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Von wegen ein Relikt der Vergangenheit: In Bad Münder wird fleißig und hart trainiert

Sinjas Welt dreht sich ums Rhönrad

Bad Münder. Stellen Sie sich doch einmal vor, Sie würden sich in ein drehendes Rad stellen. Überkopf lassen Sie die Hände los und stabilisieren sich nur mit den Füßen. Anschließend springen Sie heraus - beispielsweise mit einem Salto. Alles klar? Für Sinja Schmöe ist das alles völlig normal. Die 20- jährige Geografiestudentin aus Bad Münder ist Rhönradturnerin bei der TUSPO und bereits seit der fünften Klasse dabei.

veröffentlicht am 26.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:48 Uhr

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Autor:

von thilo schinke

„Die Leute belächeln einen oft, wenn man sagt, dass man Rhönradturnen macht“, ärgert sich Schmöe. Dass ihr geliebter Sport für viele Menschen ein Relikt aus der Vergangenheit ist, kann sie nicht verstehen. Denn einfach geht nun wirklich anders. Die vielen komplexen Figuren erfordern von den Rad-Akrobaten ein hohes Maß an Körperbeherrschung. „Ohne Kraft und Koordination läuft gar nichts,“ stellt Schmöe klar. Wer diese Basis nicht hat, wird sich kaum im Rad halten können. Da sich der männliche Nachwuchs noch ein wenig rar macht, besteht die Trainingsgruppe in Münder hauptsächlich aus Turnerinnen.

Das junge Alter widerlegt zudem das Klischee vom Relikt aus der Vergangenheit. Doch trotzdem ist die Zahl der Aktiven zurückgegangen. „Als ich angefangen habe, waren wir 20 Leute. Das waren wahnsinnig viele und wir mussten noch für ein Rad anstehen. Aber irgendwann letztes Jahr waren wir dann nur noch vier,“, erinnert sich Sinja. Doch dies sei vor allem der damaligen Trainerin geschuldet, bei der die Sparte stagnierte. Ein personeller Wechsel in Bad Münder war somit überfällig.

Neue Trainerin ist mit Helga Haubenreißer eine alte Bekannte. Sie rief 1987 das Rhönradturnen ins Leben, zog dann aber Ende der 90er Jahre nach Mönchengladbach. Nun kehrte sie nach langer Abwesenheit zurück und mit ihr neue Hoffnung in der noch unerfahrenen Rhönrad-Truppe.

„Mit Helga geht es nun bestimmt wieder aufwärts“, freut sich Sinja Schmöe. Aber auch wenn es nun wieder richtig Spaß macht, ohne Schweiß kein Preis. „Wir müssen alle noch viel trainieren“, ist die Prämisse in Bad Münder. Schließlich wollen die jungen Rhönrad-Akrobaten demnächst auch einige Wettkämpfe bestreiten. Aushängeschild Schmöe konnte schon erste Erfahrungen auf dieser Ebene sammeln.

Beim norddeutschen Pokal Anfang September reichte es für die 20-Jährige immerhin schon für einen Platz im Mittelfeld. „Es wäre utopisch gewesen, da mehr zu erwarten“, war Schmöe mit ihrem Debüt zufrieden.

Da es für die Rhönradtruppe künftig bei den Wettkämpfen vorwärts gehen soll, ist auch ein wenig Selbsthilfe gefragt. „Wir müssen uns die Figuren selbst beibringen und gehen dafür auf Lehrgänge“, gibt Sinja Schmöe noch ein paar Einblicke. Mal eben reinstellen ins Rad und dann rollen lassen, damit ist es nicht getan. Das wäre auch zu einfach, denn das Rhönrad ist ein Turngerät. Und das beherrscht man eben nur mit Trainingsfleiß, der richtigen Technik – und natürlich auch ganz viel Mut.



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