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Was macht eigentlich … ? Hamelns Ex-Torhüter Wieland Schmidt

„Über den VfL bin ich immer im Bilde“

Was macht eigentlich … ? Unter diesem Titel startet die Sportredaktion heute eine neue Serie. Und präsentiert bei der Premiere mit Wieland Schmidt gleich eine Torwart-Legende aus der großen Hamelner Handball-Zeit.

veröffentlicht am 12.05.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

Klaus Frye

Autor

Sportreporter zur Autorenseite

In Leipzig, wo der gebürtige Magdeburger vor drei Jahren mit seiner Ehefrau Michaela heimisch geworden ist, fühlt sich der DDR-Olympiasieger von Moskau 1980 als Vorruheständler längst wohl. In Sachen Handball gilt Wieland Schmidt in Sachsens Metropole eher als Unruheständler. Als Co- und Torwarttrainer ist er Woche für Woche mit den Handballerinnen des Bundesligisten HC Leipzig unterwegs. Selbst eine Herz-Operation warf den 276-fachen Nationalspieler nicht aus der Bahn. Seit Jahren trägt er einen Herzschrittmacher. Völlig problemlos.

In einem Café nahe der berühmten Leipziger Mädler-Passage kam Wieland Schmidt ins Plaudern. Natürlich über seine Zeit in der Rattenfänger-stadt. „Hameln, die Ausbildung beim BHW und der VfL waren beruflich und sportlich drei ganz wichtige Module in meinem Leben“, schwärmt der inzwischen 61-Jährige ehemalige Weltklasse-Torhüter in höchsten Tönen. „Hameln war nach der Wende genau der richtige Schritt.“ Dieter Teraske, der inzwischen verstorbene damalige VfL-Manager, hatte den Träger des Goldenen Vaterländischen Verdienstordens gleich nach der Wende an die Weser geholt. Als er am zweiten Weihnachtstag 1989 zum ersten Mal im VfL-Trikot auflief, platzte die Rattenfänger-Halle aus allen Nähten. „Das Spiel musste sogar mit 30 Minuten Verspätung angepfiffen werden. Alle wollten den neuen Torwart sehen“, erinnert sich Schmidt, als sei es gestern gewesen. „Und einen Tag später rückten der Spiegel und das ZDF-Mittagsmagazin bei mir in Hameln an.“ Der VfL spielte damals übrigens noch in der 2. Liga. Bis zum Ende der Bundesliga-Saison 1991/92 blieb „Willi“ an der Weser der absolute Publikumsliebling.

Den aktuellen sportlichen Weg des VfL Hameln verfolgt der Ex-Torhüter immer noch über Facebook: „Ich bin stets im Bilde und weiß, was da läuft.“ Persönliche Kontakte Richtung Weserbergland hat Schmidt aber schon lange nicht mehr. Nur mit Hendrik Gerster, dem ehemaligen dänischen Kreisläufer beim VfL, telefoniert er noch. „Der wohnt jetzt auf den Färöer-Inseln und hat mich auch schon mal eingeladen. Doch das ist mir dort zu kalt, da ist mir Mallorca schon angenehmer“, verriet Schmidt.

Hamelns ehemaliger Handball-Torhüter Wieland Schmidt fühlt sich seit drei Jahren in Leipzig wohl. kf

Und auch das jährlich ausgetragene Traditionsspiel mit dem DDR-Goldteam von 1980 findet seit 2013 nicht mehr statt. „Von den Spielern hat inzwischen fast jeder sein Zipperlein“, musste dessen ehemaliger Torhüter feststellen. Selbst sein Hamelner Mitstreiter Frank-Michael „Potti“ Wahl kommt, wie Schmidt bedauert, „nicht mehr richtig aus dem Quark“. Dafür trifft sich die Torwart-Legende jetzt in seiner Stammkneipe mit bekannten Leipziger Größen, wie Lokomotives ehemaligen Fußball-Nationalspieler Joachim Fritsche oder Schauspieler Dieter Bellmann („In aller Freundschaft“) gern mal auf ein Bierchen.

Liebe Leser, schicken Sie uns Ihre Vorschläge für unsere neue Serie „Was macht eigentlich … ?“ an sport@dewezet.de



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