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Fußball: Tünderns Ugur Aydin trifft im Landesliga-Derby gegen Bad Pyrmont auf seine Kumpels

Freundschaft ruht für 90 Minuten

BEZIRK HANNOVER. Wird gespielt oder wird nicht? Auch der Rasenplatz im Stadion an der Südstraße hat durch den Regen in den vergangenen Tagen mächtig gelitten, aber es gibt zumindest noch die Hoffnung, dass das Landesliga-Derby zwischen der SpVgg. Bad Pyrmont und Blau-Weiß Tündern am Samstag um 14 Uhr angepfiffen wird.

veröffentlicht am 27.10.2017 um 00:00 Uhr

Beim Einwurf: Ugur Aydin (HSC BW Tündern). Foto: nls
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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Das hofft auch Tünderns Mittelfeld-Motor Ugur Aydin: „Ich freue mich schon riesig auf das Spiel. Wir sind alle schon ganz heiß auf das Derby.“ Aydin ganz besonders, denn die Pyrmonter Scott Millard und Alexander Deppe sind gute Kumpels von ihm, die er schon seit einer gefühlten Ewigkeit kennt: „Mit beiden habe ich schon bei Tünderns Junioren zusammen gespielt.“ Samstag wird die Freundschaft aber vermutlich für 90 Minuten auf Eis liegen. „Klar, dass beide Mannschaften so ein Derby unbedingt gewinnen wollen. Das wird bestimmt eine enge Kiste. Wir sind jedenfalls gut drauf und wollen in Pyrmont mindestens einen Punkt holen.“

Einen klaren Favoriten gibt es nicht, glaubt Aydin. Das bestätigt auch der Blick in die Statistik. Von den 19 direkten Duellen zwischen beiden Teams (seit Oktober 2003) hat Pyrmont sieben gewonnen und Tündern acht. Außerdem gab es vier Unentschieden. Das letzte Derby-Duell im April 2016 endete auf der Hamelner Kampfbahn torlos: 0:0.

Damals spielten die beiden Landesligisten noch in der Bezirksliga. 2016 stieg Pyrmont als Bezirksliga-Meister auf, ein Jahr später Tündern. Beide Teams haben seit dem letzten direkten Duell einen Umbruch hinter sich: Tündern verpflichtete vor der Meister-Saison 2016/17 mit RobinTegtmeyer, Jannik Hilker, Yves Hackl, Dennis Kießig, Felix Forche, Marc-Robin Schumachers und Tim-Niclas Schumachers sowie Kolja Kowalski acht Spieler vom Ex-Landesligisten SG Hameln 74. Pyrmonts ehemaliger sportlicher Leiter Dominic Palmer, der – wie berichtet – am Dienstag zurückgetreten ist, krempelte vor Saisonbeginn mit vielen Zu- und Abgängen fast die komplette Landesligamannschaft um und verpflichtete mit Ex-Nationalspieler David Odonkor einen Promi-Trainer. Das weckte bei den Fans große Erwartungen, die insbesondere beim Stotter-Start zu Saisonbeginn nicht erfüllt werden konnten. Und das, obwohl die Pyrmonter mit Rechtsverteidiger Sedekia Haukambe und Igor Balov im defensiven Mittelfeld zwei Neue geholt haben, die zuvor Oberliga-Stammspieler waren. Ein Grund für die Startschwierigkeiten war die Verletzungsmisere. Mit Benedikt Hagemann (Mittelfußbruch) und Andrzej Matwijow (Meniskus-OP) fielen gleich zwei Leistungsträger monatelang aus. Wie wichtig Matwijow ist, stellte er bei seinem Comeback am Sonntag unter Beweis, als er beim schwer erkämpften 2:2 gegen Krähenwinkel/Kaltenweide ein Freistoß-Tor erzielte. „Ich bin froh, dass Andrzej wieder dabei ist. Wir haben ihn schmerzlich vermisst“, war auch Odonkor nach dem 90-Minuten-Comeback seines Torjägers erleichtert. Denn im Angriff herrschte ohne Matwijow im Pyrmonter Sturm oft Flaute. Nur zwölf Tore in zehn Spielen sprechen für sich. Zumindest zeigt die Formkurve der Spielvereinigung seit einigen Wochen zumindest leicht nach oben. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Odonkor, dessen Elf seit fünf Spielen in Folge – ein Sieg, vier Remis – ungeschlagen ist. Das hört sich besser an als es ist, denn eigentlich hätten die Pyrmonter die beiden Spiele gegen die Abstiegskandidaten FC Eldagsen (0:0) und TSV Godshorn (1:1) gewinnen müssen, um sich etwas Luft im Kampf um den Klassenerhalt zu verschaffen. Die verlorenen vier Punkte tun weh. Als Tabellenelfter ist Pyrmont zurzeit nur vier Punkte von der Abstiegszone entfernt. Nach Platz neun in der Vorsaison war zumindest ein einstelliger Tabellenplatz das Ziel. Ursprünglich wollten die Pyrmonter sogar „oben mitspielen“. Doch davon redet inzwischen niemand mehr.

Im Gegensatz zur SpVgg. Bad Pyrmont ist Landesliga-Aufsteiger Tündern als Tabellensiebter auf Kurs. Die beiden Niederlagen zum Saisonstart steckte die Elf von Trainer Siegfried Motzner gut weg und ist seit sieben Spielen (vier Siege, drei Remis) ungeschlagen. In der Blitz-Tabelle kletterten die Schwalben am vergangenen Spieltag bei der 2:0-Führung gegen Godshorn durch einen Strafstoß-Doppelpack von Aydin sogar zwischenzeitlich auf Platz zwei. Doch dann gab die Motzner-Elf, die Chancen en masse hatte, den schon fast sicher geglaubten Heimsieg aus der Hand und spielte nur 2:2. Damit nicht genug: Adrian Gurgel sah die Rote Karte und fällt somit für das Derby gegen Pyrmont aus. Dafür ist Kapitän Tim Piontek, der zuletzt wegen Knieproblemen fehlte, wieder dabei – und möglicherweise auch Tünderns Torjäger Robin Tegtmeyer. Der trainierte nach seiner Schambeinentzündung zumindest schon wieder mit…

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