weather-image
20°
×

Der Mann aus Prag schlägt morgen in der Regionalliga-Relegation zum letzten Mal für Tündern auf

Bouskas Traum: Aufstieg zum Abschied

Tischtennis. Abschied nehmen heißt es nach vier Jahren für Martin Bouska. Den Tschechen zieht es vom Oberligisten TSV Schwalbe Tündern in Richtung Wernigerode. Aber nicht ohne großes Finale: Seinen offiziellen Ausstand gibt der 35-jährige Vater von zwei Kindern am Samstag in der Relegationsrunde in Kiel. Verbunden mit einem großen Traum – der Routinier aus Prag visiert mit dem Oberliga-Vizemeister aus Tündern gegen Borussia Spandau und die FT Eiche Kiel noch einmal den ganz großen Wurf an. Der Aufstieg in die Regionalliga wäre für Bouska der krönende Abschluss seiner vierjährigen Karriere an der Weser.

veröffentlicht am 03.05.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:44 Uhr

Autor:

Stark eingeschätzt werden bei den Schwalben morgen – gespielt wird ab 14 Uhr – vor allem die Spandauer, die mit dem Ex-Hannoveraner Mirko Pawlowski und Robert Kempe, der schon für Hertha BSC Berlin spielte, zwei Akteure mit reichlich Zweitligaerfahrung mit an die Förde bringen.

„Die sechs- bis siebenstündige Anfahrt mit dem Auto von Prag nach Tündern war für Martin zuletzt doch sehr strapaziös“, nannte Abteilungsleiter Andreas Rose auch als Grund für Bouskas Wechsel in den Ostharz. Wernigerode sei in die Verbandsliga aufgestiegen und gemeinsam mit einem Landsmann könne er sich zukünftig die Fahrzeit teilen.

Seit 15 Jahren nutzt die aktuelle Nummer zwei der Schwalben bereits den sportlich lukrativen Anreiz in Deutschland. „Ich hatte schlechte Erfahrungen in Tschechien gemacht. Über einen Bekannten, der schon in Deutschland spielte, entstand der Kontakt. In meiner Heimat trainiere ich in einer Tischtennisschule für Kinder und mit meiner Mannschaft vor dem Spiel“, gibt er Auskunft. Kein Wunder, dass sich der auf dem Prager Flughafen als Lagerist arbeitende Bouska über die Jahre ein nahezu perfektes Deutsch aneignete. „Martin ist ein offener Mensch, der gern kommuniziert. Und auf unseren längeren Auswärtsfahrten hatten wir uns immer viel zu erzählen“, erinnert sich Rose an nette Geschichten.

Zu Bouskas Stationen in Deutschland gehörten Regionalligist Bolzum, Petersdorf bei Garrel und die TTSG Wennigsen. „Als sich die TTSG auflöste, wechselte Martin als Spitzenspieler zu uns. Später folgte ihm Vereinskollege Max Kulins, der in Wennigsen wohnt und Martin immer als Vorbild sah“, sagt Rose, der auch weiß, dass der Rechtshänder aus Prag bei den Fans mit seinem offensivem Spiel gut ankommt. „Vor allem unter Erfolgsdruck spielte Martin stark, und seine fantastischen Bälle sorgen immer für viel Beifall“, schwärmt Tünderns Tischtennis-Boss.

„Ich habe mich seinerzeit für Tündern entschieden, weil hier ein gutes Umfeld herrscht. Alle waren freundlich zu mir, ich fühlte mich einfach wohl. Jetzt hat der Verein ein großes Ziel, und dabei will ich noch einmal helfen“, sagt der sympathische Tscheche vor dem Abschiedsauftritt in Kiel. „Vielleicht komme ich in ein paar Jahren ja wieder nach Tündern zurück.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige