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Christine Lippelt zur Vorbereitung, Finanzierung und über die sportlichen Höhepunkte der Reitertage

„Ohne Sponsoren läuft so ein Turnier nicht“

Ab heute steht die Rattenfängerstadt drei Tage lang im Mittelpunkt des Reitsportes. Der Hamelner Reiterverein richtet an Töneböns Teichen mit seinem Herbstturnier das größte und spektakulärste Reiter-Event im Weserbergland aus. Erneut werden Teilnehmer aus Niedersachsen und Ostwestfalen erwartet. Vor dem dreitägigen Großereignis, das schon heute mit einer hochkarätigen S-Dressur nach Musik beginnt, sprach unser Mitarbeiter Rolf Henning Schnell mit Turnierleiterin und Sportwartin Christine Lippelt.

veröffentlicht am 31.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:21 Uhr

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Wie arbeitsintensiv waren und wie lange dauerten die Vorbereitungen für die drei Turniertage?

Die Vorbereitungen für das Turnier beginnen gleich nach Ablauf des letzten. Bereits Anfang Oktober müssen die Turniere für das folgende Jahr gemeldet werden. Auch für die Ausschreibung, die Weiterleitung der Nennungen an die Deutsche Reiterliche Vereinigung, die Veröffentlichung der Zeiteinteilung gibt es Terminvorgaben, die einzuhalten sind. Daneben wird im Rahmen von Arbeitsdiensten die Vereinsanlage „auf Vordermann“ gebracht.

Seit wie viel Jahren managen Sie das Turnier?

Ich bin seit 2004 Sportwartin des Reitervereins Hameln. Seitdem ist es meine Aufgabe, die Turniere zu organisieren. Zusammen mit den Frühjahrs-Hallenturnieren ist es schon mein 16. Einsatz.“

Wann waren Sie eigentlich selbst das letzte Mal aktiv im Sattel dabei?

Mein ehemaliges Turnierpferd „Woody Allen“ ist schon 23 Jahre alt und seit Jahren Rentner. Ich reite aber noch mit ihm im Gelände spazieren. Vorher waren wir erfolgreich bei Springprüfungen bis zur Klasse M dabei.

Der Beruf als Architektin, sowie als Mutter einer fünfjährigen Tochter und der Turnierstress halten Sie ganz schön auf Trab. Wie bleiben Sie da fit?

Laufen, Radfahren und Schwimmen hält mich nicht nur körperlich, sondern in dieser Zeit auch mental fit. Unabhängig davon sollte übrigens jeder Reiter Ausgleichssport betreiben – nur auf dem Pferd zu sitzen, reicht nicht. Vor allem, wenn man erfolgreich sein möchte.

Sind eigentlich auch Ihre Familienmitglieder fest in den großen Kreis der Helfer und Unterstützer beim Turnier eingebunden?

Mein Mann kennt nach vielen Turnieren die Abläufe genau und ist meine wertvollste Hilfe. Mein Bruder leistet den Parcoursdienst, obwohl er mit dem Reitsport sonst nichts am Hut hat. Und meine Eltern halten mir den Rücken frei, indem sie meine Tochter und mein Pferd betreuen. Die Familie muss so ein Engagement mittragen, sonst wäre das gar nicht machbar.

Eine andere Frage: In welcher Größenordnung bewegen sich eigentlich die Kosten des Turniers?

Richter, Parcours-Chef, Genehmigungsgebühren, Schleifen, Ehrenpreise und viele andere Dinge verursachen erhebliche Kosten. Allein die Gewinngelder summieren sich auf rund 7000 Euro.

Wie ist die Veranstaltung finanziell abgesichert, zumal keine Eintrittsgelder erhoben werden?

Einen Beitrag zur finanziellen Absicherung leisten die Teilnehmer mit ihren Nenngeldern. Bei der großen Anzahl von Einzelprüfungen sind wir allerdings auch auf die Bereitschaft von Gönnern und Förderern angewiesen.

Was wünschen Sie sich für das Turnier?

Vor allem keine Verletzungen, das ist für alle Beteiligten das Wichtigste! Dazu wünsche ich mir fairen Sport, zufriedene Teilnehmer und eine nette Stimmung.

Einen Tag ohne Pferde kann sich Christine Lippelt, die Sportwartin und Turnier-Organisatorin des Hamelner Reitervereins, kaum vorstellen.

Foto: rhs

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