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Vor dem Saisonstart der beiden Hameln-Pyrmonter Volleyballteams: Robert Nitschke und Horst Dristram im Interview

Würden Sie für einen Tag die Frauen tauschen?

Volleyball. Früher waren sie beim VfL Hameln und später bei den „Wildcats“ ein erfolgreiches Trainer-Duo, doch dann trennten sich die Wege von Robert Nitschke und Horst Dristram. Während Nitschke die Frauen der VSG Hameln trainiert, coacht Dristram den MTV Bad Pyrmont. In der neuen Saison treffen die beiden Trainer erstmals wieder mit ihren Teams in der Verbandsliga direkt aufeinander.

veröffentlicht am 07.10.2010 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 17.01.2017 um 16:07 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Sie starten mit Ihren Teams am Samstag jeweils mit einem Heimspieltag in die neue Saison. Worauf freuen Sie sich als Trainer am meisten?

Robert Nitschke: Ich will zusammen mit meiner Mannschaft Spaß haben, den Klassenerhalt frühzeitig sichern, die selbsternannten Favoriten ärgern – und meine letzte Saison als Trainer in Hameln genießen.

Horst Dristram: Ich freue mich auf die Momente, wenn meine Spielerinnen das, was wir im Training geübt haben, erfolgreich im Spiel umsetzen.

Wer gehört zu den Favoriten, wer zu den Abstiegskandidaten?

Dristram: Ich kenne weder Favoriten noch Abstiegskandidaten, aber wir wollen am Ende der Saison oben stehen.

Nitschke: Das ist schwer zu sagen. Anscheinend ist die Liga deutlich schwächer als vergangene Saison, weil die mit Abstand beiden besten Teams in die Oberliga aufgestiegen sind. Und die vier Aufsteiger sind – bis auf den MTV Pyrmont – wohl eher nicht so stark besetzt. Der Oberliga-Absteiger MTV Bodenburg, die GfL Hannover, VSG Bodenstedt und Pyrmont sollten am Ende obenstehen. Der TKW Nienburg wird es sehr schwer haben, die Klasse zu halten. Der Rest ist offen und hängt von der Tagesform ab.

Worauf wird es in der Verbandsliga ankommen, um bestehen zu können?

Nitschke: Wenig Fehler zu machen, als Team geschlossen aufzutreten und zum richtigen Zeitpunkt die entscheidenden Punkte zu machen. Uns fehlte in der vergangenen Saison dieses Glück. Durch die Verletzung von Anna Pekker haben wir genau zum falschen Zeitpunkt die wichtigen Spiele verloren, um am Ende ganz vorne zu landen. Das darf uns diesmal nicht passieren.

Dristram: Wir dürfen nicht wie ein Liga-Neuling antreten, sondern müssen als starke Mannschaft auftreten.

Wie schätzen Sie Ihren Lokalrivalen ein?

Dristram: Wer zur Mannschaft des Jahres gewählt wurde, muss ja gut sein.

Nitschke: Pyrmont ist eine starke Mannschaft mit großem Potenzial. Die Mädels können sich nur selbst schlagen. Wenn sie auch noch das Lachen lernen, dann können sie die Verbandsliga ganz gut aufmischen.

Und wie schätzen Sie Ihr eigenes Team ein?

Dristram: Wir haben eine junge und entwicklungsfähige Mannschaft, die durchaus die Chance hat, aufzusteigen.

Nitschke: Wir müssen einen großen Umbruch verkraften. Mit Karen Baumgart, Anna Pekker und Tina Eickstädt stehen uns drei Stammspielerinnen in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung. Janina Dehne, Melanie Gäßler, Mara Siepenkort und Leonie Grothues müssen dementsprechend mehr Verantwortung übernehmen. Und unsere alten Hasen wie Ina Laeger, Tanja Baumgart und Saskia Bode müssen an ihre guten Vorjahresleistungen anknüpfen, denn sonst wird es schwer, die Liga zu halten.

Gibt es bei der VSG Hameln Neuzugänge?

Nitschke: Mit Saskia Schmalz haben wir eine ehemalige Spielerin des TC Hameln, die zuletzt in Giesen in der Bezirksliga gespielt hat, dazubekommen. Unser Nesthäkchen Annika Junker ist aus der zweiten Kreisliga-Mannschaft in den Kader aufgerückt.

Wenn Pyrmont am Ende vor der VSG liegt, …

Dristram: …dann wäre das für mich nur wichtig, wenn wir dadurch aufsteigen.

Nitschke: …dann ist Pyrmont eben besser. Aber der MTV muss uns erst einmal schlagen.

Welche Spielerin hat in Ihrer Mannschaft in der vergangenen Saison den größten Sprung gemacht?

Dristram: Die 15-jährige Sophie Bente.

Nitschke: Den größten Sprung haben unsere jüngeren Spielerinnen gemacht. Leonie Grothues, Mara Siepenkort und Melina Hahn haben den Anschluss geschafft und können sich zu tragenden Säulen entwickeln.

Warum würden Sie gerne mit Ihrem Trainerkollegen für einen Tag tauschen?

Dristram: Würde ich nicht.

Nitschke: Ich glaube nicht, dass meine Mannschaft mit einem Tausch einverstanden wäre.

Wäre eine Kooperation zwischen beiden Klubs wünschenswert?

Nitschke: Nicht wirklich. Auch wenn wir eine VSG sind, führen Spielgemeinschaften nur dazu, dass letztendlich weniger Mannschaften melden. Viele Beispiele der jüngsten Vergangenheit haben dies deutlich gezeigt. Spielgemeinschaften sind kein Zukunftsprojekt. Wenn man wirklich was bewegen will, muss es in unserem Kreis viele Vereine mit guter Jugendarbeit geben, denn sonst ist irgendwann der Einäugige unter den Blinden der König.

Dristram: Nein. Das ist für uns nicht notwendig. Der MTV ist ein Verein und hat durch das Kinder- und Jugendtraining eine erfolgreiche Struktur aufgebaut. Die VSG ist kein eigenständiger Verein und hat zurzeit nur eine interessante Damenmannschaft.

Wer gewinnt das Derby – Pyrmont oder die VSG?

Nitschke: Es gewinnt das an diesem Tag bessere Team. Und ich hoffe, dass wir das sein werden.

Dristram: Wir.

Zwei unterschiedliche Trainertypen: Robert Nitschke (VSG Hameln, links) und Horst Dristram (MTV Bad Pyrmont). Fotos: aro



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