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Wie Hanna den Weg von der Matte übers Grün zum Netz findet

Turnen, Volleyball – oder doch lieber Golf ?

Hameln. Wie kommt ein junges Mädchen eigentlich zum Sport? Viele Dinge habe ich ausprobiert, ob es nun Voltigieren, Leichtathletik oder Skifahren war. Richtig begeistern konnte ich mich aber nur für das Kunstturnen. Früher, denn die Zeiten ändern sich. Heute spiele ich nur noch Golf und Volleyball. Mit vier Jahren stand ich das erste Mal beim VfL Hameln auf der Matte. Für mich ein Schnupperkurs, der mir großen Spaß machte. Mir gefiel vor allem, wie elegant und ausdrucksvoll die Turnerinnen ihre Übungen präsentierten. Und genau das wollte ich auch – irgendwann einmal.

veröffentlicht am 21.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:55 Uhr

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Autor:

Hanna Brinkmann

Das dauerte natürlich und bedeutete vor allem harte Arbeit. Ob Barren, Boden, Schwebebalken oder Sprung – das einst spielerische Training wurde im Laufe der Zeit aber immer anspruchsvoller und disziplinierter. Fast zwangsläufig wurde so auch die Quälerei mehr und der Spaß weniger. Der kam erst dann richtig wieder, als ich in eine neue Trainingsgruppe wechselte.

Die Mädchen dort waren mir auf Anhieb sympathisch und ich fand schnell neue Freundinnen. Die hohen Anforderungen und der Leistungsdruck blieben aber. Wir starteten regelmäßig bei Meisterschaften und ich musste trotz toller Erfolge feststellen, dass ich diese überaus ehrgeizige Art von Wettkämpfen eigentlich gar nicht leiden kann. Irgendwie kurios. Doch ich hatte noch ein anderes Problem beim Turnen. Die Sprünge und Salti wurden immer höher und gefährlicher und mit ihnen wuchs die Angst, mich zu verletzten. Ich war damit an meine Grenzen gestoßen. Zudem forderte die Schule immer mehr ihr Recht, da waren drei Trainingseinheiten pro Woche einfach nicht mehr drin. Am meisten geärgert haben mich aber immer die hautengen Anzüge, die überall zu rutschen schienen, aber nie zurechtgezupft werden durften. Wer es doch tat, bekam im Wettkampf sofort Punktabzüge. Mit 14 Jahren war dann Schluss auf der Matte. Keine einfache Entscheidung, denn ich habe viele schöne Stunden beim Turnen verbracht. Aber es war wohl trotzdem die beste, die ich treffen konnte. Ich blieb deshalb aber sportlich nicht untätig.

Zum Glück war ich schon längst zweigleisig gefahren und hatte nebenbei im Alter von sieben Jahren meine ersten zaghaften Schritte im Golfsport gemacht. Allerdings nicht ganz zufällig, denn meine ganze Familie ist vom Grün regelrecht „infiziert“ und auch ich fand schnell Gefallen daran. Am Anfang war es zwar noch richtig schwierig, den kleinen Ball mit dem „komischen Schläger“ zu treffen – doch mit der Zeit wurde ich immer besser und jagte nicht mehr jeden Ball in die Büsche. Auch sehr zur Freude meines Vaters, der ihn dann auch nicht mehr suchen musste. Mittlerweile kann sich auch mein Handicap sehen lassen: Ich bin bei 54 gestartet, nun habe ich 11,2. Und einige Erfolge gab es auch schon. Der größte war der zehnte Platz mit meinem Club Blomberg-Cappel beim Bundesfinale für Mannschaften.

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Mit dem Kunstturnen fing alles an: Hanna Brinkmann mit elf Jahren im Trikot des VfL Hameln. nls

Golf ist zwar auch ein Einzelsport, aber hier habe ich bislang noch nie so einen Leistungsdruck oder ein Konkurrenzdenken wie beim Kunstturnen verspürt. Und das Wichtigste ist: Ich kann mir meine Zeit viel besser einteilen. Mittlerweile habe ich dank meiner Freundinnen aber noch meine dritte sportliche Liebe entdeckt: Volleyball. Schon nach dem ersten Training beim TC Hameln war ich total begeistert. Auch wenn Baggern und Pritschen am Anfang erst einmal richtig gelernt werden müssen. Das Mannschaftsgefühl ist prima und auch auf Turnieren herrscht ein sehr familiäres Verhältnis. Golf oder Volleyball? Für mich stellt sich diese Frage nicht, denn ich kann im Moment beides mit viel Spaß vereinbaren.



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