weather-image

Zwischen Stacheldraht und Elektrokabeln: Extremsportler aus Kirchohsen feiert Premiere beim „Tough Guy“

Hart, härter, Wallat – ein echter Kerl gibt nicht auf

Rein in den Matsch – raus aus dem Matsch. Für einen harten Kerl und Teilnehmer am traditionellen „Tough Guy Race“ ist das nun wirklich nichts Besonderes. Denn der Dreck gehört hier zum Geschäft. Am 27. Januar steht im britischen Wolverhampton wieder einmal der härteste und wohl auch gefährlichste Wettkampf Europas auf dem Programm. Und mittendrin im Getümmel der über 3000 Starter aus aller Welt wird auch der Kirchohsener Dominik Wallat sein Bestes geben. Eine große Herausforderung für den Leiter des Autohofes in Lauenau.

veröffentlicht am 12.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 18:41 Uhr

270_008_6041190_sp111_1212_5sp.jpg

Autor:

Rolf Henning Schnell

„Ich habe mich intensiv auf diesen Härtetest, bei dem meistens ein Drittel der Läufer vor Erschöpfung aufgibt, vorbereitet“, fühlt sich der 33-jährige gebürtige Mindener in einer guten Verfassung. Seine sportliche Karriere begann Wallat einst als Mittelstreckler, später wechselte er dann zu den Langstrecken- und Crossläufern über. Die gelungene Generalprobe für den Einsatz auf der Insel macht ihm jedenfalls Hoffnung auf mehr. So ging er beim „Getting Touch the Race“ im thüringischen Rudolstadt an den Start und kam trotz schmerzhafter Beinverletzung nach 22 Kilometern als 60. unter 750 Teilnehmern ins Ziel. Hut ab!

Auch durch die Teilnahme an weiteren „Testläufen“ wie etwa dem „Strongmann-Run“ auf dem Nürburgring, dem Harzer Keiler-Lauf, dem Braveheart-Battlelauf in Bad Kissingen oder auch dem Hamelner Klüt-Berglauf hat sich Wallat mittlerweile genügend Kondition angeeignet, um auch in England kräftig mitmischen zu können.

Denn dort im Schlammbad von Wolverhampton wird es knallhart für die vielen „verrückten Kerle“ aus aller Welt. Aber der Emmerthaler weiß, auf was er sich einlässt. Und dass er bis an seine körperlichen Grenzen gehen muss, wenn nicht sogar darüber hinaus. 21 Hindernisse auf einem zwölf Kilometer langen Parcours, den sogenannten Killing Fields“, sind das Maß aller Dinge. Wer sie übersteht, der macht drei Kreuze.

2 Bilder
Ob aus Holz oder aus Metall: Dominik Wallat müht sich über jedes Hindernis. Fotos: pr/3

Das Angebot auf dem 150 Hektar großen Grundstück reicht vom Robben durch ein von Stacheldrähten und Netzen gespicktes Matschfeld, das Überwinden eines 15 Meter hohen Klettergerüstes bis hin zum Sprint durch brennendes Stroh sowie einem Tauchgang durch eiskaltes Wasser.

Aber selbst wenn diese Torturen von den Extremsportlern mehr oder weniger noch gemeistert werden können, das dicke Ende kommt erst. Die letzte Herausforderung ist das Kriechen durch einen unterirdischen Tunnel, von dessen Decke blanke Elektrokabel hängen. Wer damit in Berührung kommt, zieht sich äußerst schmerzhafte Brandblasen zu. Ein Grund, warum hier die meisten Teilnehmer noch aussteigen.

Das soll Dominik Wallat nicht passieren. Er hat sich geschworen: „Aufgeben werde ich nicht. Das habe ich noch nie gemacht.“ Nur eine größere Verletzung könnte ihn dazu zwingen. Was Wallat auf der britischen Insel an fast unmenschlichen Strapazen aushalten muss, das würde normale Läufer mit Sicherheit von einer Teilnahme abschrecken. Aber er will es nun einmal unbedingt wissen.

Der 33-Jährige wird übrigens nicht allein in den Westen Englands reisen, sondern in Begleitung von 40 Vereinskameraden seines Clubs „Getting Tough“ Erfurt. Angeführt wird die Riege der „harten Hunde“ aus Thüringen, die sich bereits dreimal die Mannschaftswertung in Wolverhampton sichern konnte, vom zweifachen Einzelsieger Knut Höhler, der sich auch in diesem Jahr gute Chancen auf den Spitzenplatz ausrechnet.

Hinweis: Dominik Wallat möchte diese harte Sportart auch im Kreis Hameln-Pyrmont publik machen. Nähere Informationen gibt es unter 0163/7512867.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt