragt mich zwar manchmal, wann Schluss ist, aber daran habe ich noch gar nicht gedacht“, gibt der längst zum Kultbetreuer aufgestiegene Glatz zu. „Solange es Spaß macht, bin ich dabei. Und noch macht es mir viel Spaß.“

Information

VfL Hameln – SG Börde Handball (Samstag, 19.15 Uhr)

Die Ausgangslage: Der VfL Hameln ist in der Handball-Oberliga noch sieglos. Dementsprechend wächst der Druck des Gewinnenmüssens. Nach dem 1:5-Fehlstart ist der VfL zurzeit Zwölfter. Im Keller-Duell gegen Börde ist laut Trainer Frank Huchzermeier schon fast Pflicht, denn die punktgleiche SG steht aufgrund des besseren Torverhältnisses direkt vor dem VfL: „Daher ist unser Ziel klar: Wir müssen zwei Pluspunkte mitnehmen“, so Huchzermeier.

Wer spielt, wer fällt aus?Wieder mit dabei sind Daniel und Sebastian Maczka sowie André Brodhage, die zuletzt fehlten. Dafür gibt es schlechte Nachrichten von Jannik Henke. Der 25 Jahre alte Spielmacher zog sich bei seinem Kurz-Comeback in Rosdorf einen Muskelfaserriss zu und fällt voraussichtlich drei bis vier Wochen aus. Unklar ist aktuell noch, was Andreas Gödecke hat. Beim heutigen Heimspiel wird Hamelns Abwehrchef aber auf jeden Fall fehlen. Dafür meldet sich Kapitän Torben Höltje nach langer Verletzungspause wieder zurück. Auch Torjäger Jannis Pille trainiert nach seinem Daumenbruch schon wieder. Aufgrund der Verletzungsmisere des VfL gehört

Johannes Evert jetzt fest zum Oberliga-Kader.

Wie stark ist der Gegner?Den bisher einzigen Punkt hat die SG zu Hause geholt – beim 34:34 gegen Schaumburg-Nord. Ein Augenmerk sollte die VfL-Abwehr auf den starken Torjäger Simon Ratzke legen. aro

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