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Fußball: Tünderns Kapitän Tim Piontek meldet sich nach langer Verletzungspause wieder zurück

„Alles tut weh“

TÜNDERN. Diagnose: Schambeinentzündung. Über fünf Monate war Tünderns Kapitän Tim Piontek verletzt. Zwischenzeitlich drohte sogar das Hinrunden-Aus. Doch bei seinem 90-Minuten-Comeback in Arnum meldete sich der 32-Jährige am Dienstag zurück – früher als erwartet.

veröffentlicht am 20.09.2018 um 00:00 Uhr

Nach langer Verletzungspause wieder am Ball: Tünderns Kapitän Tim Piontek. Foto: nls
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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„Ich bin über Nacht gefühlt zehn Jahre älter geworden. Mir tut alles weh.“ Trotzdem hatte Tünderns Kapitän Tim Piontek am Mittwochvormittag richtig gute Laute. Über fünf Monate fiel Piontek aufgrund einer Schambeinentzündung verletzt aus, am Dienstagabend war er endlich wieder am Ball. Bei Tünderns schwer erkämpftem 1:0-Arbeitssieg im Fußball-Bezirkspokal gegen Arnum feierte Tünderns Kapitän als Innenverteidiger sein Startelf-Comeback – und spielte 90 Minuten durch. Damit hatte im Juli noch niemand gerechnet – auch Piontek nicht.

Der 32-Jährige, der seit der 1:3-Niederlage in Pattensen am 8. April kein Spiel mehr gemacht hatte, ging damals noch davon aus, dass im schlimmsten Fall sogar die komplette Hinrunde für ihn gelaufen ist: „Bei einer Schambeinentzündung weiß man ja nie, wie lange man ausfällt. Bei Robin Tegtmeyer hat es ein Jahr gedauert, bis er wieder Fußball spielen konnte. Mein Ziel war es eigentlich, dass ich zur Rückrunde wieder fit bin.“

Ich bin über Nacht gefühlt zehn Jahre älter geworden.

Tim Piontek, Kapitän HSC BW Schwalbe Tündern

Dank Hagens Coach Philipp Gasde, der Piontek einen Physiotherapeuten in Bückeburg empfohlen hat, ging es dann doch schneller: „Ich bin zweimal pro Woche nach Bückeburg gefahren, um mich behandeln zu lassen“ – mit Erfolg. Von Tag zu Tag wurde es besser – und irgendwann waren die Schmerzen weg. Die Ursache der Verletzung war laut Piontek ein Hüftschiefstand und eine Überbelastung der unteren Bauchmuskulatur. „Es ist echt peinlich, wenn ich erzähle, wobei das passiert ist“ – beim Wurzelausgraben im Garten. Durch seinen Bürojob bei einer Versicherung sei er die anstrenge körperliche Gartenarbeit wohl nicht mehr gewöhnt, vermutet Piontek. Doch die Probleme bekam er mit Hilfe des Physiotherapeuten, der ihm auch einige Kräftigungs- und Stabilisationsübungen gezeigt habe, die er nun täglich zu Hause machen soll, wieder in den Griff.

Um Schritt für Schritt wieder fit zu werden, begann Piontek vor einigen Wochem mit leichtem Lauftraining und meldete sich vor ein paar Tagen im Mannschaftstraining zurück. „Wenn man so lange kein Fußball gespielt hat, merkt man schon, dass die Knochen ein bisschen eingerostet sind. Immerhin bin ich mit 32 Jahren auch nicht mehr der Jüngste.“ Doch nach drei Trainingseinheiten fühlte sich Piontek wieder einsatzbereit und gab grünes Licht für sein Comeback. Die lange Verletzungspause war für ihn „echt hart, weil ich meiner Mannschaft auf dem Platz nicht helfen konnte. Gerade als es nicht so gut lief – wie in der Rückrunde der vergangenen Saison. Da hat es beim Zuschauen schon gejuckt“. Nach Tünderns gutem Saisonstart in der Landesliga spürte Piontek keinen Zeitdruck mehr, schnellstmöglich wieder fit werden zu müssen: „Es lief ja auch ohne mich ganz gut.“ Mit 13 Punkten und 16:4 Toren ist Tündern nach sieben Landesliga-Spieltagen Tabellenvierter und steht im Viertelfinale des Bezirkspokals.

Karriere-Ende ist für Piontek noch kein Thema

Ob Piontek nach seinem 90-Minuten-Comeback in Arnum auch am Samstag (16 Uhr) im Heimspiel gegen Sulingen in Startelf steht, „weiß ich nicht. Das entscheidet der Trainer (Siegfried Motzner; d. Red.)“, so Piontek. „Ich habe kein Problem damit, wenn ich ab und zu mal auf der Bank sitze. Die eine oder andere Pause tut mir bestimmt ganz gut.“ An ein Karriere-Ende denkt Tünderns Kapitän aber noch nicht: „Solange mein Körper mitmacht, spiele ich weiter. Bis auf die Schambeinentzündung war ich zum Glück nicht schwer verletzt und bin mit fast 33 noch relativ fit.“ Dass Tünderns Trainer Siegfried Motzner peu à peu den Generationswechsel einleitet und junge Spieler in den Landesliga-Kader integriert und in die Startelf einbaut, ist laut Piontek der richtige Weg: „Wir haben einige junge Talente, die ein Riesenpotenzial haben, sich aber erst an das Tempo und die Zweikampfhärte in der Landesliga gewöhnen müssen. Das geht nur mit Spielpraxis.“ In Arnum standen mit Grischa Kowalski, Julius Hey und Jonas Kraus gleich drei A-Jugendliche in Tünderns Startelf, die laut Piontek „ein super Spiel gemacht haben“.



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