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Seit über 20 Jahren sind die beiden Oberschiedsrichterinnen Christiane Meyer und Sybille Schillig im Einsatz

Ohne dieses Duo läuft bei den DTH-Open nichts

Sie gehören zu den DTH-Open wie die roten Sandplätze am Tönebönweg und die gelben Tennisbälle: die beiden Oberschiedsrichterinnen Christiane Meyer und Sybille Schillig.

veröffentlicht am 01.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 21:41 Uhr

Ohne dieses Duo läuft bei den DTH-Open nichts: Die beiden Oberschiedsrichterinnen Christiane Meyer und Sybille Schillig sind immer da, wenn es Regelfragen zu klären gibt. Man könnte auch sagen: Sie haben immer das letzte Wort. Das war schon so, als Claudia Steinmeyer und André Torggler 1987 die Premieren-Siege feierten. Und das ist immer noch so. Die beiden Freundinnen haben eins gemeinsam: die Liebe zum weißen Sport. Christiane Meyer spielt seit 1952 Tennis. Beim DTH hat sie in den sechziger Jahren in der Damen-Oberliga gespielt. Von 1968 bis 1978 schlug sie für den TC Bad Pyrmont in der Damen-Oberliga auf, dann wechselte sie wieder zum DTH. Von 1981 bis 1984 ging sie wieder fremd: Die ehemalige Lehrerin war die Nummer 1 beim damaligen Damen-40-Regionalligisten Gelb-Rot Hildesheim. Doch anschließend kehrte Meyer wieder in den Schoß des DTH zurück. Anfang der achtziger Jahre nahm Meyer an den deutschen Meisterschaften der Seniorinnen 40 teil, sie wurde dabei zweimal Deutsche Meisterin im Doppel. Im Einzel erkämpfte sie sich mehrfach den dritten Bronze-Platz, zudem holte die aufschlagstarke Angriffsspielerin etliche Titel als Landes- und Bezirksmeisterin.

Sybille Schilligs Tennisgeschichte ist vergleichsweise kurz, wenngleich sie als Tochter einer Spitzenspielerin der dreißiger und vierziger Jahre erst spät mit dem Tennis begann, dafür aber fast sofort große Erfolge feiern konnte. Schillig trat 1979 in den DTH ein, da ihre Kinder Lust auf Tennis hatten, und wurde sofort Jugendwartin. Christiane Meyer lernte sie schnell kennen, diese nahm sie zum Tennistraining nach Hannover bei Alfons Schmidt mit. Bald darauf spielte die gelernte Schneiderin in Hildesheim in der 2. Mannschaft der Damen 40. Bald darauf gehörte sie zum Regionalliga-Team des DTH um Christiane Meyer, Monika Demberg und Ines Schmidt. Nach einem Gastspiel in Barsinghausen kehrte auch sie zum DTH zurück, wo sie noch heute ersatzweise in Punktspielen zum Schläger greift. Christiane Meyer wusste Mitte der 80er-Jahre, dass sie aufgrund zahlreicher Verletzungen nicht mehr sehr viel länger Turniere auf höchstem Niveau würde spielen können. Daraufhin kam die Idee, zusammen mit Sybille Schillig sich zu Schiedsrichterinnen ausbilden zu lassen. Beide bestanden die Schiedsrichterprüfung 1985 und die Oberschiedsrichterprüfung 1991.

Beide haben bei Punktspielen der Nord- und Regionalligen oft als Oberschiedsrichter gewirkt, außerdem bei Spielen der 2. Herren-Bundesliga in Hannover. Sie waren und sind zudem in den verschiedensten Funktionen auf Kreisebene und darüber hinaus für den Tennissport tätig. Das Schiedsrichterdasein ist allerdings kein „lauer Job“. Alle drei Jahre muss die Legitimation, um als Oberschiedsrichterinnen wirken zu können, verlängert werden. Dazu muss ein Test mit ca. 75 Fragen bestanden werden - „das schaffen wir jedes Jahr immer ziemlich gut“, unterstreichen beide. „Wenn Streitigkeiten auf dem Tennisplatz sind, weiß man dann immer, wo man nachschauen muss!“ Als Oberschiedsrichterinnen sind „die Damen der DTH-Open“ allerdings nur für Regelfragen zuständig, nicht für Entscheidungsfragen. „Entscheiden müssen wir nur, wenn Spieler in Spielen ohne Schiedsrichter uns darum bitten“, erklärt Christiane Meyer. Sie war beim ersten DTH-Open 1987 noch allein Oberschiedsrichterin. Seit rund zwanzig Jahren schiedsen Meyer und Schillig gemeinsam.

Wenn beide in die Geschichte des Hamelner Vorzeigeturniers zurückblicken, denken sie zum Beispiel an die beschaulichen Anfänge vor 25 Jahren. „Damals kam die Idee, im Zuge des Tennisbooms ein überregionales Turnier in Hameln zu veranstalten. Ich hätte gern den Rattenfänger-Cup wiederaufleben lassen, bei dem in den dreißiger Jahren Größen wie Henner Henkel oder Prinzessin von Croy noch auf der alten DTH-Anlage am 164er Ring aufschlugen“, erzählt Christiane Meyer. Die damalige Sportwartin Christiana Held wollte diesen Titel aber nicht und setzte stattdessen DTH-Open durch.

Seinerzeit war das Turnier klein und gemütlich, Sieger wurden André Torggler und Claudia Steinmeyer. Gemütlich sind die DTH-Open auch heute noch, wenngleich der Rahmen viel größer ist. Besonderheiten gab es viele. „Toll fand ich, als der spätere Sieger Florian Lemke 2005 auf der Spielerparty das Mikro ergriff und als Sänger brillierte“, schmunzelt Meyer. Schwierig waren hingegen verregnete Turniere, „vor drei Jahren war das Wetter so schlecht, dass fast alle Spiele in Hallen verlegt wurden und auch die Endspiele in der Halle stattfanden“, erinnert sich Schillig. Auch die extreme Hitze vor zwei Jahren war für die Durchführung des Turniers schwierig. Gern denken beide an Manon Kruse, die schon ein Stammgast am Tönebönweg ist und sich auch in diesem Jahr angemeldet hat. Isabel Cueto, frühere deutsche Topspielerin, nutzte das Turnier, um nach langer Verletzungspause wieder in Form zu kommen. Generell lässt sich sagen, dass heutige Topspielerinnen wie Yaroslava Shvedowa (Kasachstan), Romina Oprandi (Italien) oder auch die deutsche Fed-Cup-Spielerin Kristina Barrois nicht nur sportlich, sondern auch menschlich bleibende Erinnerungen hinterließen.

Schwierig war es hingegen mit dem deutschen „John McEnroe für Arme“, Markus Pfannkuchen vom SW Hannover. „Dem wollten wir eine Medaille für das Schläger-Weitwerfen verleihen“, erinnern sich beide, „Pfannkuchen wurde daraufhin für das folgende Turnier gesperrt.“ Die Oberschiedsrichterinnen sind einer Meinung, dass die Disziplin heute wesentlich besser ist als früher – damals landeten Schläger und Bälle regelmäßig als Folge von Wutausbrüchen im Südbad.

Als problematisch erweist sich heute jedoch Reklame auf der Spielerkleidung – es ist zum Beispiel nicht gestattet, großformatige Werbung für Tennisschulen auf den Klamotten zu haben. Auch Schwingungsdämpfer dürfen nicht zu hoch am Racket angebracht sein. Wenn die gestrengen Oberschiedsrichterinnen dies beanstanden, sorgt das immer wieder für Verwirrung.

„Insgesamt ist aber alles sehr viel professioneller geworden, sowohl die Spielerinnen und Spieler als auch Turnierorganisation. Es gibt kaum noch Querelen“, meint Meyer, „außer einigen Spielern, die so unruhig auf ihr nächstes Match warten, dass sie unruhig werden.“ Aber auch hier gibt es keine Probleme, denn beide Damen haben ein ausgeklügeltes System entwickelt, dass in jedem Jahr einen reibungslosen Ablauf garantiert.

 



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