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Rohdens Armbrustschützin Jeanette Roy für U23-Nationalmannschaft nominiert

Eine Newcomerin sorgt für Furore

Rohden. Nach Bianca Glinke hat mit Jeanette Roy eine zweite Armbrustschützin des SV Rohden den Sprung in die deutsche U23-Nationalmannschaft geschafft – ein Novum in der über 130-jährigen Vereinsgeschichte des gerade einmal 112 Mitglieder zählenden Dorfklubs, der mit Lea Wichmann ein weiteres hoffnungsvolles Nachwuchstalent in seinen Reihen hat, das ebenfalls beim Sichtungsschießen des Deutschen Schützenbundes sein Können unter Beweis stellen durfte.

veröffentlicht am 25.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:55 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

„Als Belohnung für ihren Trainingsfleiß“ sollte die erst 15-Jährige Wichmann gegen die starke Konkurrenz auf nationaler Ebene Wettkampferfahrung sammeln, so Jugendleiter Uwe Hoff. Für die drei Jahre ältere Jeanette Roy ging es dagegen um die Nominierung für die U23-Nationalmannschaft. Und die schaffte die Newcomerin mit Bravour, obwohl sie vor einem halben Jahr mit der Armbrust noch nichts am Hut hatte: „Jeanette ist eine sehr gute Gewehrschützin. Unser Sportleiter Olaf Neitz und ich haben frühzeitig ihr Potenzial erkannt und sie zu einer für sie neuen Disziplin überredet – der 10-Meter-Armbrust“, erzählt Hoff, der das Talent mehr oder weniger durch Zufall in Stadthagen entdeckte. Wie sich heute zeigt, hatte der Trainer des SV Rohden ein gutes Gespür, denn schon am ersten Tag des Sichtungsschießens in Frankfurt am Main lief es für Jeanette Roy besser als erhofft.

Schon bei den ersten 40 Schuss toppte sie mit 384 Ringen ihre bisherige persönliche Bestmarke und beendete den ersten Durchgang auf Platz zwei – hinter Alicia Haberland aus Hessen. Nach einer zweieinhalbstündigen Pause folgte der nächste 90-minütige Wettkampf. Hier konnte die 18-Jährige nicht an ihre zuvor gezeigte starke Leistung anknüpfen und fiel auf Rang sechs zurück. Doch am zweiten Tag startete Jeanette Roy („Die letzten 20 Schuss haben viel Kraft gekostet“) eine furiose Aufholjagd.

Als am Sonntag um 13.15 Uhr nach einer laut Hoff „nervenaufreibenden Wartezeit“ endlich das amtliche Endergebnis verkündet wurde, war die Freude groß. Rohdens Armbrustschützin wiederholte ihre persönliche Bestleistung von 384 Ringen und wurde Dritte. Ein Ergebnis, mit dem Jugendleiter Uwe Hoff „wirklich nicht gerechnet hatte“. Das Ziel war, den sechsten Platz am zweiten Wettkampftag zu verteidigen. Doch dann lief es für Jeanette Roy besser als erwartet. Und auch Lea Wichmann, die anfangs mit ihren Nerven zu kämpfen hatte, steigerte sich am zweiten Tag und machte noch einen Platz gut: „Es lief besser als im zweiten Durchgang, aber es war ganz schön anstrengend.“ Als eine der jüngsten Teilnehmerinnen reichte es für die erst 15-Jährige bei ihrem Debüt auf nationaler Ebene immerhin zum 17. Platz, was für die Zukunft hoffen lässt. An der Seite von Rohdens erfolgreichster Armbrustschützin, Bianca Glinke, die im vergangenen Jahr bei der U23-Europameisterschaft Team-Gold und Einzel-Silber sowie Bronze bei der Deutschen Meisterschaft holte, kämpft Jeanette Roy am 5. und 6. Juli um die heiß begehrten Tickets für die Junioren-Weltmeisterschaft, die im August in Frankfurt am Main stattfindet. Für Spannung ist gesorgt, denn von den Top 10, die bei der Quali am Start sind, qualifizieren sich nur die drei Besten für die U23-WM.

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