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Judo: Nicolas Kunze startet für Deutschland bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen

Auf geht’s nach Baku

AERZEN. Es ist der größte Erfolg seiner noch jungen Judo-Karriere: Nicolas Kunze wurde vom Deutsche Judo-Bund (DJB) erstmals für die Europäischen Olympischen Jugendspiele (20. bis 28. Juli) in Baku nominiert. Wir stellen das 17 Jahre alte Judotalent des MTSV Aerzen vor.

veröffentlicht am 13.06.2019 um 14:43 Uhr

Hat seinen Gegner fest im Griff: Nicolas Kunze (links) vom MTSV Aerzen. Foto: Thomas wenzel/Sportfotos 24
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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Nicolas Kunze weiß, wie er seine Gegner aufs Kreuz legt. Der 17 Jahre alte Schwarzgurtträger des MTSV Aerzen ist Judoka und zählt in seiner Alters- und Gewichtsklasse (U18 bis 60 Kilogramm) sogar zu den besten in Deutschland. „Mein bisher größter Erfolg war 2019 der Gewinn der Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft in Leipzig.“ Beim stark besetzten internationalen Judo-Masters in Bremen mit 800 Athleten aus über 20 Nationen gewann Nicolas Kunze zwar keine Medaille, war aber als Fünfter in seiner Klasse bester Deutscher. Dort hinterließ der Aerzener offenbar einen so starken Eindruck, dass ihn Bundestrainer Bruno Tsafack für die Europäischen Olympischen Jugendspiele (EYOF) in Baku nominiert hat.

In der am Kaspischen Meer gelegenen Hauptstadt Aserbaidschans werden vom 20. bis 28. Juli etwa 4000 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren aus 50 Nationen in zehn Sportarten um Medaillen kämpfen. Einer davon Nicolas Kunze, der im Rahmen des internationalen Trainingscamps, das jährlich im Anschluss an den Europacup in Berlin stattfindet, von seiner Berufung in den Kader des DJB (Deutscher Judo-Bund) erfahren hat. Überraschend kam die Nachricht für ihn aber nicht: „Ich hatte schon ein bisschen mit einer Nominierung gerechnet, trotzdem habe ich mich riesig gefreut. Das ist schon sehr cool, dass ich mit nach Baku reisen darf. Ich bin gespannt, was mich dort erwartet“, so Kunze. „Mein Ziel ist es, eine Medaille für mein Heimatland zu gewinnen, aber das wollen meine Gegner bestimmt auch alle. Das wird auf jeden Fall schwer, aber ich freue mich auf die Herausforderung.“

Schon mit der Teilnahme an der Europameisterschaft im vergangenen Jahr in Sarajevo (Bosnien-Herzegowina), bei der Nicolas Kunze mit dem deutschen Mixed-Team Siebter wurde, „ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen, aber die Europäischen Olympischen Jugendspiele sind noch einmal eine ganz andere Liga und viel, viel größer“. Seit 1991 findet das EYOF im Zwei-Jahres-Rhythmus statt. Wie bei den Olympischen Spielen brennt für die Dauer des Festivals eine Flamme und es gibt eine große Eröffnungs- und Schlusszeremonie, bei der auch der Aerzener unbedingt dabei sein will: „So etwas erlebt man vielleicht nur einmal im Leben – wenn überhaupt.“ Die Teilnahme am EYOF soll bei den Jugendlichen auch den Traum wecken, einmal bei Olympischen Spielen zu starten. Davon träumt auch Nicolas Kunze: „Mein Ziel ist es, irgendwann einmal bei den Olympischen Spielen für Deutschland zu starten. Dafür trainiere ich fast jeden Tag zwei Stunden.“ Gemeinsam mit seinem Zwilligsbruder Sebastian, der ebenfalls ein talentierter Judoka ist, und Aaron Dieckhoff, der wie die Kunze-Brüder für den MTSV Aerzen startet, fährt Nicolas viermal pro Woche extra nach Hannover, um dort am Olympiastützpunkt zu trainieren: „Ich bin extrem ehrgeizig. Von nichts kommt nichts. Wenn man erfolgreich sein will, muss man Prioritäten setzen. Wenn sich meine Freunde treffen, muss ich in den sauen Apfel beißen und zum Training.“ Neben der Schule und Judo bleibt für den Teenager kaum Zeit für andere Hobbys. „Wenn ich mal ein freies Wochenende habe, dann treffe ich mich mit Freunden – zum Beispiel zum Grillen“, sagt Kunze, der die 11. Klasse der Elisabeth-Selbert-Schule besucht. Sein großes Vorbild ist der Japaner Shohei Ono, der als ehemaliger Olympiasieger und zweimaliger Weltmeister im Leichtgewicht zu den besten Judokas der Welt zählt. Sein zweites Vorbild ist Dimitri Peters, der 2012 in London für Deutschland Olympia-Bronze holte: „Ihn kenne ich ganz gut, weil er selbst auch am Olympiastützpunkt in Hannover trainiert. Von ihm bekomme ich ab und zu auch Tipps, wie ich mich noch verbessern kann.“



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