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Mehr als 2000 Kinder und Jugendliche beim Sportabzeichentag im Weserberglandstadion

Spaß statt Kampf: Gewinnen ist nur Nebensache

Hameln (ch/xb). „Auf die Plätze, fertig, los!“ Mit dem Startschuss sprintet Mahsum los, angetrieben durch die Mitläufer neben ihm und einige Klassenkameraden, die bereits gelaufen sind und ihn anfeuern. Keuchend kommt der 13-Jährige ins Ziel. „Ich bin zufrieden“ sagt er, ohne die genaue Zeit zu kennen. „Es macht Spaß, weil hier so viel los ist“, sagt er. Wie schnell er gerannt ist, ist dabei eher Nebensache. So wie er denken viele der rund 2000 Kinder und Jugendliche, die beim großen Sportabzeichentag im Weserberglandstadion antreten.

veröffentlicht am 02.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:21 Uhr

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Eine Lobeshymne auf das Sportmachen hört man hier von den jungen Sportlern selbst ebenso selten wie eine deutliche Absage an den Sport. Es ist das Fest, die fröhliche Stimmung und das Wissen, das 18 Schulen und sechs Kindergärten gemeinsam Sport treiben, das den Kindern Kommentare wie „cool“, „is’ okay“ und „macht Spaß“ entlockt. Doch auch das sei durchaus Sinn und Zweck des Sportabzeichentags, sagt Frank Busemann, ehemaliger Weltklasse-Zehnkämpfer. „Das Miteinander, die tolle Stimmung hier soll auch vermitteln, dass Sport Spaß macht.“ Sport und Bewegung fange bereits im Kleinkinderalter an, gehe dann aber oft verloren. Im Schullalltag werde dem Sport oftmals nicht genug Bedeutung und auch Zeit eingeräumt, findet der Profisportler. Eine bessere Kooperation zwischen Schulen und Vereinen und ein größeres Sportangebot hält er für wichtig, um mehr Kinder zum Sport zu bewegen.

Über einen konstanten Geräuschpegel dröhnender Vuvuzelas und ein Gewirr aus Kinderstimmen hinweg versuchen die 250 ehrenamtlichen Helfer aus Vereinen sowie Oberstufenschüler der Elisabeth-Selbert-Schule und des Schiller-Gymnasiums, sich Gehör bei der ihnen zugeteilten Klasse zu verschaffen: „Los, die Nächsten“, „nicht über die Bahn laufen“ oder „stellt Euch zum Springen in einer Reihe hintereinander auf“ – trotz des Gewusels läuft die Organisation gut, verirrte Schüler sind zumindest auf den ersten Blick nicht zu entdecken. „Wir haben erst zwei Schüler verloren“, scherzt Frank Hundertmark, Vorsitzender des Kreissportbundes Hameln-Pyrmont. Er ist mit dem Ablauf zufrieden, auch der Bustransport der Schüler zum Stadion habe gut funktioniert. Weniger positive Worte findet er zu den sportlichen Leistungen einiger Schüler. In den letzten Jahren hätten sich vor allem die Leistungen der älteren Schüler deutlich verschlechtert. Ein Eindruck, den nicht alle Mitwirkenden teilen: „Es gibt hier sportliche und unsportliche Schüler – so, wie es immer war“, sind sich drei Oberstufenschüler, die als Betreuer mithelfen, einig. „Das war bei uns genauso.“

Eine lange Vorbereitungszeit und intensives Training vor dem Sportabzeichentag gab es in den meisten Schulen nicht. Die Leichtathletik-Saison hat meist gerade erst begonnen. „Wir haben nicht so viel geübt“, sagt die sechsjährige Emma und ihre Freundin Selmira nickt. „Ich bin aber weit gesprungen“, ist sie überzeugt. Eine Medaille fürs Mitmachen haben die beiden „Minis“ schon bekommen. Die Verleihung der Sportabzeichen findet nicht mehr am gleichen Tag statt. „Insgesamt schaffen das Sportabzeichen 25 bis 30 Prozent der Schüler“, schätzt Frank Hundertmark. „Keine Ahnung, ob ich’s schaffe‘“, sagt Mahsum über seine Chance, das Sportabzeichen zu bekommen. Besonders wichtig scheint es ihm nicht zu sein.

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Eine Bildergalerie vom Sportabzeichentag und ein Video gibt es unter dewezet.de

Für die Schüler gab es neben den Wettkämpfen noch weitere Angebote, sich sportlich zu betätigen. Zur Unterstützung der Kinder waren die Profisportler Frank Busemann (o. li) und Andreas Dittmer (o. Mi.) gekommen.Fotos: xb, Wal, ch

Ein Sprung in die Sandgrube oder ins Wasser – beim Weitsprung, Sprint, Langlauf, Werfen und Schwimmen müssen die Schüler je nach Alter bestimmte Leistungen für das Sportabzeichen erbringen.

Sportabzeichen 2012

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Quelle: Wal


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