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Umfrage: Das sagen die heimischen Handballer zu Deutschlands WM-Chancen

Alles ist möglich

HAMELN. Alles ist möglich: Das sagen die heimischen Handballer zu Deutschlands WM-Chancen.

veröffentlicht am 10.01.2019 um 00:00 Uhr

Mit den Fans im Rücken: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft beim öffentlichen Training in Berlin. Foto: Soeren Stache/dpa

Autor:

Lilly Griese
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Donnsterstag startet die Handball-WM – und ganz Deutschland diskutiert: Wer wird Weltmeister? Titelverteidiger Frankreich, Europameister Spanien, Co-Gastgeber Dänemark, Norwegen, Kroatien, Schweden oder Deutschland? Für Ex-Bundestrainer Heiner Brand, der uns 2007 bei der letzten Heim-WM zum Titel geführt hat, gibt es keinen klaren Favoriten. Wir haben uns vor dem WM-Eröffnungsspiel gegen Korea in der heimischen Handball-Szene umgehört und Spieler und Trainer gefragt, welche Chancen Deutschland hat.


Saskia Parpart (MTV Rohrsen): „Aus der misslungenen EM 2018 hat man sicherlich gelernt. Das Team weiß, wo seine Stärken liegen und muss diese richtig einsetzen. Aus einer stabilen Abwehr heraus können die Deutschen viel Tempo nach vorne machen. Ich denke, dass wir eine gute Mannschaft haben, die weit kommen kann. Allerdings darf die Gruppenphase nicht unterschätzt werden. Hier warten mit Frankreich und Russland bereits starke Gegner.“


Marion Hartmann-Kretschmer (Volunteer bei der Handball-WM): „Als Volunteer bin ich während der Gruppenphase live in München und verfolge die dort ausgeführten Spiele. Obwohl viele gute Spieler dabei sind, ist der deutsche Kader für mich nicht zu 100 Prozent nachvollziehbar. In den beiden Testspielen waren außerdem noch viele einfache Fehler zu erkennen. Die starken Mannschaften werden solche Kleinigkeiten sofort ausnutzen. Die Deutschen werden es also schwer haben. Mein Top-Favorit auf den Titel sind sie nicht.“

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Lisa Huch (HO Handball): „Deutschland ist eine Turniermannschaft und war es auch in den letzten Jahren schon. Sie werden sich von Spiel zu Spiel steigern. Die Nominierung von Franz Semper hat mich überrascht. Christian Prokop kennt sein Team aber und weiß, in welchen Konstellationen sie am besten spielen können und welche Spieler er wann einsetzen muss. Ich sehe das deutsche Team am Ende der WM unter den ersten vier, Favorit auf den Titel sind sie für mich aber nicht.“


Frank-Michael Wahl (Rekordnationalspieler und Olympiasieger 1980 mit der DDR): „Ich werde das Spiel Deutschland gegen Russland vor Ort in Berlin verfolgen und die WM-Euphorie mit nach Hause nehmen. Für die Mannschaft ist alles möglich, wenn sie sich als starke Einheit präsentiert. In der Gruppenphase muss man versuchen, Selbstvertrauen zu tanken. An guten Tagen können die Deutschen sicher auch Topteams wie Dänemark oder Spanien schlagen, dafür muss aber alles klappen. 2007 war man auch nicht der Top-Favorit. Durch die große Unterstützung der Fans ist das Team aber über sich hinausgewachsen und konnte schließlich den Titel holen.“


Danilo Loncovic (Hamelner Handball-Urgestein): „Ich sehe als Risiko, dass Christian Prokop keine Macht über die Mannschaft hat. Er hat sich zu Nominierungen gezwungen gefühlt. Die Deutschen müssen als geschlossenes Team auftreten. Wenn jeder Spieler seine Leistung abruft, hat Deutschland genug Qualität, um etwas zu erreichen. Mit den Zuschauern im Rücken und dem Vorteil der Heim-WM zählen sie für mich neben Dänemark, Kroatien oder Spanien automatisch zu den Favoriten. Der Titel wird unter den europäischen Mannschaften ausgemacht.“


Roland Schwörer (Trainer TSG Emmerthal): „Die größte Stärke des deutschen Kaders ist mit Sicherheit die Abwehr. Wenn hier ordentlich gearbeitet wird, können über das Tempospiel schnelle Tore erzielt werden. Tobias Reichmann ist anfangs zwar nicht dabei, Christian Prokop kann den Kader aber im Verlaufe des Turniers noch verändern und wird einen Spieler nachnominieren. Hier stehen ihm viele Möglichkeiten zur Verfügung. Das WM-Halbfinale ist für Deutschland sicherlich machbar. Entwickelt sich im Turnierverlauf eine gewisse Eigendynamik, sind auch das Finale und der Titelgewinn nicht undenkbar.“


Jannik Henke (VfL Hameln): „Auf der Rechtsaußenposition nur einen Spieler zu haben, sehe ich nicht als Problem. Zur Not kann Christian Prokop ja immer noch Spieler nachnominieren. Auch dass er Kai Häfner nicht mitnimmt, ist für mich nachvollziehbar, da er mit Steffen Weinhold einen ähnlichen Spielertypen dabei hat. Wenn die Nationalmannschaft ihr Optimum erreicht, ist im Zusammenspiel mit der großen Motivation, die die zahlreichen Fans vor Ort bringen, bestimmt einiges möglich. Denn für mich gibt es keinen klaren Favoriten.“


Carina Wolf (MTV Rohrsen): „Die deutsche Mannschaft hat auf jeden Fall eine starke Abwehr. Für mich fehlt Kai Häfner im rechten Rückraum. Er ist ein sehr starker Spieler, der dem Team mit Sicherheit weitergeholfen hätte. In den Testspielen hatte ich das Gefühl, dass der Kader noch nicht richtig eingespielt ist. Viele Abläufe wirkten noch unharmonisch. Ich denke, dass es für die Deutschen eine schwere Aufgabe wird und vielleicht auch schon vor dem Halbfinale Schluss ist.“



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