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Der Pyrmonter Bogenschütze Chris André Peters ist erstmals Deutscher Meister

Mit Pfeil und Bogen auf Titeljagd

Bad Pyrmont. Auf seine Trainerin Tanja Schultz lässt Chris André Peters nichts kommen: „Sie hat bei mir nicht nur die Liebe zum Bogensport geweckt, sondern durch ihre Erfahrung als WM-Medaillengewinnerin und zigfache Deutsche Meisterin auch dafür gesorgt, dass ich mich mittlerweile ebenfalls an die Spitze dieser Sportart vorgekämpft habe.“

veröffentlicht am 26.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 11:21 Uhr

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Autor:

rolf Henning Schnell

Denn erst am 15. Februar hatte sich der 18-jährige im Trikot der BSG Bad Pyrmont in Soest den deutschen Meistertitel bei den Blankbogenschützen (Bögen ohne Visier) geholt. Reichte es im Vorjahr für ihn im fränkischen Feucht bereits zu Platz drei, so schlug er diesmal alle Konkurrenten aus dem Weg. 436 Ringe im 60-Schuss-Programm wurden von niemanden überboten, auch nicht von seiner ärgsten Widersacherin, Monika Pietsch aus Sand, die 13 Ringe hinter ihm lag. „Es war ein erhabenes Gefühl, sich als neuer Champion feiern zu lassen“, so der angehende Garten- und Landschaftsbauer, der derzeit noch in Hameln die Schulbank drückt.

Dass er bei den Behinderten startet, ist übrigens seiner Krankheit geschuldet. Denn seit frühester Jugend leidet er unter Epilepsie, muss Tabletten nehmen, um nicht von plötzlichen Anfällen überrascht zu werden. „Bisher ist es gut gegangen“, so Peters. Die Krankheit habe sich „noch nicht in unpassenden Momenten gemeldet“. Trotzdem muss er mit dem Handicap 80-prozentiger Behinderung leben. Das konnte ihn aber nicht davon abhalten, eine sportliche Herausforderung an der Waffe zu suchen. Aufgrund eines Tipps eines Mitschülers schnupperte er vor sechs Jahren bei den Pyrmonter Bogenschützen rein, war von ihrem Sport so begeistert, dass es ihn fortan nicht mehr losließ. Zunächst versuchte er sein Glück mit dem Einsteigemodell, dem Blankbogen. Bei dieser Aluminiumwaffe fehlt – im Gegensatz zu den olympischen Recurve- oder Compoundbögen – das Visier, durch das der Schütze das Zentrum der Scheibe aus 18 Metern in der Halle oder 40 Meter unter freien Himmel anpeilt. Chris André versuchte sich auch eine Zeit lang mit den anderen beiden Bögen, kehrte dann aber zum einfachen Modell zurück, weil ihn das Visier mehr behinderte als Vorteile brachte. „Das hat mit meinen Augen zu tun, denn ich sah das Ziel nicht so gut.“ Eine Entscheidung, die auch von seiner Trainerin geteilt wurde. Denn es führte dazu, dass das Leistungslevel mit seinem Lieblingsbogen schnell nach oben schnellte und sich bald schon erste Erfolge auf Kreis- und Landesebene einstellten. Hier schoss er meist bei den nichtbehinderten Sportschützen mit, ohne es allerdings zu Titelehren zu bringen. Die stellten sich dann erst bei den Behindertenwettkämpfen ein.

Sie führten dazu, dass im Vorjahr Rainer Schemeit (Dorum), Fachwart des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen, auf ihn aufmerksam wurde und er eine Einladung für den Landeskader erhielt. So reist er sechsmal im Jahr übers Wochenende ins Emsland, feilt dort im Training nicht nur an seiner Technik, sondern lernt auch viel Neues dazu. Deshalb ist er optimistisch, bald in höhere Ringzahlbereiche vorzustoßen. 230 ist ein realistisches Ziel für ihn. „Dieser Marke bin ich beim Training bereits sehr nahe gekommen.“



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