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Bei der Landesmeisterschaft in Buchholz verteidigt Wiebke Hölscher den Titel / Bronzemedaille für Carolin Hunte

Erst gab es ein Stück Schokolade – dann Gold

Turnen. Schraubensalti am Boden, Tsukahara am Sprungtisch, Riesenfelge am Stufenbarren. Was die besten Turnerinnen Niedersachsens bei der Landesmeisterschaft in Buchholz zeigten, „war schon beeindruckend“, sagt Wiebke Hölscher. Mit 31 Jahren ist die junge Mutter nicht nur die dienstälteste Turnerin des VfL Hameln, sondern momentan auch die erfolgreichste.

veröffentlicht am 04.04.2011 um 18:31 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:37 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Turnen. Schraubensalti am Boden, Tsukahara am Sprungtisch, Riesenfelge am Stufenbarren. Was die besten Turnerinnen Niedersachsens bei der Landesmeisterschaft in Buchholz zeigten, „war schon beeindruckend“, sagt Wiebke Hölscher. Mit 31 Jahren ist die junge Mutter nicht nur die dienstälteste Turnerin des VfL Hameln, sondern momentan auch die erfolgreichste. In Buchholz zählte die Deutsche Meisterin in ihrer Alters- und Wettkampfklasse (Vierkampf KM III/Jahrgang 1981 bis 1977) zwar zum engeren Favoritenkreis, doch dass sie ihren Titel auf Landesebene erfolgreich verteidigt, „damit hatte ich schon nicht mehr gerechnet“. Dementsprechend überrascht war sie, als sie bei der Siegerehrung das Ergebnis erfuhr.

Von der Tribüne aus bekamen ihr Vater, ihr Ehemann und ihr kleiner Sohn Finn Luca mit, wie Wiebke beim Wettkampf ein Wechselbad der Gefühle erlebte. Schon nach der ersten Bodenübung hatte sie einen dicken Hals, weil die strengen Wertungsrichter ihr eine Sprungserie nicht anerkannten, die sie seit Jahren aus dem Effeff beherrscht. „Dumm gelaufen, aber im ersten Augenblick war ich richtig sauer.“ Nachdem sie dann beim Sprung die Tageshöchstwertung bekam, schien die Welt wieder in Ordnung zu sein. Denkste!

Ausgerechnet am Barren, an dem sie normalerweise ihre Übungen mit atemberaubender Sicherheit zeigt, setzte sich Wiebke auf den Hintern. Wieder Punktabzug! „Ich hatte so schlechte Laune, dass mich keiner ansprechen durfte.“ Zur Beruhigung kam Wiebke von einer anderen Turnerin ein Stück Schokolade. Glücklich war sie trotzdem nicht, denn auch am Balken patzte sie. Irgendwie war an diesem Tag der Wurm drin. „Vielleicht, weil ich zu ehrgeizig bin. Wer jahrelang oben mitturnt, der will sich auch keine Blöße geben.“ Mit ihren hohen Erwartungen wächst auch der Druck. Ihr Trainingsfleiß war nicht umsonst, denn am Ende hat es ja wieder zum Sieg gereicht. Nicht nur die Goldmedaille hat Wiebke in der Tasche, sondern auch das heiß begehrte DM-Ticket. Total happy war auch Carolin Hunte, die momentan mächtig im Abistress ist. Trotz des Trainingsrückstandes holte sie in ihrer Alters- und Wettkampfklasse die Bronze.

Hinweis: Ergebnisliste unter www.geraetturnergebnisse.de



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