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Superrennen im Ersatzboot: Hamelnerin löst in Ratzeburg mit Wiebke Hein das WM-Ticket

Schiffbruch kein Beinbruch für Nora Wessel

Rudern (ro). In Ratzeburg ist schon so mancher Traum im legendären Küchensee versunken. Ein bitteres Schicksal, das auch Nora Wessel vom RV Hameln und ihrer Rostocker Partnerin Wiebke Hein drohte. Denn ihr erhoffter Weg zur U 23-Weltmeisterschaft in Litauen begann erst einmal mit einem kapitalen Schiffbruch. Was war eigentlich passiert? Beim Warmrudern vor dem Finale über 2000 Meter rauschte dem Frauen-Duo ein unachtsamer Männer-Zweier mit Karacho in ihr Hightech-Boot und zerstörte dabei die Karbon-Wabenstruktur auf einer Länge von über einem Meter. Feierabend, nichts ging scheinbar mehr für die geschockten Wessel und Hein.

veröffentlicht am 11.06.2012 um 18:32 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:21 Uhr

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„Das Boot war auf keinem Fall ruderfähig. Das Rennen, das um die Nominierung für die WM entscheidet, wurde dann um einen Tag verlegt. Viel schwieriger war jedoch für uns die Suche nach einem Ersatzboot,“ durchlebte auch Trainer Jan Jedamski bange Momente in Ratzeburg.

Doch Fortuna ließ Nora Wessel und Wiebke Hein in dieser schwierigen Situation nicht im Stich. Als Retter in der Not erwies sich das österreichische Nationalteam. „Die hatten ein baugleiches Boot, dass wir uns ausleihen konnten,“ freute sich Jedamski.

Die Mission WM-Qualifikation konnte nun doch starten. Das neue Boot wurde eingestellt und nach ein paar Testfahrten war die Zuversicht bei Wessel/Hein zurückgekehrt. Und wie, denn im Rennen ruderte das Duo die internationale und nationale Konkurrenz in Grund und Boden. Ein Triumph für die Ewigkeit bei einer der weltweit renommiertesten Regatten. Und zwar in einer Zeit, die sich sehen lassen. In 7:03, 89 Minuten hatten die beiden deutschen Hoffnungsträger die 2000-Meter-Distanz im Eiltempo gemeistert und den Weltrekord damit nur knapp um vier Sekunden verpasst. „Was die beiden Mädchen leisteten, ist gar nicht in Worte zu fassen“, jubelte Jedamski.

Die ersehnte WM-Teilnahme im Leichtgewichts-Doppelzweier war damit für Wessel und Hein endgültig unter Dach und Fach und der Schiffbruch letztlich auch kein Beinbruch. „Ich bin den Österreichern so dankbar, dass sie uns ihr Boot geliehen haben und einfach nur glücklich. Bis zur endgültigen Nominierung war es ein so langer Weg, der nun endlich geschafft ist“, fiel Nora Wessel ein großer Stein vom Herzen. Doch nicht nur das sportliche Aushängeschild des RV Weser machte auf sich aufmerksam, auch der Nachwuchs.

Zwei Wochen vor der Jugend-DM in Essen überzeugten Max Kölling und Henrik Burgdorf in Bad Segeberg mit zwei Siegen im Leichtgewichts-Doppelzweier der Altersklasse B. Auch im Einer ließ Kölling am beiden Renntagen nichts anbrennen.

Erfolgreich in Szene setzte sich auch Eike Steinert im Leichtgewichts-Einer und im Doppelzweier mit Linus Wollenweber. Das zweite Hamelner Boot mit Niklas Hölscher und Frederik Schucht wurde Dritter. Bis 100 Meter vor dem Ziel lagen sie noch in Führung. Im Endspurt war aber gegen die hohe Schlagzahl von Steinert/Wollenweber kein Kraut gewachsen.



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