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Plastik-Kugel gehört beim Tischtennis die Zukunft / Ovtcharov: „Qualität noch mittelmäßig“

Abschied vom Zelluloidball

Hameln-Pyrmont. Auch Tischtennis ist nicht mehr das, was es einmal war. Wurde im Jahr 2001 nur die Größe der Bälle von 38 auf 40 Millimeter geändert, soll nun die traditionelle Zelluloid-Kugel gänzlich von den Tischen verschwinden. Der Internationale Tischtennisverband ITTF hat beschlossen, künftig nur noch Plastikbälle zu verwenden. Grund: Bei der Herstellung der Zelluloidbälle bestehen zu große Gefahren für die Gesundheit der an der Produktion beteiligten Beschäftigten, sind sie zudem leicht entflammbar. Bei großer Hitze kann es zur Luftausdehnung im Inneren der Bälle kommen. Die Folge: Sie explodieren. So flogen zum Beispiel 2001 in Hongkong eine halbe Million Bälle in die Luft. Bei internationalen Wettbewerben, in der Bundesliga sowie bei den Deutschen Meisterschaften wird mit dem neuen Plastikball schon gespielt. In den diversen Klassen darunter ist es jedem Landesverband und jedem Verein in dieser Saison noch selbst überlassen, womit gespielt wird.

veröffentlicht am 17.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:36 Uhr

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Autor:

Christoph Trompeter

Erst ab der nächsten Saison soll der Zelluloidball dann endgültig der Tischtennis-Geschichte angehören. „Der Plastikball ist eine große Veränderung für uns Spieler“, meint der deutsche Europameister Dimitrij Ovtcharov aus Tündern. Die Qualität der Bälle ist jedoch für die Profis noch längst nicht zufriedenstellend. „Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis die Hersteller wirklich konstante Qualität liefern können“, meint der Weltranglisten-Fünfte und bezeichnet „die Qualität der Bälle bislang als maximal mittelmäßig.“

Und die sind auch noch teurer als die alten Zelluloidbälle. Beispielsweise für Drei-Sterne-Qualität müssen bei Abnahme von 100er- oder 120-er Kartons pro Stück 1,50 bis 2 Euro bezahlt werden. Für die Ausrüster wirkt sich die Umstellung weltweit dagegen positiv aus, denn klar ist: Neue Bälle können auch neue Schläger und Beläge nach sich ziehen. Alleine in Deutschland dürfte bei den über 600 000 Aktiven in den rund 10 000 Vereinen schon ein nicht unerheblicher Beitrag zustande kommen. Aber wie beurteilen eigentlich die heimischen Klubs die neue Sachlage? Martina Brix, Vorsitzende vom Post SV Bad Pyrmont: „Wir haben bislang nur ein Probeexemplar. Es ist schwierig, an die Bälle ranzukommen. Zudem haben sie interessante Spieleigenschaften und sind nicht ganz billig. In unserer Bezirksoberliga werden die auch noch nicht benutzt. Ich gehe davon aus, dass sie ab der nächsten Saison eingeführt werden. Bei der Landesrangliste sollen sie jedoch schon verwendet werden.“

Auch beim Regionalligisten TSV Tündern ist der Zelluloidball noch Trumpf. „Wir spielen noch mit Zelluloidbällen, weil die Plastikbälle erst sehr spät aus der Produktion kamen und wir dementsprechend wenig Zeit hatten, uns darauf einzustellen. Zu den Eigenschaften ist zu sagen, dass der satte Klang der Zelluloidbälle fehlt und der Ball weniger Rotation hat. Außerdem lässt die Haltbarkeit zu wünschen übrig. Teilweise waren die Bälle schon nach ein bis zwei Trainingsstunden defekt“, so Abteilungsleiter Andreas Rose.

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Martina Brix


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