weather-image
23°

Hilligsfelder Schiedsrichter beendet seine Karriere nach 29 Jahren und 900 Spielen / Weiterhin Tutor beim Nachwuchs

Abpfiff – Roman Klodnyckyj hängt die Pfeife an den Nagel

Fußball (ro/rhs). Abpfiff – Schiedsrichter Roman Klodnyckyj vom TB Hilligsfeld hängt seine Pfeife an den berühmten Nagel. Auch die oft gezückte Gelbe und Rote Karte wird künftig nicht mehr gebraucht. Gestern Abend beendete der Referee offiziell seine 29-jährige Karriere mit der Leitung des Bezirksliga-Relegationsspiels SV Nienstädt gegen SV Arnum.

veröffentlicht am 02.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 09:21 Uhr

270_008_4113804_sp209_0306.jpg

Der krönende Abschluss blieb dem 45-jährigen Hamelner Rechtsanwalt allerdings versagt. Aus „Neutralitätsgründen“ wurde er für das anstehende Bezirkspokal-Finale am Samstag zwischen der SSG Halvestorf und Linden 07 nicht nominiert.

In Krähenwinkel kommt sogar die Polizei

Aber auch so kann Klodnyckyj auf eine ereignisreiche – und manchmal eben auch gefährliche Laufbahn zurückblicken. Stets auf Ballhöhe, leitete er seine über 900 Partien zwar mit dem nötigen Fingerspitzengefühl, scheute sich aber auch nicht, konsequent durchzugreifen.

Wie seinerzeit im November 1992 beim Bezirksoberligaspiel zwischen dem TSV Krähenwinkel und Damla Genc Hannover, als er gleich viermal Rot zücken musste. Es folgten Tumulte, und Klodnyckyj („Das war eine ganz heiße Kiste“) entkam nur ganz knapp mithilfe einer Polizeieskorte den ihm angedrohten Schlägen. Derartige Abenteuer bildeten aber eher die Ausnahme bei seinen Einsätzen auf Bezirks- und Kreisebene. Zum „Mann in Schwarz“ wurde er eigentlich eher zufällig. 1980 beschloss der damals 16-jährige Verteidiger der B-Jugend von Preußen 07, die Trainerlaufbahn einzuschlagen. Dazu notwendig war allerdings auch ein Schiedsrichterlehrgang. Mit Folgen: Der damalige Lehrwart und heutige Kreisfußball-Chef Andreas Wittrock weihte ihn in das Regelwerk ein und erkannte dabei schon früh sein Talent. Fortan ging alles sehr schnell. 1984 pfiff er schon im Bezirk, stieg 1987 in den Verband auf, wo er an der Seite von Wittrock (Aerzen), Detlef Feuerhake (Springe) und Thomas Rüdiger (Bad Salzdetfurth) hauptsächlich in der Amateur-Oberliga als Assistent an den Linie wirkte.

In kurioser Erinnerung geblieben ist Roman Klodnyckyj vor allem das Aufstiegsspiel zur Oberliga Nord zwischen dem Bremer SV und dem Heider SV, das Andreas Wittrock leitete. Beim Stand von 2:0 für die Platzherren kam ein Bremer Offizieller zu ihm an die Seitenlinie und sagte: „Ihr seid zum Essen bei unserer Aufstiegsparty eingeladen.“ Doch die Begegnung endete noch 2:2, und Klodnyckyj hat bis heute nichts mehr von dem Funktionär gehört. Schon bei der Anreise war der Hebel der Autoheizung abgebrochen. „Bei 35 Grad Außentemperatur und ständig voll aufgedrehter Heizung kamen wir natürlich völlig verschwitzt in Bremen an und mussten schon vor dem Anpfiff duschen“, erinnert sich der 45-Jährige mit einem leichten Schmunzeln.

Traineramt bei den E-Junioren von 07

Nebenbei leitete er auch Freundschaftsspiele mit internationaler Beteiligung, wie Panathinaikos Athen gegen die Stadtauswahl Barsinghausen oder Zalgiris Wilna gegen Tündern. 1991 kehrte er dann den höchsten Amateurklassen den Rücken und pfiff vorrangig wieder auf Bezirksebene.

„Ich werde aber nicht ganz aus dem Rampenlicht verschwinden, sondern mich weiterhin jungen Schiedsrichtern als Tutor zur Verfügung stellen“, blickt der Jurist nun voraus. Daneben will er sich auch verstärkt seinem zweiten großen Hobby, dem Langstreckenlauf, widmen. Außerdem trainiert er weiterhin die E-Junioren von Preußen Hameln 07. Dort beim einstigen Verbandsligisten sammelte er schon früh ausreichende Erfahrungen als Co-Trainer von Reinhard Wasner, Günter Blume und Franz Genschick.

Die Gelbe Karte wird künftig nicht mehr gebraucht: Schiedsrichter Roman Klodnyckyj vom TB Hilligsfeld beendet seine langjährige Karriere.

Foto: rhs



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?