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Kult-Torjäger von 96 Ehrengast beim Freundeskreis von Preußen

Wenn Dieter Schatzschneider aus dem Nähkästchen plaudert ...

Fußball (rhs). Er ist bis heute die Nummer eins in der Torschützenliste der 2. Bundesliga, spielte viele Jahre für Hannover 96, Schalke und den Hamburger SV in der Bundesliga und verdient heute sein Geld als Scout bei den Roten: Gestern war Dieter Schatzschneider, in der Fußballszene auch „Schatz“ oder „der Lange“ genannt, Ehrengast beim Freundeskreis von Preußen Hameln 07, erzählte viel aus seiner aktiven Zeit als torhungriger Mittelstürmer und später dann als Trainer.

veröffentlicht am 07.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

95 Freunde und Anhänger des Hamelner Traditionsvereins lauschten in der Kleingartenkolonie „Am See“, als der 54-Jährige, mittlerweile von einst 88 Kilogramm „Kampfgewicht“ zum Superschwergewichtler mutiert, aus dem Nähkästchen seiner ihn immer noch in Atem haltenden Tätigkeit bei den Roten plauderte. Sein Verhältnis zu Präsident Martin Kind bezeichnet er als hervorragend. In der Regel müsse er ihn von und zu Auswärtsspielen in dessen PS-starker Limousine begleiten. Weil der 96-Boss ständig am Telefonieren sei, auch bei Tempo 300 auf der Autobahn, habe er ihn am Lenkrad abgelöst. „Wir wollen beide schließlich heil nach Hause kommen.“ Trainer Mirko Slomka ist für ihn ein „Supertrainer“, der seine Spieler begeistern könne und dem die Erfolge der letzten Jahre zu verdanken seien.

„Ich habe in den zweieinhalb Jahren noch keinen Spieler erlebt, der sich negativ über ihn geäußert hat.“ Deshalb würde er es auch begrüßen, wenn er seine Vertragsverlängerung schon bald unterschreibt. Auf sein Verhältnis zu Walter Rodekamp, einem ebenfalls exzellenten Stürmer der „Roten“, angesprochen, sagte er unter Gelächter: „Wir verstanden uns am besten beim Trinken.“ Zu seiner aktiven Zeit wurde immer mit zwei Sturmspitzen gespielt, die sich gegenseitig unterstützten und damit die eigene Abwehr mehr entlasteten. Dass heute meist nur noch einer im Sturm zu finden ist, hält er für eine „schlechte Entwicklung.“

Seine wohl unerfreulichste Zeit verbrachte er beim HSV. Dort war er einer unter vielen Stars, der es schwerhatte, überhaupt bei Trainer Ernst Happel Gehör zu finden. „Ob ich spielen durfte, erfuhr ich immer erst vor dem Spiel auf einer im Vorraum aufgestellten Tafel. Als ich den Österreicher mal persönlich sprechen wollte, sagte er nur: „Scher dich in den Schnee“.



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