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Bisperodes Coach Werner Brennecke nimmt Bezirksliga-Aus mit Galgenhumor

Abstieg ist kein Drama

Bisperode. Für Werner Bren-necke war es eine kurze Nacht. Nachdem am Dienstagabend der Bezirksliga-Abstieg des TSV Bisperode durch die 2:3-Niederlage in Stadtoldendorf besiegelt war, saß der Trainer mit einigen Spielern bei Teammanager Thilo Becker, der wie Brennecke in Kirchbrak wohnt, noch bis drei Uhr morgens in der Küche. Es wurde das eine oder andere Bierchen getrunken, Tiefkühlpizza gegessen und sich der Frust von der Seele geredet.

veröffentlicht am 11.06.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Vor der Saison hatte wohl niemand erwartet, dass der TSV Bisperode in die Kreisliga absteigt. Brennecke auch nicht. Bis zum Schluss hat er fest an den Klassenerhalt geglaubt: „Wir schaffen das!“ Doch am Ende reichte es nicht.

Als Schiedsrichter Marc Gareis die Partie am Dienstagabend um 21.13 Uhr abpfiff, saß im ersten Augenblick bei den Bisperodern der Frust tief. Während die Stadtoldendorfer jubelnd über den Platz liefen und mit einer Laola-Welle ihren Aufstieg feierten, saßen die Bisperoder mit hängenden Köpfen auf dem Kunstrasen. Die Enttäuschung war ihnen ins Gesicht geschrieben. Sie konnten kaum fassen, was gerade passiert war. „Es gibt viele Gründe, warum wir abgestiegen sind“, sagt Brennecke.

Einer davon ist die eklatante Abwehrschwäche, „die sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison zog. Wir kassieren einfach zu viele Gegentore“, sagt Brennecke, der vor Saisonbeginn seiner Mannschaft eine Verjüngungskur verordnet hatte. Die ist zwar mit vielen hoffnungsvollen Talenten gespickt, aber im Abstiegskampf fehlte Brennecke ein Spielertyp wie es Peter Kaminski war, bevor er seine Fußball-Karriere beendete: „Mit Peter Kaminski wären wir nicht abgestiegen. Dann würden wir nächste Saison noch in der Bezirksliga spielen“, ist sich Brennecke sicher. Ihn eins zu eins zu ersetzen, sei nicht möglich. Denn so einen Führungsspieler – wie es in der Vergangenheit Kaminski, Sascha Weiner und Heiko Schröer waren – könne man nicht aus dem Hut zaubern.

Werner Brennecke awa

Auch Bisperodes bester Torjäger Abbas Jaber „hat uns in den Relegationsspielen an allen Ecken und Kanten gefehlt. Gerade im Spiel nach vorne“, sagt Brennecke. Jaber fehlte, weil er vom NFV-Bezirkssportgericht nachträglich gesperrt wurde, weil er angeblich am 11. April im Heimspiel gegen Lamspringe einen Gegenspieler angespuckt haben soll, wie einige Spieler der Gäste-Mannschaft behauptet hätten. Ob das wirklich so war, bezweifelt Bren- necke, „denn auch die Schiedsrichterin und ihre Assistenten haben nichts gesehen. Wir wurden von dem Urteil überrascht. Damit hatten wir nicht gerechnet“. Das Thema ist abgehakt. Und auch der Abstieg ist fürBisperodes Coach kein Drama. Der 63-Jährige, der im Winter seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hat, nimmt’s mit Galgenhumor. Durch die Rückkehr in die Kreisliga habe er auf der Zielgeraden seiner Trainerkarriere noch die Chance, mit dem TSV Bisperode Meister zu werden, den Kreispokal zu gewinnen und den Titel beim Dewezet-Supercup zu verteidigen. „Ich könnte in der nächsten Saison das schaffen, was Bayern-Coach Pep Guardiola nicht geschafft hat. Das Triple zu holen“, scherzt Brennecke. Denn sein großer Wunsch sei, noch einmal mit dem Trecker durch Bisperode zu fahren. Wie zuletzt bei der feuchtfröhlichen Aufstiegsparty im Jahr 2013. „Das war so schön damals. Das möchte ich unbedingt noch einmal erleben.“ Da er aber mit 63 Jahren nicht mehr der Jüngste sei und als Trainer bald in den Ruhestand gehen will, „muss ich Gas geben“.



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