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Nominiert als Sportlerin des Jahres: U18-Landesmeisterin Merle Homeier von der LG Weserbergland

„Vierte Plätze sind einfach doof“

veröffentlicht am 02.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 15.11.2016 um 15:21 Uhr

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Autor:

Matthias Henning

An den 12. Juli hat Merle Homeier nur die besten Erinnerungen. Denn er hat der 16-jährigen Leichtathletin der LG Weserbergland das Selbstvertrauen zurückgegeben. Erst 6,01 Meter, dann einen Versuch später 6,05 Meter im Weitsprung. Platz eins bei der U-20-Landesmeisterschaft in Celle. So die nüchterne Interpretation der Ergebnisliste. Doch für Homeier war es viel mehr. „Da wusste ich, dass ich es doch kann.“ Es waren die Sechs-Meter-Sprünge Nummer zwei und drei ihrer Karriere. Der Marke von 6,05 Metern war sie zuvor im Jahr nur hinterhergesprungen. Denn diese bedeutete die Qualifikationsweite für die U-18-WM in Kolumbien. Homeier versuchte es immer und immer wieder. Vergeblich. Erst als der Qualifikationszeitraum vorbei und das Team längst nominiert war, war die Blockade weg. Auch Bundestrainerin Annett Stein nahm das zur Kenntnis. Homeier bleibt bei ihr eine feste Größe. Tipps, wie die mentale Schranke zu umgehen sei, hatte sie auch. „Nicht Weiten müssen das Ziel sein, sondern die Verbesserung von bestimmten technischen Abläufen.“ Die Weiten kommen dann von allein. Bei der deutschen U-18-Meisterschaft, dem alternativen Saisonhöhepunkt, war die in Bückeburg wohnhafte Gymnasiastin aber wieder unzufrieden – trotz Platz vier. „Vierte Plätze sind einfach doof.“ Homeier holte zwar den U18-Landestitel im Weitsprung und dem 100-Meter-Hürdensprint. Dazu gab es auch noch Hürden-Silber bei der Nord-DM. Aber dennoch kam auf die Frage, ob das Jahr zufriedenstellend war, eine klare Antwort: nein. Die sechs Meter sollen es schon dauerhaft sein. Aber gelernt, mit Rückschlägen umzugehen, hat Homeier. Und dass kann wichtiger als so mancher Titel sein.

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