weather-image
12°
Kein Trainingslager im Süden: Leichtathleten des VfL Hameln trotzen dem nasskalten Schmuddelwetter

Ab in die Sonne? Von wegen!

HAMELN. Ab in die Sonne? Von wegen! Die Leichtathleten des VfL Hameln machen in den Osterferien kein Trainingslager in Spanien oder Portugal. Sie trotzen dem nasskalten Schmuddelwetter im heimischen Weserbergland-Stadion.

veröffentlicht am 28.03.2018 um 17:13 Uhr

Trainingslager im Stadion: VfL-Trainer Anton Ruscheinsky (rechts, mit Maren Fasold) mit seinen Nachwuchs-Leichtathleten. Foto: mha

Autor:

Matthias Abromeit
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Osterferien sind bei den Leichtathleten traditionell die Zeit der Trainingslager. Spanien oder Portugal, wo es im Frühling schon schön warm ist und die Sonne scheint, sind beliebte Ziele. Andere wie Landestrainerin Astrid Fredebold-Onnen zieht es dagegen nicht ganz so weit weg. Nur bis nach Juist. Und was macht der VfL Hameln? Auch VfL-Trainer Anton Ruscheinsky lädt zum Trainingslager – ins Hamelner Weserbergland-Stadion.

Strand, Sonne, Wärme – das vermissen die zehn Mädchen und vier Jungen des VfL trotz des nasskalten Schmuddelwetters nicht. Morgens um 10 ist Beginn, dann tanzen sie nach Ruscheinskys Pfeife. Mittagessen gibt es in den Katakomben des Stadions, nach kurzer Ruhephase geht es wieder auf die Bahn. Nur zum Schlafen geht es nach Hause – bis der nächste Trainingstaag beginnt. „Wir hätten das hier auch gemacht, wenn noch Schnee gelegen hätte. Dann wäre die erste Trainingseinheit eben das Schneefegen gewesen“, scherzt der Coach.

„Das ist total anders. Echt befreiend. Ich kann mich hier voll auf das Training konzentrieren. Ich vermisse nichts“, versichert Felix Markardt. Der 17-Jährige, seit sieben Jahren Athlet beim VfL, hatte sich extra für dieses Trainingslager vier Tage Urlaub bei seinem Job als Energie- und Anlagen-Techniker genommen. Andere, die noch zur Schule gehen, haben es einfacher. Talent Nicole Zang aber nicht. Die W13-Schülerin hatte sich im Januar einen Meniskusriss zugezogen und muss pausieren. Zum Trainingslager kommt sie trotzdem. „Sport ist ein Muss für mich, total wichtig. Ich kann im Moment aber nur werfen“, sagt Zang, greift sich eine Diskusscheibe und übt schon mal mit dem bisher noch unbekannten Wurfgerät. „In meiner Altersklasse haben wir eigentlich nur Kugelstoß und Speerwurf.“ Nur kurz verschwindet sie, lässt sich von ihrer Mutter Antje zur Krankengymnastik chauffieren, um auch am Nachmittag wieder im Stadion zu sein.

Seine Schützlinge hat Ruscheinsky immer im Blick – nicht nur bei den Übungen. „Los, steht mal auf und macht euch lebendig“, ruft er über den Platz, als in einer Pause die Kinder sich allzu lange auf der Tartanbahn lümmeln. Nicht zum Gängeln, „die müssen doch warm bleiben“. Und wenn jemand nicht hört, kommt Ruscheinskys Vergangenheit als Ausbilder bei der Bundeswehr durch. Die Reaktionszeit, dann doch aufzustehen, ist fast kürzer als später bei Starts aus dem Startblock. „Eine gewisse Autorität habe ich ja“, schmunzelt Ruscheinsky. Doch er kann auch anders. „Die Kinder kommen zu ihm, weil es ihnen Spaß macht“, sagt Mutter Antje Zang. Der ist allen anzumerken. Ob Jan Behrens, der in diesem Winter schon einen großen Leistungssprung gemacht hat, oder Tristan Schneiders, der auch Turner und Ruderer ist und seine frühere Liebe zur Leichtathletik neu entdeckt hat: „Ich konnte das als Kind schon sehr gut. Jetzt macht es wieder Spaß.“

Nach dreieinhalb Tagen mit viel Training, viel Spaß und auch Kennenlernen von Yoga und Ernährungsberatung fand das Trainingslager sein Ende – mit einem Grillen im Kreise der Athleten und auch der Eltern.

„Auch die Eltern müssen wir ins Boot holen. Und auch das geht nur in Hameln“, sagt Ruscheinsky. Einen Effekt hat das Trainingslager vor der Haustür auf jeden Fall gehabt. „Es sollte auch das Gemeinschaftsgefühl stärken“, meint Maren Fasold, die bei Ruscheinsky Co-Trainerin werden soll. Und diese Rechnung ging voll und ganz auf – auch ohne eine Reise in den sonnigen Süden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt