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Platz 3 für Pieper und Co. in Portugal

WM-Titel futsch, aber auch Bronze macht glücklich

Rollkunstlaufen. Sie hat von Gold geträumt, doch am Ende war Andrea Pieper auch mit Bronze glücklich und zufrieden: „Es war eine schöne Weltmeisterschaft. Jetzt mache ich hier in Portugal noch ein paar Tage Urlaub, bevor ich dann am Donnerstag nach Hause zurückfliege“, sagte die 25-jährige Rollkunstläuferin des VfR Aerzen, die mit dem 22-köpfigen Dreamteam zwar nicht den WM-Titel verteidigen konnte, aber immerhin den Sprung aufs Siegertreppchen schaffte. Hinter den Teams „Millennium“ aus Argentinien und „Infinity“ aus Italien reichte es diesmal für Pieper und Co. zum dritten Platz.

veröffentlicht am 29.11.2010 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 17.01.2017 um 16:04 Uhr

Nach vier Gold- und zwei Silbermedaillen holte Andrea Pieper jetzt auch Bronze.  Foto: privat
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Der Wettkampftag war für die Rollkunstläuferinnen ganz schön stressig. „Bereits um sieben Uhr morgens klingelte der Wecker, weil wir vormittags noch eine kurze Trainingseinheit hatten“, so Peper. „Wir hatten gerade einmal 25 Minuten Zeit, um uns an den weißen Hallenboden zu gewöhnen.“ Allerdings stand die Generalprobe unter keinem guten Stern. Eine Läuferin des Dreamteams verletzte sich bei einem Sturz am Knie so schwer, dass ihr Einsatz auf der Kippe stand. Dementsprechend getrübt war die Stimmung beim Mittagessen. Anschließend ging es zum Schminken ins Hotel: Make-up, Lidschatten, falsche Wimpern und eine große goldene Blume wurden von den mitgereisten Helfern auf die Gesichter der Läuferinnen gezaubert. „Und auch unsere Haare wurden künstlich verlängert. Es dauerte fast dreieinhalb Stunden bis wir alle fertig waren“, sagte Pieper.

Bei der Ankuft in der Sporthalle in Portimao, das ungefähr 45 Autominuten vom Flughafen in Faro entfernt liegt, stieg bei den Schützlingen des Trainer-Duos Annette Ziegenhagen-Gielnik und Wolfgang Grampp das Lampenfieber. „Für einige Mädchen war es die erste Weltmeisterschaft, für mich bereits die zehnte. Aber ich kann nicht sagen, dass die Nervosität nachlässt, wenn man so viele Weltmeisterschaften gelaufen ist“, so Pieper. Eher das Gegenteil sei der Fall: „Ich habe das Gefühl, dass es von Mal zu Mal schlimmer wird.“

Eigentlich ist die 25-jährige Aerzenerin eine lebensfrohe und lustige Person, die immer einen Spruch auf Lager hat. Doch kurz vor dem Wettkampf wurde Pieper, der die Anspannung ins Gesicht geschrieben war, plötzlich ganz still: „Ich bin lange in der Kabine sitzen geblieben, weil ich so nervös war. Deshalb habe ich auch die anderen Formationen, die vor uns gestartet sind, nicht gesehen.“

Das Dreamteam, das von den mitgereisten Fans lautstark angefeuert wurde, ging erst mit der Startnummer zehn aufs Parkett. Für die fünfminütige Kür wurde ein Abba-Song ausgesucht. Allerdings lief es laut Pieper nicht ganz so gut wie erhofft: „Wir hatten einige kleine Unsauberkeiten.“ Deshalb mussten die Deutschen auch lange zittern, bis die siebenköpfige Jury um 21.15 Uhr endlich das Ergebnis verkündete. „Wir waren alle total happy. Obwohl ich schon vier Gold- und zwei Silbermedaillen gewonnen hatte, freue ich mich auch riesig über Bronze“, sagte Pieper. Später knallten bei der Party im Hotel dann auch die Sektkorken. Bis weit nach Mitternacht wurde aber nicht nur feuchtfröhlich gefeiert, sondern auch über die Ziele für die neue Saison gesprochen: „Wir wollen uns Sponsoren suchen, damit wir nächstes Jahr zur WM nach Brasilien fliegen können.“



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