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Der Trainer, Tenor und Buchautor blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück

Holitschke – die Kampfsportlegende wird 85

Er ist Träger des 10. Dan-Grades im Karate und 2. Meistergrades im Jiu-Jitsu. Wer Heinz-Eduard Holitschke aber nur auf den Kampfsport festnageln will, der kennt seine anderen großen Fähigkeiten nicht. Zum einen ist die Trainerlegende auch ein glänzender Tenor, der schon bei vielen Veranstaltungen in der Bundesrepublik („Nur für Spesen, nicht für Gage“) aufgetreten ist und sogar eine eigene CD herausgebracht hat. Zum anderen ist er unter die Schriftsteller gegangen. 2011 erschien die Biografie über sein Jugend- und sein Kriegsschicksal unter dem Titel „Das Resultat“.

veröffentlicht am 13.01.2013 um 00:01 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 18:21 Uhr

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Am Sonntag feiert Holitschke nun seinen 85. Geburtstag in Osterwald an der Seite seiner Lebensgefährtin. Und eines scheint sicher: Das Telefon wird nicht stillstehen. Denn außer seinen drei Kindern und fünf Enkeln werden auch viele ehemalige Schüler, die von ihm in seiner 40-jährigen Sportkarriere ausgebildet wurden, gratulieren wollen.

„Ich bin zwar schon etwas knackig in den Knochen, vom Schwung, Elan und meiner kämpferischen Einstellung habe ich bis heute aber nichts eingebüßt“, fühlt sich der immer noch amtierende Präsident des Deutschen Kampfsportdachverbandes (DKDV) noch topfit. Holitschke: „Es ist nie ein neuer gewählt worden.“ Dass er obendrein noch ein großer Rosenfan ist, sei ebenfalls nicht verschwiegen

Holitschke, in Oberschlesien geboren, verlor schon früh seine Eltern und wuchs danach im Waisenhaus auf. Neben dem Violinspielen war es das Boxen, das den kleinen Heinz faszinierte. „Hier bin ich sogar oberschlesischer Meister geworden“, erinnert er sich. 1945, mit 17 Jahren, wurde er noch Soldat und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1949 zurückkehrte. Als gelernter Laborant und später studierter Chemiker landete er schließlich beruflich im Weserbergland. Da er schon immer eine heimliche Vorliebe für Jiu-Jitsu hatte, gründete er nicht nur im VfL Hameln eine eigene Abteilung, sondern besuchte auch zahlreiche Lehrgänge. „Was mir dort beigebracht wurde, habe ich gleich an meine Schützlinge weitergegeben. Sie waren immer auf dem neuesten Stand.“ Später dann widmete sich Holitschke ganz dem Karate und gründete 1977 den 1. Karate-Dojo-Verein in Hameln. Hier sorgte Holtischke dafür, dass Hameln in aller Welt bekannt wurde. Sein Schüler Michael Knille wurde nicht nur Europa-, sondern auch Weltmeister. „Durch diese Erfolge erlebte der Verein einen Riesenaufschwung“, blickt er zurück. Auch in Afferde gründete er noch einen Karateverein, der ebenfalls großen Zulauf hatte. „Wir hatten schon damals die Integration zum obersten Prinzip erhoben, Jungen und Mädchen aus den unterschiedlichsten Nationen nicht nur zusammengeführt, sondern auch stets darauf geachtet, dass beim Training nur deutsch gesprochen wurde“, lautete seine Philosophie, mit der er sich auf dem besten Weg sah.



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