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Fußball: Hermann Giesemann ist DFB-Ehrenamtspreisträger 2017

Der Cowboy von Tündern

TÜNDERN. Der DFB-Ehrenamtspreisträger 2017 kommt vom HSC Blau-Weiß Schwalbe Tündern: Hermann Giesemann. Der 67-Jährige ist seit einer gefühlten Ewigkeit für seinen Verein in der Fußball-Sparte in unterschiedlichsten Funktionen aktiv.

veröffentlicht am 30.11.2017 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.11.2017 um 09:20 Uhr

Stolzer DFB-Ehrenamtspreisträger 2017: Hermann Giesemann vom HSC Blau-Weiß Schwalbe Tündern. Foto: nls

Autor:

Henner E. Kerl
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Der Mann mit dem großen Cowboy-Hut ist beim HSC BW Schwalbe Tündern „das Mädchen für alles“: Hermann Giesemann hat bei den Blau-Weißen schon nahezu alles gemacht. „Aber nur fast alles“, schmunzelt der 67-Jährige. Soll heißen: In dem erfolgreichen Sportverein war er noch nie sportlich aktiv. Dennoch ist die Ehrung, die er jetzt durch den Deutschen Fußballbund (DFB) erhält, mehr als überfällig: Hermann Giesemann wird als DFB-Ehrenamtspreisträger 2017 des Kreises Hameln-Pyrmont ausgezeichnet.

Eigentlich ist der Tünderaner ein Kind der Küste, denn das Licht der Welt erblickte er im schleswig-holsteinischen Tönning. Als 12-Jähriger zog er mit seinen Eltern nach Groß Bülten (Landkreis Peine), ehe er zehn Jahre später nach Hameln kam. Er schloss eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann ab, machte eine Zusatzausbildung zum Buchhalter und fand eine Anstellung beim BHW. So wie er Hamelns größtem Arbeitgeber bis zum Eintritt ins Rentenalter treu blieb, so gab es für ihn nie in seiner neuen Heimat einen anderen Verein als Blau-Weiß Tündern. „Natürlich habe ich mich immer für Sport interessiert“, erzählt er. „Doch Fußball gespielt habe ich nie.“

Dass für ihn der Fußball doch einmal so eine Rolle in seinem Leben einnehmen würde, sei seinem „Fehler“ zu verschulden: Nie nein sagen zu können. Erst wurde ein Betreuer für die E-Jugend gesucht. Giesemann übernahm den Job, da sein Sohn in dem Team spielte. Bei den Schwalben nutzte man schnell auch seine gelernten Fähigkeiten in der Verwaltung und als Buchhalter. Seither wiederholte sich dieses „Spielchen“ in schöner Regelmäßigkeit. Wurde ein Ehrenamtler für irgendetwas gesucht, kam man über kurz oder lang auf Giesemann. So fungierte Tünderns „Cowboy“ mit den langen, inzwischen angegrauten Haaren schon als Jugendleiter und Betreuer im Jugend- und Herrenbereich. Die Reihe seiner momentanen Tätigkeiten beim HSC BW Tündern reicht unter anderem vom Busfahrer über Stadionsprecher und Spielausschuss-Obmann bis hin zum Organisator für die Platzpflege. Seit vier Jahren ist er Rentner. „Mit einem Fulltime-Job könnte ich das alles nicht leisten“, betont Giesemann. Und auch seine Familie habe ihm ständig Rückhalt gegeben. Was wenig verwundert, denn seine Söhne Henrik und Sven spielten viele Jahre selbst Fußball – und Maik gehört seit Jahren zu den aktivsten Schiedsrichtern des Kreises. In den nun gut 23 Jahren hat Giesemann bei den Schwalben viel erlebt: „Bislang war es eine tolle Zeit in einem tollen Verein, und ich bin für diese Jahre überaus dankbar.“

Beim Dewezet-Supercup gehört Hermann Giesemann zum Organisationsteam und ist auch mit dem Laubsauger im Einsatz. Foto: nls
  • Beim Dewezet-Supercup gehört Hermann Giesemann zum Organisationsteam und ist auch mit dem Laubsauger im Einsatz. Foto: nls

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