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Boxen: Schneller Triumph bei Hamelner Gala gegen Martin Espenhahn / Auch Omar Siala siegt / Über 1000 Zuschauer

Weltmeister! Artak nicht zu stoppen

HAMELN. Volle Halle, krachende Fäuste. Die mit über 1000 Zuschauern gut besuchte dritte Hamelner Gala bot alles, was das Boxer-Herz begehrt. Für die Attraktion des Abends sorgte Güney Artak. Die Kickbox-Kampfmaschine aus Hannover war im Hauptkampf auf dem Weg zum K1-Weltmeistertitel im Schwergewicht nicht zu stoppen

veröffentlicht am 03.12.2017 um 15:33 Uhr
aktualisiert am 03.12.2017 um 16:10 Uhr

Kaum hatte der Kampf begonnen, war er auch schon vorbei: Emil Markic (rechts) gewann den Internationalen WBU-Titel gegen Mehmet Karaka nach 15 Sekunden. Foto: nls
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Er zeigte ihrem Kontrahenten Martin Espenhahn aus Halberstadt schon früh die Grenzen auf. Erst ein Kopftreffer, dann eine gelungene Kombination und schließlich ein Uppercut, der es wahrlich in sich hatte. Feierabend für den taumelnden Ostdeutschen, denn der umsichtige Ringrichter Mustafa Erenay brach den Kampf sofort ab. Der neue Weltmeister, der mit einer Armee von rund 50 Fans angereist war, ließ sich anschließend gebührend feiern. Auch die Revanche für seine jüngste Niederlage nach Disqualifikation gegen Espenhahn in Bremen war ihm damit eindrucksvoll gelungen.

Neben den insgesamt zwölf Kämpfen, die im Ring der Hamelner Rattenfängerhalle ausgetragen wurden, stand auch der deutsche Ex-Weltmeister Graciano Rocchigiani im Blickpunkt des Geschehens. Der Stargast des Abends gab unzählige Autogramme, war für jedes Selfie zu haben und betreute auch noch Christian Pawlak (Espelkamp) bei seinem Auftritt gegen Alexander Jankovic aus Rastatt. Und das auch sehr erfolgreich. Der WBU-Weltmeister im Mittelgewicht ließ sich ebenfalls nicht lange bitten und hatte den Kampf bereits in der zweiten Runde klar für sich entschieden.

Seine ganze Klasse demonstrierte zudem der deutsche Meister im Super-Mittelgewicht, Emin Atra. Der Bielefelder stockte seine Kampfbilanz nach einem einseitigen Duell gegen Slavo Mitic (Iffezheim) auf 14 Siege in 14 Kämpfen auf und wird sich nun weiter seinen Ambitionen in Richtung Weltspitze widmen.

Ein Weltmeister und zwei Fußballer: Güney Artak mit Anatoli Deck (li.) und Andrzej Matwijow. Foto: nls
  • Ein Weltmeister und zwei Fußballer: Güney Artak mit Anatoli Deck (li.) und Andrzej Matwijow. Foto: nls
Christian Pawlak Foto: nls
  • Christian Pawlak Foto: nls

Nichts anbrennen ließ auch Lokalmatador Omar Siala im Super-Weltergewicht. Gegen Mario Lenz (Neumünster) bestimmte er von Beginn an das Tempo im Ring und schickte seinen Rivalen bereits in der ersten Runde mit einem Kopftreffer auf die Bretter. Lenz erholte sich zwar wieder von dem Niederschlag, doch Ende der dritten Runde war dann nach einem Leberhaken Sialas die Luft endgültig raus und er gab mit dem Gong zum vierten Durchgang auf. Zuhause siegt es sich doch immer noch am schönsten, wird sich der Ex-Weltmeister da wohl gedacht haben.

Erstmals war bei der Hamelner Gala auch ein WM-Kampf der WBU im Thaiboxen im umfangreichen Programm. Im Halbschwergewicht verteidigte hier Muay Thai-Champion Toni Thes (Halberstadt) souverän seinen Titel gegen Jovica Jovanovic. Schon mit dem ersten Kick schickte Thes den Bosnier zu Boden, legte dann noch einen perfekt getimten Kniestoß an den Kopf nach – und schon war das Thema erledigt. Abbruch mit Beginn der zweiten Runde.

Doch es ging an diesem Abend auch noch viel schneller. Im kürzesten Kampf holte sich der Kroate Emil Markic den vakanten internationalen WBU-Gürtel im Halb-Schwergewicht. Bereits nach 15 Sekunden hatte er seinen türkischen Kontrahenten Mehmet Karaka mit einem präzisen Leberhaken außer Gefecht gesetzt. Die erste Diagnose des Ringarztes lautete: Verdacht auf Rippenbruch.

Im Mittelgewicht hinterließ auch Pedrag Radosevic (Montenegro) auf dem erhofften Weg zurück in die Weltspitze einen guten Eindruck im Ring. Er gewann seinen Aufbaukampf gegen Yesilat Berkta aus Köln vorzeitig in der zweiten Runde.

Aber auch das weibliche Geschlecht kam bei der Gala zum Zug. Im einzigen Frauen-Duell im Federgewicht hatte Kim Angelina Jäckel aus Neumünster gegen Manja Thies (Kiel) das bessere Ende für sich. Schon zu Beginn der zweiten Runde flog das Handtuch aus der Kieler Ecke.

Darüber hinaus gingen noch vier weitere Kämpfe über die Bühne. Im Cruisergewicht gewann Angelo Venjakob (Osnabrück) vorzeitig in der zweiten Runde gegen Werner Rauhbach (Kiel) und das Kickbox-Duell im Weltergewicht entschied Shoar Abazi (Staßfurt) gegen Human Jahekari (Hannover) nach Punkten für sich. Ebenfalls im Cruisergewicht traten Dilan Prasovic (Montenegro) und Damian Ionut (Regensburg) gegeneinander an. Den Fight über die volle Distanz von vier Runden sah letztlich in Prasovic auch den verdienten Sieger. Für ihn war das auch gleichzeitig sein vierter Erfolg beim vierten Auftritt als Profi. Weniger Zeit ließen sich dafür Besir Ay (Hannover) und Darko Knezevic (Serbien) im Mittelgewicht. Ay gewann vorzeitig in der zweiten Runde. ro/mm

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