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Achter des RV Weser verzichtet auf Aufstieg und startet nächste Saison in der zweiten Liga

Noch nicht reif für die Bundesliga

Hameln. Die Freude war groß, als im September vergangenen Jahres der Zweitliga-Achter des RV Weser mit dem Gewinn der Silbermedaille beim Saisonfinale am Neuen Jungfernstieg in Hamburg als Vizemeister den direkten Wiederaufstieg in die erste Ruder-Bundesliga, kurz RBL, schaffte. Doch das Thema Bundesliga hat sich für die Hamelner schon erledigt, bevor die neue Saison überhaupt begonnen hat, denn Schlagmann Thore Wessel, Roelof und Ronald Bakker, Nils Hawranke, Till Garbe, Jasper Scheel, Lars Adomat und Kapitän Christopher Winnefeld sowie die beiden Steuerfrauen Mareike Adomat und Merle Wessel werden erneut in der zweiten Liga starten, wie der sportliche Leiter des Hamelner Rudervereins, Jan Jedamski, gestern auf Anfrage der Dewezet-Sportredaktion bestätigte: „Das Team hat sich lange Gedanken gemacht und sich dazu entschlossen, nicht aufzusteigen.“ Die Entscheidung, die Trainer Christian Wellhausen in Absprache mit der Mannschaft um Kapitän Christopher Winnefeld und der Vereinsführung getroffen habe, kann Jedamski sehr gut nachvollziehen: „Ich denke, dass es für die Mannschaft das Beste ist“, denn der Kader der Hamelner sei für die erste Bundesliga zu klein und in der Breite nicht stark genug besetzt, um zumindest einigermaßen konkurrenzfähig zu sein.

veröffentlicht am 12.02.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:43 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Hinzu kommt, dass das Team, das ausschließlich aus Ruderern besteht, die in der Talentschmiede des RV Weser ausgebildet wurden, kaum gemeinsam trainieren kann, weil viele auswärts in Berlin, Hannover, Jena, Köln und Worms studieren oder arbeiten – und nur noch wenige hier vor Ort sind. Da fast alle Hamelner Ruderer über Deutschland verteilt sind, sei die Organisation von gemeinsamen Trainingseinheiten, die beim Achter das A und O sind, wenn man erfolgreich sein will, „gar nicht so einfach“. Der Aufstiegsverzicht sei keine Frage des Geldes gewesen, versichert Jedamski, denn die Sparkasse Weserbergland hatte als Hauptsponsor bereits grünes Licht für die 1. Bundesliga gegeben. Und die Rückkehr in die erste Liga bleibt das Ziel, auch wenn der RV Weser diesmal freiwillig einen Rückzieher gemacht hat. In der neuen Zweitliga-Saison wollen Winnefeld und Co. wieder angreifen und einen neuen Versuch starten, was den Aufstieg in die Bundesliga angeht. Die Chancen stehen gut, denn der Zweitliga-Kader des Vizemeisters bleibt komplett zusammen.

Und auch die sportliche Perspektive stimmt. Im Hinblick auf das nächste Jahr sieht die personelle Situation beim RV Weser wesentlich besser aus, denn im 1997er-Jahrgang, der das letzte Jahr in der Juniorenklasse rudert, sind unter anderem mit Claas Cramer, Niklas Hölscher und Eike Steinert einige hoffnungsvolle Talente, die den Sprung in die Bundesliga schaffen können und peu à peu in den Weserbergland-Achter eingebaut werden sollen. So ist es jedenfalls geplant, denn teure Transfers kommen für den Verein laut Jedamski nicht infrage: „Das ist nicht unsere Philosophie. Wir setzen auf unsere Nachwuchsruderer.“



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