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Das Ende der Erfolgsstory: Bad Pyrmont droht ein schwarzes Jahr 2013

Gute Zeiten – schlechte Zeiten

Volleyball. Jahrelang gab es für Bad Pyrmonts Volleyballerinnen nur eine Richtung: bergauf. Die beeindruckende Erfolgsstory begann unter Ex-Coach Horst Dristram, der den MTV zu einer Talentschmiede entwickelte und mit dem jeweils jüngsten Team der Liga in sechs Jahren viermal aufstieg. Dristram galt als Vater des Erfolges, der das junge Team um Annabel Loges quasi aus dem Nichts bis in die Oberliga führte. Das war einer der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte.

veröffentlicht am 13.02.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:36 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Und selbst der plötzliche Rücktritt von Pyrmonts „Mister Volleyball“, der im Jahr 2011 zwei Wochen vor Beginn der Oberliga-Saison völlig überraschend das Handtuch warf, konnte damals die MTV-Girls nicht schocken. Unter Dristrams Nachfolger Frank Hörster mischte der kesse Aufsteiger die Oberliga auf und belegte am Saisonende 2011/12 einen respektablen vierten Tabellenplatz, mit dem wohl niemand gerechnet hatte. Doch warum folgte nach dem Höhenflug der vergangenen Jahre der Absturz ins Niemandsland?

Rückblick: Obwohl Bad Pyrmont den Klassenerhalt in der Oberliga locker schaffte, stieg der MTV gleich wieder in die Verbandsliga ab. Und zwar freiwillig. Denn das junge „Dreamteam“, das eine gefühlte Ewigkeit zusammenspielte, brach auseinander. Pyrmonts Junioren-Nationalspielerin Friederike Meyer wechselte im vergangenen Sommer ins Sportinternat nach Münster. Und auch die Studentinnen Annabel Loges, Svenja Bergmann und Marit Hölscher verließen den MTV, der nach dem Abschied der Stammkräfte erst keine oberligataugliche Mannschaft mehr hatte – und dann auch keinen Trainer mehr.

Nach nur einem Jahr verabschiedete sich Frank Hörster schon wieder. Der A-Lizenzcoach nahm einen Trainerjob in der Schweiz an, wo er zurzeit den Zweitligisten Volleya Obwalden trainiert. Und weil in der Region Weserbergland gute Volleyball-Trainer Mangelware sind, ist es dem in akuter Abstiegsgefahr schwebenden Verbandsligisten bis heute nicht gelungen, einen adäquaten Nachfolger zu finden. Deshalb wird die Mannschaft von Spartenleiterin Martina Nöltker gecoacht, die als Trainerin ein schweres Erbe antrat. Momentan sieht es wirklich düster aus. Wenn der Tabellensiebte GfL Hannover II (8:18 Pkt.) am nächsten Spieltag gegen das noch sieglose Schlusslicht Wolfenbüttel gewinnen sollte, was sehr wahrscheinlich ist, ist Pyrmont (8./6:20 Pkt.) so gut wie abgestiegen. Dann würden dem Team um Sophie Bente, eine der wenigen noch übriggebliebenen Spielerinnen mit Oberligaerfahrung, selbst zwei Siege aus den letzten drei Saisonspielen gegen Düngen (2.), Wolfenbüttel (9.) und Bodenburg (5.) nicht reichen. Damit nicht genug: Weil in der Bezirksliga und -klasse Pyrmont II und III ebenfalls auf einem Abstiegsplatz stehen, könnte es ein schwarzes Jahr 2013 für die Frauen des Männerturnvereins werden. Nach den guten Zeiten drohen in Pyrmont nun schlechte Zeiten.



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