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Der Hamelner Beachvolleyball-Profi Yannick Harms feiert in Lettland sein EM-Debüt

„Ich werde es genießen“

JURMALA. In Lettland spielen die Topteams der europäischen Beachvolleyball-Szene bei der Europameisterschaft um den Titel. Mit dabei ist auch der Yannick Harms vom TC Hameln, der für den verletzten Nationalspieler Lars Flüggen nachnominiert wurde. Der Hamelner feiert an der Seite von Markus Böckermann sein EM-Debüt.

veröffentlicht am 15.08.2017 um 17:12 Uhr

Yannick Harms (TC Hameln) Foto: Hoch Zwei
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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Yannick Harms ist zurzeit telefonisch schwer zu erreichen. Wer die Handynummer des Hamelner Beachvolleyball-Profis wählt, hört oft nur die Stimme der Mailbox: „Willkommen bei O2. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Signalton.“ Der 23 Jahre alte und 1,96 Meter große Beachvolleyballer ist im Reisestress. Direkt nach dem CEV Satellite-Turnier in Liechtenstein machte Harms zu Hause nur einen kurzen Zwischenstopp, um die Wäsche zu waschen. Viel Zeit, um die Koffer zu packen, hatte er nicht. Denn es ging direkt weiter nach Lettland.

Dort spielen die 32 Topteams der europäischen Beachvolleyball-Szene von Mittwoch bis Sonntag bei der mit 100 000 Euro dotierten Europameisterschaft um den Titel. Mit dabei ist völlig überraschend auch der Yannick Harms (23) vom TC Hameln. Allerdings nicht – wie sonst auf nationaler und internationaler Ebene – an der Seite von Philipp-Arne Bergmann (26). Durch das Saison-Aus von Beachvolleyball-Nationalspieler Lars Flüggen (27), der sich Anfang August bei der WM in Wien einen Meniskusriss zuzog, suchte Markus Böckermann kurzfristig einen Ersatz-Partner. Die Wahl des 31 Jahre alten Olympioniken vom Hamburger SV fiel auf Harms.

„Markus hat mich vor einer Woche angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, mit ihm die EM zu spielen“, sagt Harms, der ohne zu zögern gleich zugesagt hat. „Das ist für mich als Beachvolleyballer eine Riesen-Chance, die ich mir nicht entgehen lassen wollte.“ So feiert Harms schneller sein EM-Debüt für Deutschland, als er selbst damit gerechnet hätte. Eigentlich hatte er zusammen mit Bergmann einen Start beim Supercup in Hamburg geplant, wo die letzten Tickets für die Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand vergeben werden. Das Ticket haben Bergmann/Harms als Zweiter der deutschen Teamrangliste aber schon längst in der Tasche.

Statt nach Hamburg reiste Harms zur EM in den Ostsee-Badeort Jurmala, der etwa 10 Kilometer von der lettischen Hauptstadt Riga entfernt ist. Direkt nach der Ankunft hat er dort am Dienstagvormittag das erste Mal mit seinem neuen Beach-Partner trainiert. Und der erste Eindruck war positiv: „Markus macht es mir echt leicht. Dass es auf dem Feld noch einige Abstimmungsprobleme gibt, ist normal, weil wir vorher noch nicht zusammen gespielt haben. Aber es klappt schon ganz gut“, sagt Harms, der sich riesig auf seine EM-Premiere freut: „Ich werde es genießen und Spaß haben. Wir haben als Interimsduo keine großen Erwartungen und keinen Erfolgsdruck“, sagt Harms, der von Spiel zu Spiel denken will. Ein Ziel hat sich der 23-Jährige mit seinem neuen Partner gesetzt: „Wir wollen versuchen,, die K.-o.-Runde zu erreichen. Das wird aber nicht einfach, weil wir eine schwere Vorrundengruppe erwischt haben.“ Die ersten Gegner in der Gruppe D sind am Mittwoch (13 Uhr) Nico Beeler und Marco Krattiger. Der 24-jährige St. Galler und der 22-jährige Thurgauer spielen zwar erst seit dieser Saison zusammen, haben sich aber bereits als bestes Schweizer Team etabliert.

Um 19 Uhr geht es dann auf dem Centre Court gleich gegen ein absolutes Topteam: Janis Smedins, der bei den Olympischen Spielen 2012 in London mit Martins Plavins Bronze gewann, und Aleksandrs Samoilovs. Die beiden Letten zählen für Harms nicht nur aufgrund des Heimvorteils zu den Titelfavoriten: „Die sind echt stark und eines der besten Teams der Welt.“

Für Harms wird dieses Spiel gegen die Lokalmatadore bestimmt ein Gänsehautmoment, denn der Centre Court auf dem Majori Beach wird mit 3000 Zuschauern bestimmt aus allen Nähten platzen. „Ich werde die Atmosphäre einfach genießen“, sagt Harms.

Im letzten Vorrundenspiel gegen die Türken Murat Giginoglu und Hasan Mermer (Donnerstag, 15 Uhr) wird sich dann entscheiden, ob sich Böckermann/Harms für die K.-o.-Runde (ab Freitag) qualifizieren und weiter um eine EM-Medaille kämpfen. Wenn nicht, geht es für Harms direkt zurück nach Deutschland: „Wenn wir früh ausscheiden sollten, spiele ich am Wochenende mit Philipp beim Supercup in Hamburg.“ Doch Bergmann dürfte wohl nichts dagegen haben, wenn er wegen der EM einmal auf seinen Partner verzichten müsste.

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