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KG Tündern/Hameln fehlt Nachwuchs

Neuanfang ist für Gewichtheber ein Kraftakt

Roman Bossauer hat ein ehrgeiziges Ziel: „Drei Jahre nach dem Rückzug unserer Mannschaft aus der 2. Bundesliga wollen wir das Gewichtheben in Hameln wieder neu beleben.“ Dass es nicht einfach wird, ist Bossauer durchaus bewusst. Denn die KG Tündern/Hameln fängt quasi bei Null wieder an.

veröffentlicht am 22.06.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 06:21 Uhr

Doch der 38-jährige Bossauer, der derzeit die deutschen Farben als erfolgreicher Soloheber bis hoch zur WM vertritt und gerade die Trainer-C-Lizenz erworben hat, will es unbedingt versuchen. Das muss er auch. Denn dem Landestützpunkt Hameln – der einstigen Talentschmiede des Niedersächsischen Gewichtheberverbandes – droht das Aus, weil der Gewichtheber-Nachwuchs fehlt.

Landestrainer Andreas Milik (Lüchow) hat Bossauer Anfang des Jahres die Pistole auf die Brust gesetzt. Der Tenor des Gesprächs: Der Stützpunkt wird geschlossen, wenn man in Hameln nicht dafür sorgt, dass wieder Leben in die Talentschmiede kommt. Diese klare Ansage hat Bossauer („Diese Aussage hat mich natürlich wachgerüttelt“) verstanden. Er habe seit acht Jahren einfach schon zu viel Herzblut in seinen Lieblingssport gepumpt, um ihn einfach so sterben zu lassen.

Einmal wöchentlich versucht der gelernte Grundschullehrer in einer Schul-AG an der Sertürner Realschule das Interesse der Jugendlichen zu wecken. Bisher allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Deshalb will Bossauer neue Wege gehen. Erstmals wurde von ihm der Rolf-Mertens-Cup organisiert, der nach dem verstorbenen Gründer der Gewichthebersparte benannt ist. Zwar gingen hier überwiegend auswärtige Heber an die Hantel, doch hatten sich auch zwei Hamelner an den Start gewagt, mit deren Hilfe er nun einen Neuanfang starten will. Zum einen war es der 19-jährige Daniel Vorpahl. Der Leichtgewichtler brachte bei seinem ersten Wettkampf im Zweikampf zwar nur 135 Kilogramm zur Hochstrecke, zeigte dabei aber durchaus gute Ansätze. „Wenn er dabeibleibt, wird er seinen Weg machen“, ist Bossauer überzeugt.

Ralf Gogolin, der auch erst seit wenigen Monaten dabei ist, kam als Mittelschwergewichtler im Reißen auf 75 und im Stoßen auf 88 Kilogramm. Der Physik-Doktorand am Solarinstitut in Ohr ist zwar für einen Gewichtheber extrem groß, aber sehr ehrgeizig. „Ich hoffe, dass er dabei bleibt“, wünscht sich sein Trainer, der sich übrigens schon auf die Trainer-B-Lizenz vorbereitet.

Was ein starker und erfolgreicher Heber leisten kann, das zeigte in der Rolf-Mertens-Halle der Iraner Hossein Abyon im Trikot des VfK Hannover. Der Leichtschwergewichtler riss 134 Kilo und brachte im Stoßen 164 Kilo zur Hochstrecke und stellte damit alle anderen Heber weit in den Schatten. Seine 130,4 Punkte würden locker zu einem Platz in einem Bundesliga-Team reichen.rhs



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