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Nettelrede war 1972 aus dem Häuschen

Hildegard Falcks Olympiasieg lässt die Grönjer jubeln

Die schnellste Frau der Welt über 800 Meter war Hildegard Falck schon vor den Olympischen Spielen in München. Am 11. Juli 1971 hatte sie mit 1:58,5 Minuten in Stuttgart einen neuen Weltrekord aufgestellt. Klar, dass die Mittelstrecken-Spezialistin in der bayerischen Hauptstadt am 3. September von der olympischen Goldmedaille träumte, und dieser Traum ging tatsächlich in Erfüllung. Mit 1:58,6 Minuten ließ die damals 23-jährige Vorzeigeathletin der deutschen Leichtathletik-Szene ihre stärksten Konkurrentinnen hinter sich.

veröffentlicht am 11.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

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Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite

Nach dem Startschuss liefen die beiden Runden im Olympiastadion für Hildegard Falck tatsächlich „richtig rund“. Der Jubel der Zuschauer kannte keine Grenzen, als sie bei der Siegerehrung ganz oben auf dem Treppchen stand. Mit ihrer Goldenen hatte sie an diesem Tag den ganz großen Coup der bundesrepublikanischen Leichtathleten perfekt gemacht. Kurz zuvor hatten Speerwerfer Klaus Wolfermann und Geher Bernd Kannenberg (50 Kilometer) bereits zweimal Gold vorgelegt.

Völlig aus dem Häuschen waren an diesem besagten 3. September natürlich auch die Nettelreder. Schließlich erblickte die damals schnellste 800-Meter-Läuferin der Welt am 8. Juni 1949 in dem kleinen Ort zwischen Süntel und Deister unter ihrem Mädchennamen Janze das Licht der Welt. Klar, dass die Grönjer mitfieberten, als in München die Entscheidung fiel. Schließlich hatten die Nettelreder ihre Goldhoffnung schon im Kinderwagen durch das Dorf geschoben.

Die 800 Meter auf der roten Tartanbahn von München waren dann aber nichts für schwache Nerven. „Nach dem Triumph flossen hier auch Freudentränen“, erinnert sich Rainer Heymann, der wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in London mit Hildegard Falck-Kimmich – seit 1973 ist sie mit dem Arzt Dr. Klaus Kimmich verheiratet – sprach. Mit 1:58,6 Minuten stellte die 1,73 Meter große und für den VfL Wolfsburg startende Athletin, die als erste Läuferin der Welt auch unter der magischen Zweiminuten-Marke blieb, einen neuen olympischen Rekord auf. Den Atem ihrer Konkurrentinnen spürte sie auf den letzten Metern deutlich im Nacken. Doch weder von der Russin Nijole Ssabaite (1:58,7) noch von ihrer DDR-Dauerrivalen Gunhild Hoffmeister aus Cottbus (1:59,2) ließ sie sich „ihre Goldene“ nehmen.

Lange Jahre lebte die „Gold-Lady vom Süntel“ in Fürstenfeldbruck. Für die ehemalige Sportlehrerin und Mutter zweiter Kinder ging es auch dort nicht ohne Laufen. Im Rothschwaiger Wald gehörte das regelmäßige Joggen zu ihrem festen Tagesablauf. Daran hat sich auch nach dem Umzug in die Nähe von Freiburg nichts geändert. Und in Nettelrede schaut sie auch immer wieder mal vorbei. Schließlich heißt es hier nicht umsonst „einmal Grönjer, immer Grönjer....“

Der 3. September 1972 ging in die Nettelreder Dorfgeschichte ein. Hildegard Falck (geborene Janze), die in dem kleinen Ort zwischen Deister und Süntel geboren wurde, gewann bei den XX. Olympischen Spielen in München Gold über 800 Meter.

Vom Start weg waren bei ihr alle Zeichen auf Sieg gesetzt. Hildegard Falck gewann in München 1972 die Goldmedaille über 800 Meter. Mit einem neuen olympischen Rekord – 1:58,6 Minuten.

Foto: Archiv

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