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Fußball: Pyrmont verliert Landesliga-Derby gegen Tündern durch ein Eigentor von Pape

„Wir sind selbst schuld“

BEZIRK HANNOVER. Hiobsbotschaft für Fußball-Landesligist SpVgg. Bad Pyrmont nach der 1:2-Derbyniederlage gegen BW Tündern: Dominic Meyer, der angeschlagen ins Spiel ging und zur Halbzeit verletzt ausgewechselt wurde, droht mit Leistenproblemen länger auszufallen.

veröffentlicht am 29.10.2017 um 12:56 Uhr
aktualisiert am 29.10.2017 um 15:50 Uhr

Packender Zweikampf zwischen Felix Forche (l.) und Pyrmonts Andrzej Matwijow. Foto: nls
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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„Wir sind selbst schuld“, ärgerte sich Andrzej Matwijow nach Pyrmonts unglücklicher 1:2-Niederlage im Landesliga-Derby gegen Tündern, die kurz vor Schluss durch ein Eigentor von Gerrit Pape (83.) besiegelt wurde. „Wenn du die vielen Torchancen nicht nutzt, wie wir in der ersten Halbzeit, verlierst du so ein Spiel. So ist Fußball.“ Die kurze Analyse von Matwijow traf den Nagel auf den Kopf. Denn in der ersten Hälfte waren die Pyrmonter mit Rückenwind klar überlegen und hatten Torchancen en masse. Aber mehr als die 1:0-Halbzeitführung sprang nicht heraus. Und die fiel bereits nach 75 Sekunden.

Gleich der erste Torschuss war drin: Von der Strafraumgrenze hämmerte der starke Christiano dos Santo (2.) nach Vorlage von Matwijow den Ball unhaltbar in den Winkel. Tünderns Keeper Lukas Masur war machtlos. Dann drehte die Elf von Trainer David Odonkor richtig auf. Saliou Abou (4.) und Roland Stuckenberg (6.) schossen den Ball knapp übers Tor. Einen Schuss von Serkan Kayrak (10.) lenkte Tünderns Keeper über die Latte. Beim anschließenden Eckstoß scheiterte Gerrit Pape (11.) knapp. Die nächste dicke Chance hatte Abou (15.), der den Ball mit der Hand über die Torlinie bugsieren wollte und dafür Gelb sah. Die 280 Zuschauer sahen in den ersten 20 Minuten Einbahnstraßen-Fußball. Tündern hatte bis dahin noch keinen einzigen Torschuss. Die einzige nennenswerte Chance war ein Freistoß von André Venten, den Pyrmonts Keeper Alexander Deppe parierte. Danach endete der Pyrmonter Sturmlauf bis zur 35. Minute, als Tünderns Torwart Masur zwei Chancen von dos Santos und Abou zunichte machte. „Wir waren die klar bessere Mannschaft und hätten drei oder vier Tore machen müssen“, ärgerte sich Odonkor. Das Problem: Pyrmonts Coach fehlt ein echter Torjäger. Dass mit Salou ein gelernter Innenverteidiger im Sturm spielt, ist nur eine Notlösung – mehr nicht.

Wir ackern und ackern und stehen am Ende mit leeren Händen da.

David Odonkor, Trainer der SpVgg. Bad Pyrmont

Nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt: „Der Biss hat einfach gefehlt, dieses 1:0 dann auch zu verteidigen. Das ist ein Derby, da muss man eben auch mal gallig werden. Das haben wir völlig vermissen lassen“, ärgerte sich Pyrmonts Coach. So kam es wie es kommen musste. In der 73. Minute schoss Tünderns Torjäger Lukas Kramer den Ausgleich. „Ich bin mir sicher: Wenn wir das 1:1 machen, gewinnen wir noch“, hatte Tünderns Teammanager Manfred Lentge bereits in der Halbzeitpause prophezeit. So kam es dann auch. Einen Torschuss von Felix Forche konnte Pyrmonts Torwart zwar noch glänzend parieren, aber den Abpraller bekam Pape (83.) unglücklich an die Brust und bugsierte so den Ball ins eigene Netz. „Ich habe versucht zu retten, was zu retten ist.“ Vergeblich.

Pyrmont hatte durch Benedikt Hagemann, der in der 78. Minute eingewechselt wurde und nach viermonatiger Verletzungspause sein Comeback feierte, zwar noch drei gute Chancen – u. a. einen Lattentreffer. Aber der Ausgleichstreffer fiel nicht mehr. „Wir ackern und ackern und stehen am Ende mit leeren Händen da“, machte Odonkor aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Tünderns Trainer Siegfried Motzner konnte sein Glück kaum fassen: „Wir haben mit der schlechtesten Saisonleistung dieses Spiel gewonnen.“ Die erste Halbzeit ist laut Motzner katastrophal gewesen: „Wir haben schlecht verteidigt und viele Zweikämpfe verloren. Pyrmont hätte uns mit fünf, sechs Toren abschießen können.“ Das sah auch Pyrmonts Pechvogel Pape so: „Wir hätten nach dem frühen 1:0 den Sack zumachen müssen.“ Woran es lag, dass die Pyrmonter das Spiel noch aus der Hand gaben, „weiß ich nicht. Vielleicht hat bei uns das Selbstvertrauen und der Mut gefehlt.“ Nach der Partie folgte die nächste Hiobsbotschaft: Dominic Meyer fällt mit Leistenproblemen am Dienstag (15 Uhr) beim Nachholspiel in Burgdorf aus: „Ich sollte eigentlich gar nicht spielen, weil ich schon vor dem Spiel Probleme hatte, aber ich wollte beim Derby unbedingt dabei sein.“ Jetzt droht ihm eine längere Verletzungspause.

Information

SpVgg. Bad Pyrmont – BW Tündern 1:2 (1:0)

SpVgg. Bad Pyrmont: Deppe, Stuckenberg, Müller, Matwijow, Pape, Fleischmann, Kayrak, Kryker, dos Sanstos (78. Hagemann), Meyer (46. Balov), Abou (78. Ackert).

HSC BW Tündern:Masur, Hilker, Kießig, Venten, Forche, Müller (77. Krug), Kramer, Aydin (85. Tim Niclas Schumachers), Zschoch (89. Barnert), Beckmann, Neckritz.

Tore:1:0 Christiano dos Santos (2.), 1:1 Lukas Kramer (73.), 1:2 Eigentor Gerrit Pape (83.).

Zuschauer: 280

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