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Fußball: 96-Keeper Kilian Neufeld hütet bei der U18-Nationalmannschaft das Tor

Auf den Spuren von Manuel Neuer

HAMELN. Sieben Jahre spielte Kilian Neufeld für den TSV Klein Berkel, bevor er nach einem kurzen Intermezzo in Bad Pyrmont zu Hannover 96 wechselte, um Fußball-Profi zu werden. Inzwischen gehört der 17-Jährige zum Kader der deutschen U18-Nationalmannschaft, für die er im Dezember 2017 sein Länderspiel-Debüt feierte.

veröffentlicht am 01.02.2018 um 00:00 Uhr

Im DFB-Trikot: 96-Keeper Kilian Neufeld feierte sein Debüt in der U18-Nationalmannschaft. Foto: privat
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Mit gerade einmal 17 Jahren hat Kilian Neufeld das geschafft, wovon viele andere Fußballtalente nur träumen. Der Hamelner, der für die A-Junioren von Bundesligist Hannover 96 spielt und in seiner Altersklasse (Jahrgang 2000) zu den hoffnungsvollsten Torwart-Talenten in Deutschland zählt, ist Junioren-Nationalspieler.

Im vergangenen November gehörte der Bayern-Fan („Mein Vorbild ist Manuel Neuer“) beim U18-Länderspiel gegen Italien erstmals zum DFB-Kader. Einen Monat später feierte Neufeld am 14. Dezember gegen Israel sein Länderspiel-Debüt im Trikot der deutschen Junioren-Nationalmannschaft – und spielte direkt zu Null (0:0). Das war der krönende Abschluss des erfolgreichsten Jahres seiner noch jungen Fußball-Karriere und für ihn persönlich „das absolute Highlight. Ich hätte niemals gedacht, dass auf einmal alles so schnell geht“. Ehrgeiz, Talent und Trainingsfleiß machen es möglich…

Bevor ich Profi werde, möchte ich erst einmal einen vernünftigen Schulabschluss machen.

Kilian Neufeld, Torwart-Talent aus Hameln

Dass der Schüler der Hamelner Handelslehranstalt einmal das Tor hüten wird, war zu Beginn seiner Fußball-Karriere, die beim TSV Klein Berkel begann, nicht klar: „Ich habe in der Abwehr und im Mittelfeld gespielt. Im Tor habe ich mich anfangs überhaupt nicht gesehen“, lacht Neufeld. „Mein Trainer hat dann irgendwann gesagt, dass ich mal ins Tor gehen soll. Ich habe jeden Schuss gehalten. Ich sollte zum nächsten Training Handschuhe mitbringen – von da an war ich Torwart.“ Sieben Jahre spielte Neufeld für Klein Berkel, bevor er nach einem kurzen Intermezzo in Bad Pyrmont zu Hannover 96 wechselte.

Vor seinem Wechsel zu den „Roten“ ist er ein Jahr lang mehrmals pro Woche zum Probetraining nach Hannover gefahren. Der Zeitaufwand war so extrem, dass neben der Schule für andere Hobbys außer Fußball keine Zeit mehr blieb. „Das hat mich damals nicht gestört und heute tut es das auch nicht. Ich will immer spielen. Fußball bedeutet alles für mich.“ Als das Angebot von 96 kam, musste Neufeld nicht lange überlegen, ob er es annimmt: „Wenn so ein Verein anklopft, machst du dir nicht groß Gedanken. Da willst du einfach hin.“

Sich bei 96 einen Stammplatz zu erkämpfen, war aufgrund der starken Konkurrenz auf der Torhüterposition ein hartes Stück Arbeit, erinnert sich Neufeld. Er habe etwa eineinhalb Jahre gebraucht, um mit dem anderen Torhüter auf Augenhöhe zu sein. Als sein direkter Konkurrent zum VfL Wolfsburg wechselte, war Neufeld die Nummer eins im 96-Tor. Für ihn war das aber kein Grund, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen: „Ich wollte mich nur noch mehr beweisen.“

Denn Neufeld hat einen Traum: „Ich will Fußball-Profi werden!“ Und dafür nimmt er einige Opfer in Kauf. Wenn seine Freunde am Wochenende ihre Freizeit genießen, reist Neufeld mit seinen Mannschaftskameraden quer durchs Land – seien es Bundesliga-Partien, Turniere oder Auswahllehrgänge. Während seine Klassenkameraden nach der Schule ihre Freizeit genießen können, pendelt der 96-Torwart nach Hannover zum Training. „Bevor ich Profi werde, möchte ich erst einmal einen vernünftigen Schulabschluss machen, um auch gegen Rückschläge gewappnet zu sein. Der Fokus liegt aber klar auf Fußball“, sagt der Schüler der Handelslehranstalt, der als Fußballer ein grandioses Jahr 2017 erlebte. Als die B-Junioren von Hannover 96 im Mai den NFV-Pokal (Conti-Cup) gewannen, war Neufeld der Matchwinner. Er hielt schon während des Spiels stark, lief im anschließenden Elfmeterschießen zur absoluten Höchstform auf und parierte drei Elfmeter. „Das habe ich noch nie geschafft“, staunt Neufeld selbst über seine Leistung. Im vergangenen Oktober nahm er mit der NFV-Auswahl an einem DFB-Sichtungsturnier in Duisburg teil und belegte mit seinem Team den zweiten Platz. Grund genug für die Scouts, Neufeld dank seiner guten Leistungen zum DFB-Lehrgang einzuladen. Dort hinterließ er offenbar einen so guten Eindruck, dass er ins Trainingslager der deutschen U18-Nationalmannschaft auf Zypern eingeladen wurde – der Anfang seiner Karriere im DFB-Dress. aro/awa

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