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Frank Hörster will seinen Platz räumen, sobald der MTV Bad Pyrmont einen Nachfolger gefunden hat

Der Interimscoach will kein Cheftrainer werden

Seit Saisonbeginn gibt es auf der Trainerbank des MTV Bad Pyrmont ein neues Gesicht: Frank Hörster coacht die Oberliga-Volleyballerinnen, die mit zwei Siegen gegen den MTV Herzberg (3:0) und Schlusslicht VSG Hannover (3:1) vielversprechend in die neue Saison gestartet sind.

veröffentlicht am 21.10.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:26 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Zu dem Trainerjob in Bad Pyrmont ist der 44-Jährige, der in Bad Salzuflen wohnt, gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Nachdem Pyrmonts bisheriger Erfolgscoach Horst Dristram nur wenige Tage vor Saisonbeginn überraschend das Handtuch warf, suchte MTV-Spartenleiterin Martina Nöltker im Eiltempo verzweifelt einen neuen Trainer. Das war gar nicht so einfach, denn gute Trainer sind im Umkreis von 50 Kilometern Mangelware. Über den Niedersächsischen Volleyball-Verband, kurz NVV, knüpfte Nöltker den Kontakt zu Hörster – und bat ihn um Hilfe. Obwohl Hörster in der Regel keine Mannschaft nach abgeschlossener Saisonvorbereitung übernimmt, machte er diesmal „dem Verein und Martina zuliebe“ eine Ausnahme: „Als Interimscoach stehe ich nur solange zur Verfügung, bis der Verein einen neuen Trainer gefunden hat.“

Es ist nicht ausgeschlossen, dass seine ersten beiden Heimspiele gegen Nienburg und Holdenstedt (Samstag, 29. Oktober) gleichzeitig auch seine letzten auf der Pyrmonter Trainerbank sind: „Wir werden uns hinterher zusammensetzen und besprechen, wie es weitergeht.“

Man munkelt, dass man beim MTV Bad Pyrmont die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, dass Hörster, der zu jedem Training extra aus dem fast 50 Kilometer entfernten Bad Salzuflen anreisen muss, vielleicht doch länger bleibt. Denn die Chemie zwischen ihm und den Pyrmonterinnen scheint zu stimmen. Doch für Hörster ist die fast 100 Kilometer lange Hin- und Rückfahrt auf Dauer eine zu große Belastung. Deshalb sei sein Engagement in Pyrmont zeitlich befristet.

Bereut hat er die Entscheidung nicht, als Interimscoach beim MTV auszuhelfen. „Die Mannschaft kannte ich vorher zwar noch nicht“ – aber schon sein erster Eindruck war positiv: „Die Spielerinnen sind alle noch sehr jung. Das Durchschnittsalter liegt momentan bei unter 18 Jahren. Es ist also fast eine komplette A-Jugend, die bei uns auf dem Feld steht.“ Die jungen Pyrmonterinnen seien alle technisch und taktisch sehr gut ausgebildet und hätten sehr viel Potenzial. „In diesem Zusammenhang muss ich auch die Arbeit meines Vorgängers loben.“ Nur im athletischen Bereich gebe es noch einige Defizite, weil in der Saisonvorbereitung offenbar das Krafttraining etwas vernachlässigt worden sei. Hörster, der zuletzt die Bezirksliga-Frauen des Detmolder TV II trainierte, ist zwar ein völlig anderer Trainertyp als Horst Dristram. Aber die Spielerinnen kommen laut Mannschaftsführerin Annabel Loges gut mit ihm klar.

Trotz der zwei Siege zum Saisonstart bereitet Pyrmonts neuer Coach der vergleichsweise kleine MTV-Kader große Sorgen: „Wir haben mit Marit Hölscher zurzeit nur eine Zuspielerin.“ Und wenn die sich verletzen sollte, wird es eng. Denn die Ersatzbank ist ohne Franziska Timm und Ricarda Billerbeck nur noch dünn besetzt.

Im Hinblick auf die lange Oberliga-Saison könnte eine starke erste Sechs zu wenig sein – insbesondere, wenn man wie der Aufsteiger aus Pyrmont oben mitspielen möchte. Das weiß auch Hörster. Die eine oder andere Spielerin „könnten wir auf jeden Fall noch gut gebrauchen“.

Pyrmonts Interimscoach Frank Hörster gibt Anna Menzel taktische Anweisungen. Foto: aro



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