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Start bei Blitz und Donner

40 Jahre Fußball-Kreisliga: Wie alles begann

Mensch, wie die Zeit vergeht. Die Fußball-Kreisliga feiert in diesem Sommer schon ihren 40. Geburtstag. Ein Oberhaus mit Kultstatus und einer überaus lebendigen Historie an Anekdoten, Skandalen, Rekorden und einfach tollen sportlichen Erinnerungen. Es ist viel passiert in vier Jahrzehnten auf den Plätzen und deshalb gibt es auch viel zu erzählen. Die Sportredaktion der Dewezet hat deshalb ganz tief in ihr Archiv gegriffen und die Höhepunkte der Erfolgsstory Kreisliga noch einmal herausgefiltert. Die werden nun in loser Reihenfolge als Serie präsentiert. Heute lesen Sie, wie alles begann.

veröffentlicht am 16.02.2019 um 06:00 Uhr

SC BW Schwalbe Tündern – der erste Meister der Fußball-Kreisliga Hameln-Pyrmont. Foto: G. Mensing (Archiv)
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Die Topliga der Region entpuppte sich von Beginn an als echter Kracher und keinesfalls als eine graue Maus. Und nicht nur deshalb hat der 2. September 1979 in den Annalen des Kreisfußballverbandes einen besonderen Platz eingenommen. Als der Bezirk Hannover 1979 seine Spielklassenreform durchgesetzt hatte, hoben die Verantwortlichen mit dem damaligen Vorsitzenden Carl Budde an der Spitze auch die Kreisliga Hameln-Pyrmont aus der Taufe. 16 Mannschaften kämpften damals um Tore, Punkte, Meisterschaft. Als Favoriten wurden im Premierenjahr neben dem SC BW Schwalbe Tündern und MTV Friesen Bakede mit dem TB Hilligsfeld gleich ein Aufsteiger in den Kreis der Titelanwärter einbezogen. Mit TuS Hessisch Oldendorf II, SW Löwensen, TSV Bisperode, TuS Rohden, SF Amelgatzen, MTV Lauenstein, Preußen Hameln 07 III, SpVgg. Bad Pyrmont II, HSC Hameln und dem VfB Hemeringen trafen sich zehn weitere alte Bekannte der gerade erst abgelaufenen Saison 1978/79 wieder. Dazu meldeten mit dem TSC Fischbeck, SC Börry und SC Diedersen drei weitere Neulinge Ansprüche in der neuen Liga an. Aus den Gefilden des Kreises hatten sich mit dem TSV Groß Berkel, Eintracht Afferde und WTW Wallensen die drei Spitzenteams der Saison 78/79 als Aufsteiger in die Bezirksklasse verabschiedet.

Der Showdown findet erst am 30. Spieltag statt

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Das Gewühl vor dem Tor überstand Tünderns Abwehr im Spitzenspiel bei Friesen Bakede in dieser Szene schadlos. Foto: G. Mensing (Archiv)

Am ersten Sonntag im September war dann endlich angerichtet. Die Spieler brannten nach der langen Sommerpause förmlich darauf, die neue Ära der heimischen Fußball-Historie einzuläuten. Aber auch die Fans, die sich damals auf fast alle Plätzen noch in Scharen tummelten, freuten sich auf das neue sportliche Produkt Kreisliga. Doch als der Vorhang dafür aufgezogen werden sollte, spielte weder ein treffsicherer Stürmer noch ein überragender Torwart die Hauptrolle. Die übernahm erst einmal der Wettergott. Mit Blitz, Donner und sintflutartigen Regengüssen sorgte er für einen Start mit Hindernissen. Der HSC Hameln und Auftaktgegner Bad Pyrmont II liefen auf der Kampfbahn gar nicht erst auf. Die Spiele MTV Lauenstein gegen SC Diedersen und MTV Friesen Bakede gegen TB Hilligsfeld endeten mit einem frühzeitigen Spielabbruch.

Der passte dem Turnerbund aber überhaupt nicht in den Kram. Der neue Trainer Bernd Sonnemann hatte seine Kicker extra in einem dreitägigen Trainingslager auf die erste Saison in der neuen Eliteklasse vorbereitet. Die Turner wollten es als Aufsteiger in der Liga richtig krachen lassen. Das klappte aber erst in der Rückserie, als das Team um Torjäger Winfried Bartelt, der sich mit 26 „Buden“ auf Rang zwei der Torjägerliste schoss, zwischenzeitlich sogar an die Tabellenspitze stürmte. Und bis zum großen „Showdown“ am 30. Spieltag sogar vom Meistertitel und Aufstieg träumen durfte. Aber nur bis zum Halbzeitpfiff. Dann setzten die Schwalben aus Tündern gegen Bad Pyrmont II zum Höhenflug an und eroberten mit einem 2:0-Sieg den begehrten Platz an der Sonne zurück. „Ein würdiger Meister“, lobte der damalige Presse-Obmann Gert Mensing. „Die Mannschaft hatte einfach zu viele gute Spieler.“ Zwei davon wirbelten die Abwehrreihen der Gegner besonders kräftig durcheinander – Urloff Vorpahl und Gerd Kabisch.

Der Torschützenkönig heißt „Semmel“ Simon

Den Grundstein legten die von Peter Schneider gecoachten Tünderaner an einem grauen Novembertag in Bakede. Die Friesen mit ihrer Trainer-Legende Hermann Werhahn hatten sich mit 18:0 Punkten an der Tabellenspitze festgesetzt und mit dem zehnten Sieg in Folge wohl auch ein Ausrufezeichen setzen können. Doch ausgerechnet im „Spiel der Spiele“ geriet bei den Nordkreis-Kickern der Turbo vor mehr als 400 Zuschauern ins Stottern. Das gefährliche Angriffstrio mit Wolfgang Hansch, Reinhard Kraus und Manfred Malitzki wurde komplett kaltgestellt.

Blau-Weiß dominierte, gewann deutlich mit 4:1 – und machte damit einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft. „In der Zeit haben wir 23 Spiele in Folge nicht verloren“, hat Erfolgscoach Schneider den Höhenflug seiner Schwalben auch 40 Jahre später noch immer präsent. „Der Sieg in Bakede war eminent wichtig. Wenn wir da verloren hätten, wäre der Zug für uns wohl schon frühzeitig abgefahren.“ Doch am Ende war alles gut. Die Tünderaner holten sich einen Titel für die Ewigkeit, stiegen in den Bezirk auf und wurden in der Kreisliga nie wieder gesehen. Der Torschützenkönig der Kreisliga kam im ersten Jahr aber weder aus Tündern noch aus Hilligsfeld oder Bakede. Der hieß Andreas „Semmel“ Simon, stürmte für SW Löwensen und „semmelte“ die Lederkugel 29-mal ins gegnerische Tor. Deshalb mischten die Schwarz-Weißen um Trainer Walter Kreye wohl auch bis zum vorletzten Spieltag in Sachen Meisterschaft kräftig mit. Verspielten dann aber mit einem 0:2 gegen Tündern und einem 2:3 in Bakede alle Chancen.

Trainer Rolf Weber wirft als Erster das Handtuch

Natürlich kamen im ersten Jahr auch zwei Vereine nicht um den Abstieg herum. Für den TSV Bisperode, der sich später mal als „Dino der Liga“ entpuppen sollte, und Aufsteiger SC Diedersen – beim Kreismeister von 1975/76 waren die Leistungsträger wohl in die Jahre gekommen – hatte die Saison 1979/80 nicht viel Gutes zu bieten. Zwei Geschichten aus der „Rubrik Statistik“ sollten nicht unter den Teppich gekehrt werden. So ging die SpVgg. Preußen Hameln 07 III mit Spielertrainer Friedel Flentje dank eines 4:0 beim Aufsteiger SC Börry als erster Tabellenführer in die Kreisliga-Geschichte ein. Und als beim MTV Lauenstein zwei Spieler seinen Anordnungen nicht folgten, war es Rolf „Macker“ Weber, der als erster Trainer das Handtuch warf – schon vor dem dritten Spieltag...

Als Fortsetzung folgt: „Die Stuckenberg-Bande“



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