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Die Formel 1 hat Hans Jerschor seit 2009 fest in ihrem Bann / Das Rennen in den belgischen Ardennen ist Pflicht

Live dabei, als Schumi in Spa die Muffe sausen geht

Regen, Nebelschwaden, klamme Finger und das Dröhnen der Boliden – typisch Spa. Für Formel 1-Fan Hans Jerschor ist die spektakuläre Rennstrecke in den Ardennen genau das, was für Tennisfreunde Wimbledon ist. Da fährt man nicht einfach so hin, die Reise nach Spa bereitet er mit Timo Heider und Philipp Schreiter minutiös vor. Von Klaus Frye

veröffentlicht am 29.08.2011 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 04:41 Uhr

Das Preisschild an der Pommesbude. Foto: haje

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Klaus FryeRegen, Nebelschwaden, klamme Finger und das Dröhnen der Boliden – typisch

Regen, Nebelschwaden, klamme Finger und das Dröhnen der Boliden – typisch Spa. Für Formel 1-Fan Hans Jerschor ist die spektakuläre Rennstrecke in den Ardennen genau das, was für Tennisfreunde Wimbledon ist. Da fährt man nicht einfach so hin, die Reise nach Spa bereitet er mit Timo Heider und Philipp Schreiter minutiös vor. Von Klaus Frye

Klappstuhl, Regenschirm und vor allem Regenbekleidung vom Allerfeinsten sind für das Wochenende in Belgien Pflicht. Denn das bestens aufeinander abgestimmte Trio kauft keine Tickets für Sitzplätze. Steelbereich ist angesagt, das heißt ein Platz „mitten in der Pampa“. Also da, wo das Leben spielt und die wahren Fans des Automobilsports ihre Plätze einnehmen. „Man muss es riechen, wenn Schumi, Vettel und all die anderen an uns vorbeijagen“, sagt der Hobby-Fotograf aus Hameln. „Da werden auch die besten Fotos gemacht.“ Und hier erlebt man das Rennen hautnah. Gänsehaut ist angesagt: „Wenn die Fahrer vom siebten auf den zweiten Gang runterschalten, vibriert der ganze Körper mit.“ Deshalb sind stolze 170 Euro für ein Wochenend-Ticket inklusive Parkplatzgebühren dem Dreigestirn für die Sache auch wert. 550 Euro für die Haupttribüne jedoch kein Thema. „Tribüne, das ist eher was für Warmduscher“, lautet ihre einhellige Meinung. Die Preise in Spa stimmen übrigens auch an der Frittenbude. Respekt, sechs Euro für Pommes mit Ketchup oder zwei Euro für eine Minibulette.
 Das Formel 1-Trio von der Weser fährt nicht nur zum Rennen in die Ardennen. Schon Freitag machen sich die Motorsport-Enthusiasten auf den Weg. Übernachtet wird in Bonn. Hier ist morgens um 4.30 Uhr Wecken angesagt. Brote schmieren, Kaffee kochen, Taschen packen – ein bestens eingespieltes Team, eben wie in der Formel 1. Dann geht es auf die 160 Kilometer lange Fahrt nach Belgien. Früh an der Strecke sein ist Pflicht, man will ja nicht in der zweiten Reihe stehen.
 Der Samstag war,

wie Jerschor sagte, „wieder einmal nichts für Sonnenanbeter“. Typisch belgisches Schmuddelwetter. Den ganzen Tag Regen und dann auch noch der Ausfall von Michael Schumacher. Als beim Kerpener, der die drei Hamelner überhaupt erst zur Formel 1 lockte, schon nach 63 Sekunden der „Ofen aus war“, sank die Stimmung bei seinen Edelfans erst einmal auf den Nullpunkt. Der erhoffte dritte Platz war in weite Ferne gerückt. „Da ging ihm tatsächlich schon in der ersten Runde eine Muffe sausen“, erklärte Jerschor fachmännisch den Ausfall des siebenfachen Ex-Weltmeisters, der für ihn immer noch der Größte des Automobilsports ist. „Das hat er ja dann im Rennen auch eindrucksvoll bewiesen“, freute er sich diebisch. Immerhin war Schumi vom letzten auf den fünften Platz vorgefahren. „So wollen wir ihn sehen.“

3 Bilder
Typische Hanglage – hier sitzen im belgischen Automobilsport-Mekka die wahren Fans der Formel 1. Foto: haje

Zum ersten Mal erlebte Jerschor ein Formel 1-Rennen 2006 in Barcelona. „Da habe ich Blut geleckt“, erinnert er sich. Und als in dann 2007 Timo Heider – laut Jerschor „ein total Verrückter in Sachen Motorsport“ – mit zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft lockte, gab es kein Halten mehr. Der Automobilsport und vor allem Schumi haben ihn seitdem voll im Griff.

Nur einmal hat in Schumacher schwer enttäuscht. Das war 2008, als er sein Comeback ankündigte, und dann doch kein Gas gab. „Die Karten für Spa hatten wir schon gekauft“, ärgert sich Jerschor heute noch. Das Ticket hängt noch ungenutzt über seinem Schreibtisch an der Wand ...

Hans Jerschor auf Spa-Kurs, mit Kamera und Rucksack auf dem Weg zu seinem Stammplatz an der Rennstrecke in den Ardennen.



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