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Weil immer weniger Mädchen und Jungen Volleyball spielen, macht sich Gudrun Gebbert Sorgen

„Nachwuchs fehlt!“ Jugendwartin schlägt Alarm

Volleyball. Die Jugendwartin der NVV-Region Weserbergland, Gudrun Gebbert, schlägt Alarm! Der Grund: Immer weniger Mädchen und Jungen spielen Volleyball. „Ich mache mir über die Zukunft unserer Sportart große Sorgen“, sagt Gebbert. Die Teilnahme an den Süd-Bezirksmeisterschaften der weiblichen C-Jugend in Afferde und F-Jugend in Bad Pyrmont war zuletzt erschreckend schwach. Aus den Kreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Hildesheim, die mangels Teams schon seit einiger Zeit keine eigenen Kreismeisterschaften mehr ausrichten, waren insgesamt jeweils nur vier Teams bei den Mädchen am Start. Bei den Jungs wurden in diesen Altersklassen die Titelkämpfe sogar komplett abgesagt. „So schlimm war es noch nie“, so Gebbert. Auch in den anderen Altersklassen, die an den kommenden Sonntagen ausgerichtet werden, hätten sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren weniger Jugendmannschaften angemeldet. Die Folge: Der sportliche Wert der Süd-Bezirksmeisterschaft ist, salopp formuliert, gleich null, weil sich beispielsweise bei der C- und F-Jugend von insgesamt vier teilnehmenden Teams sowieso drei für die Meisterschaft des Bezirks Hannover qualifizieren. Der männliche Nachwuchs ist in Hameln-Pyrmont schon seit Jahren nahezu ausgestorben. Nur bei Blau-Weiß Salzhemmendorf und beim TC Hameln gibt es noch einige wenige junge Volleyballer, die den Sprung in den Herrenbereich geschafft haben. Das war’s.

veröffentlicht am 14.09.2010 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 18.01.2017 um 09:22 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Jetzt setzt sich diese besorgniserregende Entwicklung offenbar auch beim weiblichen Nachwuchs fort. „Es gibt ja durchaus noch einige Vereine in der Region, in denen Volleyball gespielt wird. Warum die ihre Mannschaften nicht zu den Jugendmeisterschaften anmelden, ist mir ein Rätsel“, so Gebbert. Im Gegensatz zu den leistungsorientierten Wettkämpfen sei bei der Jugendspielrunde, die vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde, damit Mädchen und Jungen unter Wettkampfbedingungen die oft fehlende Spielpraxis sammeln können, die Beteiligung noch einigermaßen gut. Doch was den leistungsorientierten Sport angeht, sieht es düster aus.

Dass ausgerechnet der MTV Bad Pyrmont am vergangenen Sonntag sowohl bei der weiblichen C- als auch bei der F-Jugend ohne Satzverlust den Titel holte, ist keine Überraschung. Seitdem dort Coach Horst Dristram gemeinsam mit Martina Nöltker und Alexander Krüger vor einigen Jahren die Volleyballsparte aus dem Dornröschenschlaf geweckt haben, schreibt der MTV eine eindrucksvolle Erfolgsstory. Die vergangene Saison war die erfolgreichste in der Vereinsgeschichte. Die mit vielen eigenen Talenten gespickte erste Damenmannschaft holte erstmals in der Landesliga den Titel und stieg in die Verbandsliga auf. Und auch die „Zweite“ schaffte den Aufstieg in die Bezirksliga. Bemerkenswert ist auch die Liste der Erfolge bei der weiblichen Jugend. Als einziger Verein in Niedersachsen waren die jungen Pyrmonterinnen in allen Altersklassen bei den Landesmeisterschaften dabei, davon schafften vier MTV-Teams sogar den Sprung ins Halbfinale. Die weibliche D- und E-Jugend holten sogar Bronze. Der Verein erntet jetzt die Früchte seiner vorbildlichen Jugendarbeit in den vergangenen Jahren. „Wir sind für die Zukunft sehr gut aufgestellt“, sagt Dristram. Während bei vielen anderen Vereine im Kreisgebiet die erfolgsorientierte Nachwuchsförderung eher ein Schattendasein führt, sind die Erfolge beim MTV laut Dristram („Wir konzentrieren uns bei der Talentförderung auf Mädchen.“) kein Zufall. Der Erfolg ist geplant. Und nur möglich, weil das Trainer-Trio Hand in Hand arbeitet – mit Erfolg. Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß Dristram, wo beim Volleyball der Schuh drückt: „Es gibt einfach zu wenig Volleyball-Trainer. Deshalb gehe ich davon aus, dass sich die Jugendarbeit zukünftig auf einige wenige Vereine konzentrieren wird.“

Für eine gut strukturierte Jugendarbeit seien qualifizierte Übungsleiter und engagierte Betreuer nun einmal das A und O. Es sei zu beobachten, dass das Spielniveau auf Kreis- und Bezirksebene im Vergleich zu früher enorm gesunken sei. Im Gegensatz dazu sei die Qualität auf Landes- und Bundesebene gestiegen, weil die starken A- und B-Jugendteams sogar Bundesliga- und Regionalligaspier/-innen in ihren Reihen haben.

Die jüngsten Volleyballerinnen des MTV Bad Pyrmont stellten wieder einmal ihr Talent unter Beweis.

Foto: haje



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