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Titeltraum geplatzt – aber die Leidenschaft bleibt

Meteor stürzt ab

Hameln/Oldenburg. Getroffen! Mit einem Rumms fliegen die schneeweißen Pins auseinander. Wieder einmal hat Holger Lindenberg mit einem „Strike“ abgeräumt. Seine Mannschaftspartner auf Bahn Nummer 1 im Bowling-Center „The Strike“ am Hastenbecker Weg nicken beifällig.

veröffentlicht am 05.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf

Ihr Training läuft gut, denn mit einem „Strike“ nach dem anderen bestätigen die vier Mitglieder der Landesliga-Mannschaft des Hamelner Bowlingvereins „1. BV Meteor Hameln 77“ ihre gute Form, die sie am letzten Landesliga-Spieltag in Oldenburg im Stich ließ. Im Titelkampf versagten den Spielern um Mannschaftsführer Dirk Fricke die Nerven. Die Folge: Weil nur zwei der neun Spiele gewonnen wurden, rutschten die als Tabellenführer angereisten Hamelner, die mit dem Gewinn der Meisterschaft und dem Aufstieg in die zweite Bundesliga geliebäugelt hatten, auf den dritten Platz ab. Dementsprechend groß war die Enttäuschung – auch bei Spielertrainer Uwe Räcker, der mit einem Schnitt von 199,2 Pins am Wochenende wieder einmal bester Hamelner Spieler war.

Seine gute Form stellte er bereits im Abschlusstraining unter Beweis. Hier trifft Räcker zwischendurch zielsicher im zweiten Wurf den einzigen noch stehengebliebene Pin, ein „Spare“. Zufrieden packt er einige neue Bälle aus seinem Trainingskoffer aus. „So ein Ball wiegt zwischen sechs und sieben Kilo und kostet mit angepasster Bohrung für die Finger zwischen 200 und 250 Euro. Jeder Spieler hat mindestens sechs.“ Die aus Polyester gefertigten „Raumbälle“ laufen dabei meist geradeaus, während die „Anwurfbälle“ der Turnierspieler aus einer reaktiven Oberschale und einem unterschiedlich gelagerten Kern bestehen, der als Schwungmasse fungiert. „Nach 30 bis 40 Spielen muss ein Ball aufgearbeitet, sprich geschliffen und poliert werden“, erklärt Holger Lindemann. Bowling boomt, stellen die Spieler fest. Rund 80 Vereinsmitglieder sind gegenwärtig in sieben Mannschaften aktiv.

Bei den Damen spielt Heike Pinkert in der dritthöchsten Klasse, der Landesliga. Die 50-jährige Hauswirtschafterin aus Hameln „bowlt“ seit 25 Jahren. „Mein Schnitt liegt derzeit bei 180“, stellt sie stolz fest. Vor 20 Jahren sei sie einmal Hamelner Stadtmeisterin gewesen. „Es geht eigentlich um die Suche nach dem idealen Wurf, wobei weniger Kraft als Technik entscheidend ist.“ Um allerdings Landesliga-Niveau zu erreichen, sind harte Trainingsarbeit und viel Ausdauer erforderlich. Pinkert: „Man sollte schon ein- bis zweimal pro Woche jeweils einige Stunden trainieren.“ Einen „Strike“ auf Ansage jedoch könne wohl niemand spielen. „Meine Strike-Rate liegt so bei 40 Prozent“, schätzt die Kugelschieberin, die davon träumt, einmal die 300 zu erreichen. Bowling sei ein Präzisionssport, bei dem es auf viele Faktoren ankomme, sagt Ulrich Freise. „In jeder Wettkampfanlage ist das Licht etwas anders und vor allen die Ölbilder sind entscheidend. Lang oder kurz, das spielt eine wichtige Rolle. In der Landesliga werden die Ölbilder sogar vor den Wettkämpfen veröffentlicht.“ Bowling soll, so der zweite Meteor-Vorsitzende Uwe Räcker, „Breitensport“ werden. Vor allem Jugendlichen wolle man einen Leistungsanreiz geben. Schüler-Cups und Turniere für Schulklassen seien vom neuen Vorstand bereits angedacht. „Einfach mal auf der Webseite unseres Vereins vorbeischauen“, rät Freise. Dann schnappt er sich einen Bowlingball, nimmt kurz Anlauf und lässt ihn mit einer eleganten Pendelbewegung des ausgestreckten Arms sanft auf die Bahn gleiten. Nach wenigen Augenblicken schlägt die Kugel mitten in die zehn Pins ein. Freise lächelt selbstbewusst: „Strike, was sonst!“

Hinweis: Ein Video über den Hamelner Bowlingvereins „1. BV Meteor Hameln 77“ gibt es im Internet auf dewezet.de



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