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40 Jahre Kreisliga: Rekord für die Ewigkeit – Dominik Trotz trifft mit erstem Ballkontakt vom Mittelpunkt aus

Anstoß, Tor!

Mensch, wie die Zeit vergeht. Die Fußball-Kreisliga feiert 2019 ihren 40. Geburtstag. Die Sportredaktion der Dewezet hat im Archiv gestöbert und die Höhepunkte der Erfolgsstory Kreisliga noch einmal herausgefiltert.
Heute lesen Sie im fünften Teil der Serie, wer das schnellste Kreisliga-Tor aller Zeiten schoss.

veröffentlicht am 04.03.2019 um 09:49 Uhr

Das wohl schnellste erste Saisontor aller Zeiten fiel am 22. August 1999: Am ersten Kreisliga-Spieltag traf damals Preußen Hamelns Torjäger Roland Giehr beim 9:0-Sieg in Thal nach wenigen Sekunden.
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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Der Ball schlug ein wie ein Blitz: Anstoß, Tor! „Das war der Wahnsinn“, kann Dominik Trotz selbst heute, fast fünf Monate später, sein Glück immer noch nicht fassen. Es war der 12. Oktober 2018, als Eimbeckhausens Torjäger mit seinem Blitztor vom Mittelpunkt gegen den FC Preussen 07 einen Rekord für die Ewigkeit aufstellte. Der Anpfiff von Schiedsrichter Alexander Neumann (Lauenstein) war noch nicht verstummt, da stand es schon 1:0 für den VfB. Einige Zuschauer, die um 19 Uhr nicht pünktlich zum Anpfiff da waren, haben verpasst, wie an diesem Freitagabend in Eimbeckhausen ein Kapitel Kreisliga-Geschichte geschrieben wurde. Für Eimbeckhausens Trainer Michael Wehmann, der als Stürmer in seiner langen Fußball-Karriere selbst Tore am Fließband geschossen hat, war es ein „sensationelles Traumtor“ von Trotz. Und das hatte wirklich Seltenheitswert. Es war nicht nur das Rekordtor in der 40-jährigen Kreisliga-Geschichte, sondern auch weltweit eines der schnellsten Tore überhaupt. Denn noch schneller geht es eigentlich nicht mehr. Dominik Trotz ist bei der Kreisliga-Partie etwas gelungen, was selbst in der Bundesliga oder Champions League noch kein Fußball-Profi geschafft hat.

Beim Anstoß hat der 27-Jährige direkt, also mit dem ersten Ballkontakt, ein Tor erzielt. Aus 50 Metern! Unglaublich, aber wahr. „Es hat maximal fünf Sekunden gedauert, bis der Ball im Torwinkel einschlug. Ein unglaubliches Ding“, erinnert sich Augenzeuge Henner E. Kerl, der einer der wenigen Zuschauer auf dem Sportplatz in Eimbeckhausen war.

Preussen-Keeper Benjamin Kobert, der von dem Torschuss von Trotz beim Anstoß völlig überrascht wurde, hatte keine Chance. „Ich habe gesehen, dass er sehr weit vorm Tor steht. Da habe ich einfach mal direkt draufgehalten“, erinnert sich Trotz an seinen fulminanten Glücksschuss.
„So ein geiles Tor schießt man, wenn überhaupt, wohl nur einmal im Leben.“ Übrigens: Ohne die Änderung der Fußball-Regel 8 („Beginn und Fortsetzung des Spiels“) zur Saison 2016/17 wäre das Rekordtor von Trotz gar nicht möglich gewesen, denn früher war ein Anstoß-Tor nicht erlaubt. Was bestimmt nicht alle Fußballer wissen: Inzwischen kann aus einem Anstoß direkt ein Tor erzielt werden, aber kein Eigentor (dann Eckstoß).

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Im Eiltempo traf 2014 auch Lauensteins Niklas Kähler. Beim 5:1-Sieg in Klein Berkel benötigte er genau zwöf Sekunden für seinen ersten Torjubel und erzielte in nur 21 Minuten einen lupenreinen Hattrick. Für einen Dreierpack brauchte Markus Nickel am letzten Spieltag der Saison 2009/2010 sogar nur fünf Minuten. Bei einem der höchsten Siege in der Vereinsgeschichte von Eintracht Afferde (16:1 gegen Absteiger Preußen Hameln 07 II) erzielte Nickel insgesamt fünf Tore, die letzten drei davon zwischen der 74. und 79. Minute.

Das wohl schnellste erste Saisontor aller Zeiten fiel am 22. August 1999, denn gleich am ersten Kreisliga-Spieltag traf Preußen Hamelns ehemaliger Torjäger Roland Giehr beim 9:0-Sieg in Thal bereits nach wenigen Sekunden. Es sollen zwölf oder 14 gewesen sein. Das weiß wohl niemand so genau. An seinen Sonntagsschuss erinnert sich der inzwischen 63 Jahre alte Sportredakteur der Dewezet noch heute. Unmittelbar nach dem Anstoß versenkte Giehr nach einer Flanke von Marc Pusch den Ball volley im Netz. Und das, obwohl Thals damaliger Trainer Klaus Wellhausen einen seiner Vereteidiger kurz vor dem Anpfiff noch eingebläut hatte, dass er den ehemaligen Drittliga-Torjäger nicht aus den Augen lassen sollte. „Wer ist das denn überhaupt?“, soll der Verteidiger, der Giehr offenbar nicht persönlich kannte, damals seinen Trainer gefragt haben, als er auf den Platz ging. Richtig zugehört hatte er aber wohl nicht. Nach dem Blitztor von Giehr, der damals 44 und viele Jahre einer der ältesten Kreisliga-Spieler war, soll Wellhausen seinen leidgeprüften Kicker noch einmal wachgerüttelt haben: „Jetzt weißte Bescheid, das isser!“ Half aber trotzdem nichts. Giehr traf für die Preußen, die damals so gut wie pleite waren und deshalb aus der Niedersachsenliga abgestiegen waren, insgesamt dreimal. Aufsteiger Rot-Weiß Thal hatte bei der 0:9-Heimpleite vor der Rekordkulisse von angeblich über 500 Zuschauern keine Chance. Blitztore in der ersten Spielminute gab es in der Kreisliga-Geschichte en masse – viele schlummern wohl für immer und ewig im historischen Dewezet-Archiv.
Wer die Schießbunde und wer der beste Absteiger aller Zeiten war, lesen Sie in der nächsten Folge.



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